Von Miradoux nach Lectoure
🌄 Dieser Tag auf meinem Weg
Nach einer erholsamen Nacht starte ich heute bei Sonnenschein in Richtung Lectoure. Ich fühle mich richtig gut, genieße das Laufen und verabschiede mich mit großer Dankbarkeit von Dominiq und Pascal. Am Abend beschäftigt mich dann vor allem die Planung der nächsten Tage – und dabei merke ich ziemlich deutlich, dass ich Spanien langsam näherkomme. Dazu gibt es Wärme, kleine blutsaugende Angreifer und einen Altweibersommer, bei dem selbst Spiderman neidisch werden könnte. 🙄🕸️🕷️
11:10 Uhr – Gesegnet und richtig gut
Es ist 11:10 Uhr. Ich bin auf meinem heutigen Weg nach Lectoure.
Die Sonne scheint und es ist sehr angenehm zu laufen. Ich genieße den Moment und fühle mich gesegnet und richtig gut. Trotz des Kaffees am Morgen. 🙄
Nach dem Frühstück um acht Uhr und einer erholsamen Nacht bin ich kurz nach neun Uhr gestartet.
Ich verabschiedete mich herzlich von Dominiq und Pascal, wünschte ihnen alles Beste, Gesundheit und natürlich viel Glück im Leben.
Den beiden möchte ich später, vielleicht dann in Santiago, unbedingt eine Ansichtskarte zukommen lassen und mich nochmals bedanken und alles Gute wünschen. 🍀
21:33 Uhr – Angekommen in Lectoure
Ich bin im Gîte. Schon lange.
Ich war beschäftigt mit Salat zubereiten, Essen und Gîtes vorreservieren.
Ich konnte drei Gîtes reservieren. Bei zwei anderen warte ich noch auf eine Antwort, weil ich die Gîtes per Mail angefragt hatte. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.
Ansonsten war der Tag schön. Das Wetter war auch schön und es ist gut gegangen heute. 😊
Spanien rückt langsam näher ☀️
Es gibt zwei Dinge, an denen mir vermehrt auffällt, dass es stetig weiter Richtung Süden und damit Richtung Spanien geht.
Wärme, Hitze, nackte Haut.
Weil es so heiß ist? Vielleicht. Ein bisschen. Nicht viel, aber etwas.
Zum einen gibt es in dieser Region mehr spanisch sprechende Gîte-Eigentümer. Das habe ich nämlich heute hautnah am Telefon erlebt.
Die Dame sprach nur Französisch oder Spanisch. Kein Englisch.
Ich war kurz mal baff, sprachlos. Ich konnte nicht viel aus mir herausholen. Da merkte ich, dass meine bisherigen Kenntnisse in den beiden Sprachen nicht ausreichend sind.
Scheiße, dachte ich mir. Da stehe ich nun und kann kein Zimmer reservieren.
Englisch konnte die Dame am Telefon zu meinem Bedauern nämlich nicht.
Irgendwie habe ich es aber dann doch geschafft. Dank Google Übersetzer.
Ich übersetzte, dass ich ein Bett für den 17.11. benötige.
„C’est possible?“ – „C’est possible.“
Ich war dann erleichtert, dass es geklappt hatte.
Yuppieeee. Let’s go. 😄
Die kleinen Angreifer sind wieder da 🤯
Und zum anderen gibt es wieder mehr Insekten, die einen stechen und mein Blut absaugen möchten. Vermute ich mal, dass sie das wollen.
Das Letztere erinnert mich wieder an den vergangenen Sommer und daran, wie sie mich an manchen Tagen zu Tode gequält haben.
Überall in der Haut Einstiche. Es waren nicht wenige.
Man sieht die kleinen Insekten nicht mit bloßem Auge. Das ist nämlich das Trügerische. Man merkt nur später:
Aha, da hat wieder ein heimlicher Angriff undercover stattgefunden.
Verdammt. Wie kann das sein? Wo seid ihr?
Oder sind das keine Stecher?
Keine Ahnung, aber es juckt und es nervt.
Zum Glück habe ich noch die gute alte DMSO-Hautcreme. Nach dem Benutzen hört das Jucken für eine Weile auf und man kann beruhigt einschlafen.
Immerhin eine gute kurzfristige Lösung.
Aber eine kurzfristige Lösung ist besser als keine Lösung. DMSO!
Hinweis: Das ist meine persönliche Erfahrung unterwegs und keine medizinische Empfehlung. Bei Hautreaktionen oder Insektenstichen sollte im Zweifel medizinischer Rat eingeholt werden.
Altweibersommer und Spiderman 🕸️
In der Sonne während des Tages ist es warm.
Sehr warm. Ich sage mal, sogar heiß.
Ich laufe im T-Shirt die Pilgerstrecke entlang.
Gestern vernahm ich wie im Bilderbuch den Altweibersommer.
Spinnweben überall. Unglaublich.
Das habe ich bei uns noch nie erlebt gehabt. Ich war völlig fasziniert.
Die Spinnweben flattern in der Luft, später in den Haaren, auf der Hose und auf den Wanderstöcken.
Man sah total versponnen aus.
Im Spinnennetz.
Spiderman lässt grüßen, dachte ich. 🙄🕸️🕷️
Tagesbilanz
| Kategorie | Tag 124 |
|---|---|
| 🥾 Etappe | Miradoux → Lectoure |
| 🏃♂️ Schritte | 26.725 |
| ☀️ Wetter | sonnig, warm bis heiß |
| 😊 Verfassung | erholt und richtig gut |
| 🏡 Übernachtung | Private Gîte |
| 🛒 Lebensmittel | 19,99 € |
| 🛏️ Gîte | 60,00 € |
| 💶 Ausgaben gesamt | 79,99 € |
Fazit des Tages
Nach der Müdigkeit der vergangenen Tage war dieser Tag eine schöne Abwechslung. Eine erholsame Nacht, Sonnenschein und ein gutes Gefühl beim Laufen – manchmal braucht es gar nicht viel.
Besonders wichtig war mir am Morgen der Abschied von Dominiq und Pascal. Die beiden haben mir nicht nur eine Unterkunft gegeben, sondern mich auch bei der Planung meiner nächsten Tage unterstützt.
Vielleicht bekommen sie tatsächlich irgendwann eine Ansichtskarte aus Santiago von mir. 🍀
Gleichzeitig merke ich immer deutlicher, dass sich etwas verändert.
Es wird wärmer, die Landschaft wirkt südlicher und plötzlich begegnet mir bei der Reservierung einer Unterkunft sogar Spanisch. Meine Sprachkenntnisse stoßen dabei zwar noch ziemlich schnell an ihre Grenzen, aber irgendwie hat es funktioniert.
Und dann sind da noch diese kleinen Dinge am Wegesrand: Wärme auf der Haut, Spinnweben in der Luft und irgendwann auch in meinen Haaren und auf meinen Wanderstöcken.
Spanien ist noch nicht erreicht – aber der Süden fühlt sich langsam immer näher an. 🥾☀️🇪🇸
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