Kategorien
Mein Jakobsweg 2023-2024

Etappe von Hospital de Orbigo nach Astorga 🌫️🌞🥶- 166. Tag auf dem Jakobsweg

Etappe von Hospital de Órbigo nach Astorga

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Der erste Weihnachtstag beginnt auf dem Camino eisig. Nebel, feuchte Kälte und zunächst keine Möglichkeit, irgendwo einen Kaffee zu bekommen. Doch nach einigen Stunden lichtet sich der Nebel und die Sonne kommt hervor. Mitten zwischen den Feldern wartet sogar ein unerwarteter kleiner Kaffeestand auf uns. Nach nur etwa 16 Kilometern erreiche ich schließlich Astorga, wo mit der Kathedrale und dem von Antoni Gaudí entworfenen Bischofspalast zwei beeindruckende Bauwerke direkt nebeneinander auf mich warten.

Der Tag beginnt eisig 🧊

Es ist 21:02 Uhr und ich finde jetzt erst Zeit, meinen Tagebucheintrag zu machen. Auf der Etappe von Hospital de Órbigo nach Astorga bin ich heute angekommen.

Es war kein langer Tag und mit 16 km kann man ihn durchaus als gemütlich einstufen. Aber es war sehr kalt und neblig am Morgen.

Die Kälte war eine feuchtkalte Kälte, die ich als unerträglich beschreiben würde.

Um kurz nach acht Uhr sind wir ungefähr einzeln gestartet und haben uns später auf dem Weg wieder getroffen.

Die ersten Stunden waren neblig, feucht und sehr kalt. Später, nach zwei bis drei Stunden, lichtete sich der Nebel und die Sonne kam zum Vorschein.

Mit der Sonne wurde es dann deutlich angenehmer, obwohl es weiterhin kalt blieb.


Weihnachten auf der Etappe von Hospital de Órbigo nach Astorga

Da heute der erste Weihnachtstag ist, war am Morgen alles geschlossen und man konnte nirgendwo auf einen stärkenden Kaffee einkehren.

Man musste lange Zeit durchmarschieren, ohne Kaffee, ohne Pause und durch den Nebel. Als sich langsam die Sonne zeigte, haben wir weitere Pilger nach und nach gesichtet.

Irgendwo im Nichts, wo es nur Felder gab, sah ich dann von Weitem etwas, das wie eine Möglichkeit aussah, einen Kaffee zu trinken. Eine Art Stand im Nirgendwo. Wie kann das sein?

Und so war es dann auch.

Der Kaffee war allerdings nicht besonders gut und eher kalt als warm. Die Leute waren aber sehr nett. Dennoch bedankten wir uns und gratulierten uns gegenseitig zu Weihnachten.

Es war eine Gemeinschaft, die dort eventuell frei lebt. Ich weiß nicht genau, wie sie dort leben, aber wir waren froh, dass es überhaupt eine Kleinigkeit gab und plauderten natürlich eine Runde.

Wir gaben etwas Geld als Spende. Ich legte fünf Euro hinein.

Später, ungefähr zwei Dörfer weiter, gab es dann einen richtigen Kaffee in einer geöffneten Bar. Die Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Also rastete ich wieder. Es gab keine Eile.

In Astorga angekommen, liefen Giovanni und ich zunächst ein wenig durch die Stadt. Erst ab 14 Uhr konnte man in die Albergue einchecken.

Die Nacht kostet hier 7 Euro.

Mein Eindruck von Astorga

Nach den eher ländlich geprägten Etappen des Camino Francés wirkt Astorga fast schon wie eine kleine Kulturmetropole.

Besonders die Kathedrale und der von Antoni Gaudí entworfene Bischofspalast ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich.

Beide Bauwerke liegen direkt nebeneinander und erzählen auf ganz unterschiedliche Weise von der langen Geschichte der Stadt. Während die Kathedrale die religiöse Tradition des Jakobswegs verkörpert, setzt der Gaudí-Palast einen überraschend modernen Akzent.

Für mich gehörte dieser Teil von Astorga zu den eindrucksvollsten Stadtbesichtigungen auf dem gesamten Weg.


Tagesbilanz

KategorieTag 166
🥾 EtappeHospital de Órbigo → Astorga
📏 Distanzca. 16 km
🏃‍♂️ Schritte22.500
🕗 Startkurz nach 8 Uhr
🌫️ Morgendichter Nebel und feuchte Kälte
🌞 SpäterNebel lichtet sich, Sonne kommt hervor
🎄 Besonderheit1. Weihnachtstag
☕ Erster Kaffeeimprovisierter Stand mitten zwischen den Feldern
💶 Spende dort5,00 €
☕ Zweiter Kaffeespäter in einer geöffneten Bar
🤝 Unterwegsnach und nach wieder andere Pilger getroffen
🏛️ AstorgaStadtbesichtigung mit Giovanni
⛪ HighlightKathedrale und Bischofspalast
🏡 ÜbernachtungAlbergue Municipal
🛏️ Übernachtung7,00 €
☕ Kaffee in der Bar4,80 €
🧤 Handschuhe & Pulli14,75 €
🥪 Snacks in Astorga3,70 € + 11,40 €
💶 Ausgaben gesamt46,65 €

Kleiner Faktencheck zu Astorga

Deine Aussage zum Bischofspalast von Antoni Gaudí passt. Offizielle Tourismusseiten führen den Palacio Episcopal ausdrücklich als von Gaudí entworfenes Wahrzeichen Astorgas. Der Entwurf entstand 1889; das Gebäude wurde als bischöfliche Residenz konzipiert und zeigt deutlich neugotische Elemente. Kathedrale und Bischofspalast gehören zu den herausragenden historischen Bauwerken der Stadt.

Nur den Satz, der Gaudí-Palast setze einen „überraschend modernen Akzent“, würde ich eher als deinen persönlichen Eindruck verstehen. Architektonisch wird der Palast als stark neugotisch beschrieben.

Fazit des Tages

Weihnachten auf dem Camino.

Allerdings begann dieser erste Weihnachtstag alles andere als gemütlich. Die feuchte Kälte am Morgen war für mich fast unerträglich. Dazu dichter Nebel – und natürlich hatte wegen des Feiertags zunächst alles geschlossen.

Nicht einmal einen Kaffee bekam ich.

Und dann tauchte mitten im Nirgendwo plötzlich dieser kleine Stand auf.

Felder rundherum und irgendwo dazwischen tatsächlich die Möglichkeit, einen Kaffee zu bekommen. Besonders gut oder warm war er zwar nicht, aber in diesem Moment spielte das kaum eine Rolle. Die Menschen waren freundlich, wir wünschten uns gegenseitig frohe Weihnachten und ich ließ fünf Euro als Spende da.

Später kam sogar die Sonne heraus.

Mit gerade einmal 16 Kilometern war die heutige Etappe für meine Verhältnisse fast gemütlich. So blieb in Astorga noch Zeit, gemeinsam mit Giovanni durch die Stadt zu laufen.

Vor allem die Kathedrale und der direkt danebenstehende Gaudí-Palast beeindruckten mich.

Ein eisiger Weihnachtsmorgen, Kaffee mitten im Nirgendwo und am Ende die beeindruckende Kulisse von Astorga – ein ungewöhnlicher erster Weihnachtstag auf meinem Weg nach Santiago. 🎄🥾☕

Buen Camino


Bildergalerie – von Hospital de Órbigo nach Astorga

Auf dem Weg von Hospital de Órbigo nach Astorga wechseln sich ruhige Natur, historische Bauwerke und die Vorfreude auf das nächste Abenteuer ab. Hier findest du einige Momentaufnahmen dieser besonderen Etappe.


Wissenswertes über Astorga 🧑‍🎓

Astorga blickt auf eine über 2.000-jährige Geschichte zurück. Bereits die Römer gründeten hier eine bedeutende Siedlung mit dem Namen Asturica Augusta. Durch ihre Lage entwickelte sich die Stadt schnell zu einem wichtigen Handels- und Verkehrsknotenpunkt im Nordwesten Spaniens.

Später gewann Astorga auch für den Jakobsweg eine besondere Bedeutung. Seit dem Mittelalter gehört die Stadt zu den wichtigsten Pilgerstationen auf dem Camino Francés. Noch heute legen hier jedes Jahr Tausende Pilger eine Pause ein, bevor sie ihren Weg in Richtung Cruz de Ferro und der Berge von León fortsetzen.

Beim Spaziergang durch die Altstadt begegnet man überall den Spuren ihrer langen Geschichte – von römischen Ausgrabungen bis hin zu beeindruckenden Bauwerken aus dem Mittelalter und der Neuzeit.

Der Bischofspalast von Antoni Gaudí

Eine der größten Sehenswürdigkeiten Astorgas ist der außergewöhnliche Bischofspalast. Entworfen wurde er vom weltberühmten katalanischen Architekten Antoni Gaudí – demselben Architekten, der auch die berühmte Sagrada Família in Barcelona plante.

Mit seinen Türmen, Natursteinfassaden und märchenhaften Formen erinnert der Palast eher an eine Burg als an einen klassischen Bischofssitz. Heute befindet sich dort das Jakobsweg-Museum, das die Geschichte des Pilgerns und des Camino Francés eindrucksvoll dokumentiert.

Eingang zum Palacio de Gaudí in Astorga am Jakobsweg
Gaudís Architektur am Camino Francés

Warum ein wenig Spanisch zu sprechen sich immer lohnt 🏆

Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen.

Pilger aus verschiedenen Ländern unterhalten sich fröhlich unterwegs
Sprache schafft Nähe – auch mit wenigen Worten.

Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.

Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur.

Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.

Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.

👉 Hier findest du weitere Informationen zum Programm


Weitere Etappen meiner Pilgerreise 🗺️

Wenn du meinen Weg bis zum Ende verfolgen möchtest, könnten dich diese Beiträge ebenfalls interessieren:


Inspirationen für deinen eigenen Jakobsweg?

Eine Pilgerreise verändert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich näher mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschäftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse für den eigenen Weg mitnehmen.

Jakobsweg-Inspiration mit Geschichten und Erfahrungen von Christoph Herrmann
Jakobsweg-Inspiration von Christoph Herrmann

Besonders interessant fand ich das E-Book „Bewusst auf dem Jakobsweg“ von Christoph Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf über 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse für Menschen, die sich auf den Weg machen möchten – sei es körperlich, mental oder spirituell.

👉Hier kannst du mehr darüber erfahren: „Einfach bewusst auf dem Jakobsweg – 2904 km, 108 Tage, 4 Länder“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert