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Mein Jakobsweg 2023-2024

135. Tag – Tour v. Navarrenx bis Aroue ☁️

Etappe von Navarrenx nach Aroue

Durch Wälder und sanfte Hügellandschaften 🌳

Etappe von Navarrenx nach Aroue: Es ist 20:26 Uhr. Ich bin mit Giom und Franky im Gîte „Bellevue“.

Mein erster Eindruck: Es ist gemütlich hier. 😊

Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit einer kleinen Kochmöglichkeit und sechs Betten für Pilger. Die Nacht kostet nur 13 Euro.

Kochen müssen wir allerdings selbst, was für uns natürlich überhaupt kein Problem ist. Ich habe den Salat zubereitet, während Giom die Hauptmahlzeit gekocht hat.

„Manchmal braucht es nicht viel – ein gemütliches Gîte, gutes Essen und nette Menschen reichen völlig aus.“

Landschaften auf der Etappe von Navarrenx nach Aroue

Der Tag selbst war heute nicht schlecht. Er war deutlich weniger anstrengend als gestern.😊

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zunächst zum Supermarkt, um Lebensmittel für den Tag und das gemeinsame Abendessen einzukaufen.

Es war ein bewölkter Tag, aber längst nicht so kalt wie am Morgen des Vortages.🌥️

Wir passierten mehrere kleine Ortschaften und Bauernhöfe. Dazwischen führte uns der Weg immer wieder durch wunderschöne Waldstücke mit herrlich frischer Luft.

Die Landschaft war hügelig, leicht wellig und machte einen sehr gepflegten Eindruck. Insgesamt war die Etappe äußerst abwechslungsreich und einfach nur wunderschön.

„Es sind diese ruhigen Wege durch Wälder und kleine Dörfer, die den Jakobsweg für mich so besonders machen.“

Weitblicke in Richtung Pyrenäen 🏔️

Hin und wieder bot sich die Möglichkeit, weit in die Ferne zu schauen – in Richtung der Pyrenäen.

Die Berge selbst konnte ich heute allerdings nicht sehen. In den vergangenen Tagen waren sie noch deutlich zu erkennen gewesen.

Trotzdem war die Landschaft beeindruckend und machte diesen Pilgertag zu einem weiteren besonderen, einzigartigen Erlebnis.

„Auch ohne den Blick auf die Pyrenäen war dieser Weg einfach nur ein Augenschmaus.“


🏃‍♂️Schritte: 27760

🏡Übernachtung: Gite „Bellevue“

💶Ausgaben:

26,26 € – Lebensmittel
40,00 € – Gite (Übernachtung bei Regit in Navarrenx – gestern, heute morgen bezahlt!)

👀Distanz bis Grenze Saint-Jean-Pied-de-Port: 48 km


Navarrenx – Frankreichs erste Bastionsstadt

Navarrenx gilt als erste vollständig befestigte Bastionsstadt Frankreichs. Die gewaltigen Festungsmauern wurden im 16. Jahrhundert nach den Plänen italienischer Militäringenieure errichtet und sind bis heute nahezu vollständig erhalten. Mit ihren dicken Mauern, Bastionen und Schießscharten war die Stadt damals praktisch uneinnehmbar.

Historische Festungsmauer von Navarrenx entlang des Jakobswegs in Frankreich
Festungsmauer von Navarrenx

Grenzstadt zum Baskenland

Früher lag Navarrenx direkt an der Grenze zwischen dem Königreich Frankreich und dem Königreich Navarra. Deshalb hatte die Stadt eine enorme strategische Bedeutung und wurde aufwendig befestigt.

UNESCO-Welterbe am Jakobsweg

Navarrenx ist eine wichtige Station auf der Via Podiensis, einem der vier historischen französischen Jakobswege. Mehrere Bauwerke entlang der Route gehören zum UNESCO-Welterbe „Jakobswege in Frankreich“.

Die Festungsmauer

Die Festungsanlagen sind rund 1,5 Kilometer lang. Beim Rundgang über die Mauern hat man einen schönen Blick auf die umliegende Landschaft und den Fluss Gave d’Oloron.

Wegweiser des Jakobswegs GR65 mit Entfernungen nach Santiago und Roncesvalles
Jakobsweg-Wegweiser bei Charritte-de-Bas

Kleiner Hinweis 🧑‍🎓

Kurz vor unserem Gîte „Bellevue“ entdeckten wir diesen Wegweiser am GR65. Solche Schilder gehören zu den besonderen Momenten auf dem Jakobsweg, denn sie zeigen eindrucksvoll, wie weit das Ziel noch entfernt ist.

Von hier sind es noch 780 Kilometer bis Santiago de Compostela, während Saint-Jean-Pied-de-Port bereits 40 Kilometer vor uns liegt.

Gleichzeitig erinnern sie daran, wie viele Etappen bereits geschafft sind, und motivieren dazu, Schritt für Schritt weiterzugehen.

Wenige Kilometer hinter Navarrenx fiel uns dieser alte Baumstamm mit seiner beeindruckenden Pilzkolonie auf. Dutzende Pilze hatten sich dicht an dicht am morschen Holz angesiedelt und zeigten eindrucksvoll, wie vielfältig die Natur entlang des Jakobswegs ist.

Solche kleinen Entdeckungen machen den Camino besonders – sie laden dazu ein, kurz innezuhalten und die Schönheit der Landschaft bewusst wahrzunehmen.

Weite Hügellandschaft im französischen Baskenland entlang des Jakobswegs GR65
Panorama im Baskenland

Hinter Navarrenx zeigt sich der Jakobsweg von einer besonders ruhigen Seite. Der Weg führt durch die sanft geschwungene Hügellandschaft des französischen Baskenlands und eröffnet immer wieder weite Ausblicke über grüne Wiesen, kleine Gehöfte und bewaldete Höhenzüge.

Auch wenn das Wetter an diesem Tag grau und regnerisch war, hatte die Landschaft ihren ganz eigenen Charme.

Gerade diese stillen Momente fernab der Ortschaften machen den Camino so besonders und lassen einen die Natur intensiv wahrnehmen.

Unser Abendessen im Gîte „Bellevue“ 🥗

Frisch zubereiteter Salat als Abendessen in der Albergue Bellevue in Aroue
Abendessen in der Albergue Bellevue

Nach der Etappe gönnten wir uns in der Albergue Bellevue in Aroue ein einfaches, aber frisches Abendessen. Ein großer Salat mit Gemüse, Champignons und Käse war genau das Richtige, um nach den vielen Kilometern neue Energie zu tanken.

Fotos vom Gîte „Bellevue“

Dieses kleine Zweibettzimmer war meine Unterkunft für die Nacht in der Albergue Bellevue in Aroue.

Die Zimmer sind einfach eingerichtet und bieten alles, was man nach einer langen Etappe auf dem Jakobsweg benötigt: ein Bett, etwas Stauraum und eine ruhige Atmosphäre.

  • Bezahlbox für die Übernachtung in der Albergue Bellevue in Aroue
  • Außenansicht der Albergue Bellevue in Aroue mit herbstlichem Efeu
  • Handgeschriebener Hinweis zum Check-in in der Albergue Bellevue in Aroue

In der Albergue Bellevue in Aroue wurden wir nicht persönlich empfangen. Stattdessen lief die Bezahlung ganz unkompliziert auf Vertrauensbasis ab. Den Übernachtungspreis legten wir einfach selbst in die dafür vorgesehene Holzbox.

Dieses unkomplizierte System begegnet Pilgern auf dem Jakobsweg immer wieder mal und vermittelt ein schönes Gefühl von Vertrauen und Eigenverantwortung.


Warum ein wenig Französisch zu sprechen sich immer lohnt 🏆

Pilger begrüßen sich auf dem Weg in verschiedenen Sprachen
Schon wenige Wörter öffnen viele Türen unterwegs.

Wenn dich Französisch begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen.

Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.

Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Französisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur.

Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.

Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.

👉 Hier findest du weitere Informationen zum Programm


Weitere Etappen meiner Reise 🗺️

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Inspirationen für deinen eigenen Jakobsweg?

Eine Pilgerreise verändert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich näher mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschäftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse für den eigenen Weg mitnehmen.

Besonders interessant fand ich das E-Book „Bewusst auf dem Jakobsweg“ von Christoph Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf über 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse für Menschen, die sich auf den Weg machen möchten – sei es körperlich, mental oder spirituell.

👉Hier kannst du mehr darüber erfahren: „Einfach bewusst auf dem Jakobsweg – 2904 km, 108 Tage, 4 Länder“

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