Meine Jakobsweg-Pilgerberichte â ĂŒber 2.600 Kilometer zu FuĂ
Meine Jakobsweg-Pilgerberichte sind ursprĂŒnglich gar nicht mit dem Gedanken entstanden, einmal veröffentlicht zu werden. Eigentlich habe ich sie zunĂ€chst fĂŒr mich selbst und fĂŒr meine Familie geschrieben. WĂ€hrend meiner Pilgerreise wollten viele Angehörige und Freunde wissen, wie es mir unterwegs geht, was ich erlebe und welche Menschen ich kennenlerne. Deshalb begann ich, meine Erlebnisse regelmĂ€Ăig festzuhalten und mit ihnen zu teilen.
Mit der Zeit wurde daraus jedoch viel mehr als nur ein Reisetagebuch. Es entstand eine persönliche Erinnerung an eine auĂergewöhnliche Zeit meines Lebens â an Landschaften, Begegnungen, Herausforderungen, glĂŒckliche Momente und auch an schwierige Tage. Da ich solche Reisen nicht regelmĂ€Ăig unternehme, war mir schnell klar, dass ich möglichst viele EindrĂŒcke festhalten möchte. Ich wollte spĂ€ter einmal nachlesen können, wie sich diese Reise angefĂŒhlt hat und welche Gedanken mich auf meinem Weg begleitet haben.
Vielleicht werden diese Aufzeichnungen eines Tages auch fĂŒr meine Familie oder spĂ€tere Generationen eine schöne Erinnerung sein. Gleichzeitig hoffe ich, dass sie auch anderen Menschen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen oder den Traum vom Jakobsweg endlich Wirklichkeit werden zu lassen.
Warum ich den Jakobsweg gegangen bin đĄ
Warum ich ĂŒberhaupt auf den Jakobsweg gestartet bin, hatte mehrere GrĂŒnde. Zum einen spielte meine Gesundheit eine wichtige Rolle. Damals litt ich unter Schlafproblemen und fragte mich, ob mir ein Leben mit tĂ€glicher Bewegung, frischer Luft und vielen Stunden in der Natur guttun könnte. Ich wollte ausprobieren, ob mir diese Reise körperlich und mental neue Kraft schenken wĂŒrde.
Ein weiterer, sehr persönlicher Grund war die Trauer. Eigentlich wollte ich den Jakobsweg gemeinsam mit meiner damaligen Partnerin gehen. Doch bevor wir diesen Traum verwirklichen konnten, erkrankte sie schwer und verstarb. Nach ihrem Tod entschied ich mich dennoch, den Weg zu gehen â auch, um diese Zeit meines Lebens besser verarbeiten zu können. Geld, Karriere oder andere Ă€uĂere Dinge rĂŒckten plötzlich in den Hintergrund. FĂŒr mich stand nur noch eines im Mittelpunkt: unterwegs zu sein, zur Ruhe zu kommen und Schritt fĂŒr Schritt meinen eigenen Weg zu finden.
Das wichtigste Learning meiner Pilgerreise đ§âđ
Diese Erfahrung hat mir eine wichtige Erkenntnis mitgegeben, die ich gerne weitergeben möchte:
Wenn ein Mensch, den du liebst, mit dir einen Traum verwirklichen möchte, dann warte nicht zu lange.
Oft glauben wir, dafĂŒr werde spĂ€ter noch genĂŒgend Zeit sein. Doch niemand weiĂ, was das Leben bereithĂ€lt. Manche Gelegenheiten kommen nur ein einziges Mal.
Deshalb möchte ich dir mit auf den Weg geben: Höre auf deine innere Stimme. Wenn sie dir sagt: âMach esâ, dann zögere nicht unnötig. Nutzt die Zeit, die ihr gemeinsam habt, sammelt Erinnerungen und erlebt eure Abenteuer. Denn manchmal sind es genau diese gemeinsamen Momente, die spĂ€ter zu den wertvollsten Erinnerungen unseres Lebens werden.
Die Reise beginnt â mit einem einfachen Zelt von Deutschland nach Frankreich
Meine Pilgerreise begann nicht erst in Spanien. Bereits von Deutschland aus, genauer gesagt Bad Wildbad, machte ich mich mit meinem Zelt am Abend auf den Weg nach Santiago.
Drei Monate lang fĂŒhrte mich meine Reise ĂŒber Deutschland bis nach Frankreich, bevor ich schlieĂlich Le Puy-en-Velay erreichte.
Am 14. Juli 2023 brach ich in Bad Wildbad zu meiner Pilgerreise auf â ohne genau zu wissen, was mich in den kommenden Monaten erwarten wĂŒrde. Ich vertraute auf die Erfahrungen, die ich bereits bei meinem ersten Jakobsweg-Versuch im Jahr 2020 gesammelt hatte, sowie auf die wertvollen Tipps anderer Pilger. Einer davon war, möglichst wenn man kann, in Frankreich unbedingt zu zelten und die App Mapy.cz zur Orientierung zu nutzen â beides sollte sich unterwegs als groĂe Hilfe erweisen und so war es tatsĂ€chlich auch.
Die ersten drei Monate fĂŒhrten mich ĂŒberwiegend allein durch Deutschland und Frankreich. Ich teilte die lange Strecke bewusst in gröĂere Etappenziele ein und konzentrierte mich immer nur auf den nĂ€chsten Abschnitt. Dadurch wirkte der lange Weg plötzlich greifbar und Schritt fĂŒr Schritt rĂŒckte mein Ziel nĂ€her.
Besonders Frankreich hat mich tief beeindruckt. Die abwechslungsreichen Landschaften, die historischen Orte, die Architektur und die Herzlichkeit der Menschen haben mich immer wieder sprachlos gemacht. Unterwegs ergaben sich zudem ungeplante Erlebnisse â unter anderem arbeitete ich eine Woche bei der Weinlese mit, lernte neue Menschen kennen und durfte das französische Landleben hautnah erleben.
Diese drei Monate waren voller Herausforderungen, Ăberraschungen und unvergesslicher EindrĂŒcke. Sie legten den Grundstein fĂŒr alles, was mich auf dem weiteren Jakobsweg noch erwarten sollte.
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- Tag 1
- Tag 2
- Tag 3
- Tag 4
- Tag 5
- usw.
đ«đ· Via Podiensis
Le Puy-en-Velay bis Saint-Jean-Pied-de-Port
Der französische Jakobsweg zĂ€hlt fĂŒr viele Pilger zu den schönsten Abschnitten ĂŒberhaupt. Kleine Dörfer, historische StĂ€dte, einzigartige Klöster und abwechslungsreiche Landschaften machten diesen Teil meiner Reise zu einem besonderen Erlebnis.
Mit der Ankunft in Le Puy-en-Velay begann fĂŒr mich ein völlig neuer Abschnitt meiner Pilgerreise. Nach drei Monaten, in denen ich nahezu ausschlieĂlich allein unterwegs gewesen war, freute ich mich darauf, endlich vermehrt anderen Pilgern zu begegnen.
Mit der Ankunft in Le Puy-en-Velay begann fĂŒr mich ein neuer Abschnitt meiner Pilgerreise. Obwohl ich bereits rund drei Monate zu FuĂ unterwegs gewesen war, hatte ich das GefĂŒhl, dass der eigentliche Jakobsweg hier erst richtig begann. Ab hier verlĂ€uft die bekannte Via Podiensis, einer der beliebtesten französischen Jakobswege, auf dem deutlich mehr Pilger unterwegs sind.
Die Monate zuvor war ich fast ausschlieĂlich allein unterwegs und begegnete auf meinem gesamten Zuweg keinem einzigen Pilger. Nur gelegentlich erzĂ€hlten mir Gastgeber in den GĂźtes, dass kurz zuvor andere Pilger dort ĂŒbernachtet hatten. RĂŒckblickend war genau diese Zeit des Alleinseins wichtig fĂŒr mich. Sie half mir, meine Gedanken zu ordnen und Schritt fĂŒr Schritt wieder zu mir selbst zu finden.
Je nĂ€her ich Le Puy-en-Velay kam, desto gröĂer wurde jedoch die Vorfreude auf das, was mich erwartete. Ich freute mich darauf, endlich andere Pilger kennenzulernen und Teil der lebendigen Pilgergemeinschaft zu werden. Im Nachhinein war dieser Ăbergang perfekt: Erst die Ruhe und das Alleinsein, anschlieĂend die vielen Begegnungen auf der Via Podiensis.
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- Tag XX
- Tag XX
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đȘđž Camino FrancĂ©s
Saint-Jean-Pied-de-Port bis Santiago de Compostela
Mit Saint-Jean-Pied-de-Port begann der wohl bekannteste Abschnitt meiner Pilgerreise â der Camino FrancĂ©s. Gemeinsam mit neuen Freunden ĂŒberquerte ich die PyrenĂ€en und setzte meine Reise durch Spanien fort.
Neben vielen unvergesslichen Momenten gehörten aber auch Abschiede und immer wieder neue Begegnungen zu diesem besonderen Weg.
Mit der Ankunft in Saint-Jean-Pied-de-Port stand schlieĂlich der Abschnitt bevor, auf den sich viele Pilger besonders freuen: der Camino FrancĂ©s. Obwohl ich bereits viele Monate (ca. 4 Monate) unterwegs war, fĂŒhlte sich dieser Moment noch einmal wie ein neuer Anfang an.
Vor mir lagen die PyrenÀen, Spanien und die letzten rund 800 Kilometer bis Santiago de Compostela. Ich konnte es kaum glauben!
Wie im Flug vergangen đȘœ
Der Weg von Le Puy-en-Velay bis Saint-Jean-Pied-de-Port war fĂŒr mich wie im Flug vergangen. Unterwegs durfte ich viele herzliche Begegnungen erleben, aus denen zum Teil Freundschaften entstanden sind, die bis heute bestehen. Ich lernte Pilger aus den unterschiedlichsten LĂ€ndern kennen, fĂŒhrte viele interessante GesprĂ€che und merkte, wie sich meine Reise Schritt fĂŒr Schritt landschaftlich verĂ€nderte.
Je nĂ€her ich den PyrenĂ€en kam, desto gröĂer wurde fĂŒr mich die Vorfreude auf Spanien. Gemeinsam mit Guillaume, Frankie und einer weiteren Pilgerin, Lena aus Deutschland, machte ich mich schlieĂlich auf den Weg Richtung Grenze. Eigentlich wollten die beiden nur bis Saint-Jean-Pied-de-Port gehen. Doch beiden gefiel das Pilgern so gut, dass sie schlieĂlich noch bis Logroño mitliefen.
Eine schöne Gruppe
Wir waren eine groĂartige Gruppe, hatten unglaublich viel SpaĂ, unterstĂŒtzten uns gegenseitig, wo wir nur konnten, und teilten viele besondere Momente. Genau diese Herzlichkeit und die vielen anderen Begegnungen haben diesen Abschnitt meiner Jakobsweg-Pilgerung einzigartig, unvergesslich und fĂŒr immer geprĂ€gt.
Viele dieser Erlebnisse findest du in den folgenden Reiseberichten wieder â Tag fĂŒr Tag, so wie ich sie damals erlebt und festgehalten habe.
- Tag 141 â Saint-Jean-Pied-de-Port â Roncesvalles
- Tag 142 â Roncesvalles â Zubiri
- Tag 143 â Zubiri â Pamplona
- Tag 144 â Pamplona â Puente la Reina
- Tag 145 â Puente la Reina â Estella
- Tag 146 â Estella â Los Arcos
- Tag 147 â Los Arcos â Logroño
- Tag 148 â Logroño, 1. Ruhetag (keine Dokumentation)
- Tag 149 â Logroño, 2. Ruhetag
- Tag 150 â Logroño â Najera
- Tag 151 â Najera â Santo Domingo
- Tag 152 â Santo Domingo â Belorado
- Tag 153 â Belorado â Atapuerca
- Tag 154 â Atapuerca â Burgos
- Tag 155 â Burgos, ein Ruhetag
- Tag 156 â Burgos â Hornillos del Camino
- Tag 157 â Hornillos â del Camino Castrojeriz
- Tag 158 â Geburtstag in Castrojeriz
- Tag 159 â Castrojerzi â bis Fromista
- Tag 160 â Fromista â Carrion de las Condes
- Tag 161 â Carrion de las Condes â Moratinos
- Tag 162 â Moratinos â El Burgo Ranero
- Tag 163 â El Burgo Ranero â Mansilla de las Mulas
- Tag 164 â Mansillia de las Mulas â LeĂłn
- Tag 165 â Leon â Hospital de Orbigo, 32 km
- Tag 166 â Hospital de Orbigo â Astorga
- Tag 167 â Astorga â Rabanal del Camino
- Tag 168 â Rabanal del Camino â Molinaseca
- Tag 169 â Molinaseca â Ponferrada
- Tag 170 â Ponferrada â Villafranca del Bierzo
- Tag 171 â Villafranca del Bierzo â Ruitalan
- Tag 172 â Ruitalan â Triacastela
- Tag 173 â Triacastela â Sarria
- Tag 174 â Sarria â Portomarin
- Tag 175 â Portomarin â Casanova
- Tag 176 â Casanova â Arzua
- Tag 177 â Arzua â Lavacolla
- Tag 178 â Lavacolla â Santiago de Compostela
Weiter bis ans Ende der Welt â ïžâ Camino Fisterra & MuxĂa
Obwohl ich Santiago de Compostela bereits erreicht hatte, war meine Pilgerreise noch nicht zu Ende.
Der Weg nach Fisterra und MuxĂa wurde fĂŒr mich zu einem ruhigen und emotionalen Abschluss zugleich, voller weiterer Begegnungen und unvergesslicher Momente..
Eigentlich war Santiago de Compostela mein ursprĂŒngliches Ziel.
Doch bereits zu Beginn meiner Reise hatte mir eine Frau, der ich noch in Deutschland begegnet war, empfohlen, auch den Weg nach Fisterra und MuxĂa zu gehen. Damals wusste ich noch nicht, ob ich diesen Rat annehmen wĂŒrde. Als ich schlieĂlich in Santiago ankam, entschied ich mich jedoch spontan, meine Pilgerreise noch nicht zu beenden.
Dieser letzte Abschnitt nach Muxia fĂŒhlte sich anders an als der bisherige Weg dem Camino FrancĂ©s. Der Weg wurde ruhiger, die Zahl der Pilger nahm deutlich ab und es blieb mehr Zeit, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Gleichzeitig durfte ich noch einmal ein paar schöne Begegnungen erleben und einige interessante GesprĂ€che fĂŒhren, die diesen Abschluss meiner Reise besonders gekennzeichnet haben.
Neben diesen schönen Momenten brachte dieser Weg aber auch noch einmal einige emotionale Herausforderungen mit sich.
Die Reise neigte sich ihrem Ende zu, viele Gedanken gingen mir durch den Kopf und die Stimmung schwankte zwischen Dankbarkeit, Freude und Nachdenklichkeit.
- Tag 179 â Santiago â Negreira
- Tag 180 â Negreira â Olveiroa
- Tag 181 â Olveiroa â Cee
- Tag 182 â Cee â Fisterra
- Tag 183 â Fisterra â MuxĂa, 27,5 km
đžMeine schönsten Momente unterwegs
Neben den tÀglichen Reiseberichten gibt es auch einige Momente, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind.
Ob bewegende Begegnungen, herausfordernde Tage, unvergessliche Landschaften oder kleine Geschichten am Wegesrand â hier findest du eine Auswahl der Erlebnisse, die meine Pilgerreise auf besondere Weise geprĂ€gt haben und die ich gerne mit dir teilen möchte.
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- Die schönsten Begegnungen
- Schwierige Tage
- Mein erster Tag in Santiago
- Die PyrenÀen
- Mein Weg mit dem Zelt
- Warum mich der Jakobsweg verÀndert hat
đșïžReiseberichte nach LĂ€ndern
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Falls du spÀter noch mehr Inhalte bekommst.
Deutschland
Frankreich
Spanien
Die komplette Ăbersicht aller Etappen
Zu Beginn meiner Reise waren die Tagesetappen noch kĂŒrzer.
Mit zunehmender Erfahrung und einem leichteren Rucksack wurden die Strecken lĂ€nger. Hier findest du die komplette Ăbersicht aller 183 Etappen â vom Start in Deutschland ĂŒber Frankreich und Spanien bis zum Ende meiner Reise in MuxĂa.
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Inspirationen fĂŒr deinen eigenen Jakobsweg?
Eine Pilgerreise verĂ€ndert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich nĂ€her mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschĂ€ftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse fĂŒr den eigenen Weg mitnehmen.

Besonders interessant fand ich das E-Book âBewusst auf dem Jakobswegâ von Christoph Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf ĂŒber 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse fĂŒr Menschen, die sich auf den Weg machen möchten â sei es körperlich, mental oder spirituell.
đHier kannst du mehr darĂŒber erfahren: âEinfach bewusst auf dem Jakobsweg â 2904 km, 108 Tage, 4 LĂ€nderâ