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Mein Jakobsweg 2023-2024

Etappe von Sarria nach Portomarín 🌧️ – 174. Tag auf dem Jakobsweg

Etappe von Sarria nach Portomarín

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Regen, Wind und ein Wetter, das mich an die ersten Wochen meines Jakobswegs erinnert: Die Etappe von Sarria nach Portomarín verlangt mir heute einiges ab. Gleichzeitig verändert sich etwas auf dem Camino. Seit Sarria begegne ich deutlich mehr Pilgern, von denen einige hier gerade erst ihren Weg begonnen haben. Wenn ich erzähle, dass ich bereits seit dem 14. Juli unterwegs bin, ernte ich entsprechend große Augen. Für mich wird dadurch noch einmal deutlich, welches Privileg es war, diesen Weg ohne festen Zeitplan und in meinem eigenen Tempo gehen zu können. Am Ende des Tages bleiben nur noch 91 Kilometer bis Santiago.

Bei Regen 🌧️und Sturm 🌬️

Etappe von Sarria nach Portomarín. Es ist 20:54 Uhr.

Ich sitze mit vollem Bauch auf einem bequemen Sessel in einer Albergue. Es gab Pasta mit Linsen, Zwiebeln, Knoblauch, Tomatensauce und Pilzen dazu. Das Gericht habe ich mir soeben zubereitet und genüsslich verputzt.

Für morgen gibt es auch noch etwas übrig. Ich muss also nichts kochen. Die Nacht kostet übrigens 10 Euro und ist völlig akzeptabel.

Der Tag war extrem verregnet und windig.

Das Wetter erinnerte mich an die ersten Wochen, als ich vor Monaten den Jakobsweg gestartet habe. Es hat geregnet und gewindet, aber vom Feinsten, allerfeinsten. So in etwa war es heute wieder.

Ekelhaft und sehr anstrengend könnte man das Wetter beschreiben, zumindest für uns, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.

Die Natur freut sich natürlich über den Regen.


Begegnungen auf der Etappe von Sarria nach Portomarín

Heute sind mir einige Pilger begegnet, die in Sarria gestartet sind. Alle Pilger sind verwundert, wenn ich sage, dass ich vor mehr als fünf Monaten von zu Hause gestartet bin.

Dann schauen sie mich mit großen Augen an, als wäre ich ein anderes Wesen von einem anderen Stern.⭐

Ja, sage ich. Das bin ich. Ich bin am 14. Juli letzten Jahres gestartet. Was ist daran jetzt so besonders? Ich verstehe es nicht. Ich glaube einfach, ich bin über mich hinausgewachsen.


Gedanken zur Etappe von Sarria nach Portomarín

Viele denken sich vielleicht: „Für ein oder zwei Wochen nach Spanien fliegen, um den Jakobsweg zu gehen?“ Für mich persönlich wäre das nichts. Das ergibt für mich einfach keinen Sinn.

Tatsächlich gibt es aber viele Pilger, die genau das machen. Sie nehmen den Flug, die Anreise und den gesamten organisatorischen Aufwand in Kauf, um den Camino in ihrer verfügbaren Zeit zu gehen.

Wenn ich selbst in Spanien leben würde, könnte ich das gut nachvollziehen. Von Deutschland oder einem anderen weiter entfernten Land aus sehe ich das allerdings etwas anders.

Hinzu kommt, dass viele nur ein begrenztes Zeitfenster haben.

Sie müssen den Jakobsweg innerhalb ihres Urlaubs schaffen – oft unabhängig davon, ob die Füße schmerzen oder der Körper eine Pause bräuchte. Das Ziel ist klar: den Camino in der verfügbaren Zeit komplett zu Ende zu gehen.

Für mich persönlich wäre das keine ideale Art zu pilgern.

Wobei ich ehrlich sagen muss: Hätte ich einen festen Job und nur zwei oder drei Wochen Urlaub, würde ich wahrscheinlich genauso handeln. Daran habe ich keinen Zweifel.

Umso dankbarer bin ich, dass ich meinen Jakobsweg ohne diesen Zeitdruck erleben durfte. Ich konnte mir die Zeit nehmen, die ich brauchte, auf meinen Körper hören und den Weg in meinem eigenen Tempo gehen. Genau das hat den Camino für mich so besonders gemacht.


Tagesbilanz

KategorieTag 174
🥾 EtappeSarria → Portomarín
🏃‍♂️ Schritte36.634
🌧️ Wetterstarker Regen und Wind
💭 ErinnerungWetter erinnert mich an die ersten Wochen meines Jakobswegs
👥 Unterwegsdeutlich mehr Pilger seit Sarria
😲 ReaktionenStaunen über meinen Start am 14. Juli
🧭 Gedanke des Tagesdankbar, den Camino ohne festen Zeitdruck gehen zu können
🏡 ÜbernachtungAlbergue de Peregrinos de Portomarín
🍝 AbendessenPasta mit Linsen, Zwiebeln, Knoblauch, Tomatensauce und Pilzen
🍱 PraktischEssen für den nächsten Tag übrig
🛏️ Übernachtung10,00 €
🛒 Lebensmittel14,00 €
☕ Kaffee & Snack6,50 €
☕ Erster Kaffee1,30 €
🛒 Zweiter Einkauf6,50 €
💶 Ausgaben gesamt38,30 €
👀 Distanz bis Santiago91 km

Fazit des Tages

Heute fühlte sich das Wetter beinahe so an, als hätte mich der Jakobsweg noch einmal zurück an seinen Anfang versetzt.

Regen. Wind. Und davon reichlich.

Vor Monaten hatte ich genau solche Tage schon erlebt. Damals lagen noch Hunderte Kilometer und unzählige Erfahrungen vor mir.

Heute waren es am Ende nur noch 91 Kilometer bis Santiago.

Doch nicht nur die Entfernung zum Ziel hatte sich verändert.

Ab Sarria begegnete ich plötzlich Pilgern, die gerade erst mit ihrem Camino begonnen hatten. Wenn ich erzählte, dass ich bereits am 14. Juli zu Hause gestartet war, blickten mich manche mit großen Augen an.

Für mich selbst fühlte sich das inzwischen fast normal an.

Vielleicht war genau das das Verrückte daran.

Ich war tatsächlich über mich hinausgewachsen.

Gleichzeitig brachten mich die Begegnungen zum Nachdenken. Viele Menschen haben nur wenige Wochen Urlaub und müssen ihren Camino entsprechend planen. Für mich persönlich wäre dieser Zeitdruck nichts gewesen. Gleichzeitig wusste ich ganz genau: Hätte ich selbst einen festen Job und nur zwei oder drei Wochen zur Verfügung, würde ich es vermutlich genauso machen.

Deshalb empfand ich vor allem Dankbarkeit.

Ich durfte Pausen machen. Und ich durfte langsamer werden. Ich konnte weiterlaufen, wenn ich wollte, und stehen bleiben, wenn mein Körper oder mein Kopf danach verlangten.

Und nun, nach mehr als fünf Monaten auf meinem Weg, waren es plötzlich weniger als 100 Kilometer bis Santiago.

Nur noch 91. 🥾❤️🇪🇸

Buen Camino


Bilder der Etappe von Sarria nach Portomarín

Eine Auswahl an Bildern von meinem Weg zwischen Sarria und Portomarín – mit ruhigen Waldwegen, kleinen Dörfern und den ersten Eindrücken der letzten rund 100 Kilometer bis Santiago de Compostela.

Jakob im Regen vor neugierigen Kühen am Camino Francés – auf der Etappe von Sarria nach Portomarín.
Nasse Etappe mit tierischer Gesellschaft

Wissenswertes über Portomarín 💡

Portomarín ist nicht nur wegen seiner beeindruckenden Lage am Río Miño bekannt, sondern auch wegen einer besonderen Pilgerlegende.

Wer nach dem Überqueren der Brücke die steinerne Treppe zur Kapelle hinaufsteigt, sollte der Überlieferung nach unterwegs weder stehen bleiben noch sich umdrehen. Der Volksglaube besagt, dass dies Unglück in der Liebe bringen oder einer glücklichen Partnerschaft im Weg stehen könnte.

Deshalb steigen viele Pilger die Stufen in einem Zug bis nach oben.

Am Flussufer befindet sich außerdem die sogenannte Liebesglocke – ein beliebter Fotopunkt vieler Pilger.

Sie symbolisiert Hoffnung, Verbundenheit und den Wunsch nach einem glücklichen Lebensweg.

Auch wenn diese Tradition deutlich jünger ist als die Treppenlegende, gehört sie heute für viele Besucher zu einem besonderen Moment in Portomarín.

Ob man an solche Geschichten glaubt oder nicht – sie verleihen dem Jakobsweg eine besondere Atmosphäre. Gerade diese kleinen Legenden und Überlieferungen machen den Camino für viele Pilger so einzigartig.

Infografik über Portomarín mit der Treppe zur Capela das Neves, der Liebesglocke und den bekanntesten Legenden am Jakobsweg.
Portomarín – Legenden und Wissenswertes am Jakobsweg

Warum ein wenig Spanisch zu sprechen sich immer lohnt 👨‍🎓

Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen.

Pilger begrüßen sich auf dem Weg in verschiedenen Sprachen
Schon wenige Wörter öffnen viele Türen unterwegs.

Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.

Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur.

Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.

Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.

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Inspirationen für deinen eigenen Jakobsweg?

Eine Pilgerreise verändert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich näher mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschäftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse für den eigenen Weg mitnehmen.

Jakobsweg-Inspiration mit Geschichten und Erfahrungen von Christoph Herrmann
Jakobsweg-Inspiration von Christoph Herrmann

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