Lectoure nach La Romieu
🌄 Dieser 125. Tag
Manchmal braucht ein Tag auf dem Jakobsweg gar keine großen Ereignisse. Die Etappe nach La Romieu läuft gut, ich finde eine einfache Pilgerunterkunft – und dort wartet eine kleine Überraschung auf mich: Philipp, den ich einige Tage zuvor in Lauzerte kennengelernt hatte, ist ebenfalls da. Am Ende sitzen wir zusammen beim Abendessen. Wieder einmal zeigt mir der Weg, wie schnell sich die Wege von Pilgern trennen und plötzlich wieder kreuzen können.
21:19 Uhr – Angekommen in La Romieu 🙏
Es ist 21:19 Uhr. Ich bin in meiner Unterkunft in La Romieu.
In der Unterkunft ist auch Philipp, den ich schon vor ein paar Tagen das erste Mal in Lauzerte in einem Gîte getroffen hatte.
Ansonsten ist hier niemand.
Zum Abend habe ich mein restliches Gemüse, das ich noch von gestern hatte, zubereitet. Philipp hat dazu Spaghetti und eine Bolognesesauce bereitgestellt.
Zusammen haben wir zu Abend gegessen.
Ich war zuerst verwundert, als ich hier Philipp gesichtet habe.
Das gibt’s ja nicht, dachte ich mir.
Ich dachte, er ist noch hinter mir, dabei hat er mich eingeholt.
Wow. So kann es gehen.
Aber wie dem auch sei: Es ist immer schön, ein bekanntes Gesicht zu sehen.😊😊😊
Ansonsten ist der Tag ziemlich gut gegangen.
Pilgerunterkunft in La Romieu
Die Pilgerunterkunft heißt „Gîte Le Refuge du Pèlerin“ und ist mit vier Betten ausgestattet. Sie kostet 20 Euro pro Nacht.
In der Hauptsaison ist eine Reservierung unbedingt im Vorfeld zu machen. In der Nebensaison ist keine Reservierung erforderlich.
Es gibt gefühlt nicht viel Platz, um seine Sachen wie den großen Rucksack abzustellen.
Wenn man seine Sachen waschen möchte, gibt es eine Waschmaschine. Einen Trockner gibt es allerdings nicht.
Außerdem gibt es eine kleine Kochmöglichkeit und einen Kühlschrank.
Die Unterkunft wird von Lourant geführt.
Im Dorf gibt es eine Einkaufsmöglichkeit, um sich etwas zum Essen zu kaufen und anschließend selbst zu kochen.
Meine Erfahrungen mit dem Gîte in La Romieu 🏡
Für andere Pilger, die ebenfalls in La Romieu übernachten möchten, fasse ich meine Eindrücke noch einmal zusammen:
| Ausstattung | Meine Erfahrung |
|---|---|
| 🛏️ Betten | 4 |
| 💶 Preis | 20 € pro Nacht |
| 🍳 Kochmöglichkeit | vorhanden |
| 🧊 Kühlschrank | vorhanden |
| 🧺 Waschmaschine | vorhanden |
| 👕 Trockner | nicht vorhanden |
| 🎒 Platz für Gepäck | eher begrenzt |
| 🛒 Einkaufsmöglichkeit | im Dorf vorhanden |
| 📅 Reservierung | laut meiner Erfahrung in der Hauptsaison unbedingt vorher reservieren |
Die Angaben entsprechen meiner persönlichen Erfahrung zum Zeitpunkt meiner Übernachtung und können sich natürlich ändern.
Tagesbilanz
| Kategorie | Tag 125 |
|---|---|
| 🥾 Etappe | Lectoure → La Romieu |
| 🏃♂️ Schritte | 29.749 |
| 🏡 Übernachtung | Gîte |
| 🤝 Begegnung | Wiedersehen mit Philipp |
| 🍝 Abendessen | gemeinsam mit Philipp |
| 🛏️ Übernachtung | 20,00 € |
| 🛒 Lebensmittel | 10,73 € |
| 💶 Ausgaben gesamt | 30,73 € |
| 👀 Distanz bis zur Grenze | 256 km |
Fazit des Tages
Der heutige Tag war insgesamt ziemlich unkompliziert. Die Etappe von Lectoure nach La Romieu ist gut gegangen und am Abend wartete sogar noch eine kleine Überraschung auf mich.
Mit Philipp hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich dachte eigentlich, dass er noch irgendwo hinter mir unterwegs wäre – und dann steht er plötzlich in derselben kleinen Pilgerunterkunft.
Genau solche Begegnungen gehören mittlerweile zu meinem Jakobsweg. Man trifft jemanden, geht wieder getrennte Wege und ein paar Tage später sitzt man plötzlich gemeinsam am Tisch.
Aus meinem restlichen Gemüse und Philipps Spaghetti mit Bolognesesauce wurde ein gemeinsames Abendessen. Nichts Spektakuläres – aber vielleicht gerade deshalb ein schöner Abschluss des Tages.
Und langsam wird auch die Zahl am Ende meiner Tagesbilanz immer interessanter:
Noch 256 Kilometer bis zur Grenze. 🥾🇪🇸
Buen Camino
💡 Gut zu wissen: La Romieu
La Romieu ist eng mit dem Jakobsweg verbunden. Der Name soll vom gascognischen Wort „Roumiou“ für „Pilger“ stammen.
Der Überlieferung zufolge ließ sich bereits Ende des 11. Jahrhunderts der deutsche Mönch Albert hier nieder, nachdem er von Rom zurückgekehrt war und sich auf dem Weg nach Santiago de Compostela befand.
Wahrzeichen des Ortes ist die im 14. Jahrhundert erbaute Collégiale Saint-Pierre mit ihrem Kreuzgang und den beiden Türmen. Das Ensemble gehört zum UNESCO-Welterbe der französischen Jakobswege.
Eine etwas ungewöhnlichere Sehenswürdigkeit sind die steinernen Katzen, die an verschiedenen Häusern im Dorf sitzen. Sie erinnern an die Legende von Angéline und ihren Katzen – wer aufmerksam durch La Romieu läuft, kann heute 14 dieser Katzenfiguren entdecken. 🐈🥾
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