Etappe von Frómista nach Carrión de los Condes bei eisiger Kälte ❄️
Etappe von Frómista nach Carrión de los Condes. Es ist 22:11 Uhr. Es ist Schlafenszeit. Ich liege im Bett. Das Licht ist aus.💡
Der Tag war heute mal richtig kalt🥶.Viel, viel kälter als gestern. Minusgrade. Einfach der Wahnsinn.
Die Gegend, in der ich laufe, liegt bei rund 893 Metern Höhe. Deswegen ist es hier auch so kalt in dieser Region. Denke ich zumindest. Ich bin hier nicht auf Meereshöhe. Vielleicht erklärt das die wahnsinnige Kälte.
Zudem ist hier in der Region fast alles flach wie ein Pfannkuchen. Es gab auch heute nur leichte Anhebungen.
Außerdem war wieder alles im Nebel 🌫️ versunken, wie schon an den Tagen zuvor. Man konnte nicht viel von der umliegenden Umgebung sehen oder gar wahrnehmen.
Herausforderungen auf der Etappe von Frómista nach Carrión de los Condes
Wenn man nicht aufpasst, kann man sich auch schnell verlaufen. So ist es mir heute ergangen.
Ruckzuck. Falsch abgebogen.🛑
Später schaute ich auf mein Handy und musste zu meinem Bedauern feststellen, dass ich mich nicht mehr auf dem Weg auf meiner Etappe befand.
Verdammt, dachte ich, ich laufe ja völlig falsch!
Wie ist das denn passiert? Völlig verwundert stand ich also da. Zum Glück gibt es heute Handys mit Internet. Früher, denke ich mal, wäre man völlig aufgeschmissen und verloren. Und weder ein weiterer Pilger, der auf dem Weg nach Santiago umgekommen ist
Ich bin ungefähr 30 bis 40 Minuten einen langen Umweg gelaufen, bis ich wieder zurück auf den Jakobsweg gefunden habe.
Irgendwann habe ich dann doch Carrión de los Condes erreicht und bin für eine halbe Stunde in die erste Bar gegangen und habe mich mit ein paar Tassen Kaffee aufgewärmt.
Erst danach bin ich zur Albergue.
Die Albergue, in der ich untergekommen bin, ist eine schlichte Klostereinrichtung. Die Nacht kostet 10 Euro für den Pilger.
Ich und die anderen Pilger sind in einem großen Gemeinschaftsraum mit mehreren Betten untergebracht. Die Betten sind zwar bequem. Es ist aber arschkalt in der Pilger-Einrichtung. Geheizt wird für die paar wenigen Pilger nicht. Zum Glück habe ich einen guten Schlafsack dabei.
Insgesamt sind wir heute, mich eingeschlossen, sechs Pilger.
Mit dreien davon – Kim, Johannes und einem Belgier – war ich bereits in der letzten Albergue in Formista zusammen.
Zusätzlich sind zwei weitere Pilgerinnen aus Korea hinzugekommen.
Nach dem Check-in in der Albergue bin ich in die Stadt gegangen und habe mich etwas umgeschaut und ein paar Lebensmitteleinkäufe für den Abend getätigt. Auch kaufte ich mir eine warme Trekkinghose für den Winter, eine Jacke und ein paar neue Handschuhe.
Die Kälte war nämlich wirklich brutal und teilweise unerträglich.
Am Abend habe ich mir eine Kleinigkeit zum Essen zubereitet und mich mit ein paar Pilgern unterhalten.
🏃♂️️ Schrittee: 40310
🏡Übernachtung: Albergue (Espíritu Santo)
💶Ausgaben:
10,00 € – Übernachtung
15,02 € – Lebensmittel
7,30 € – Kaffee, Snack
82,95 € – Neue Hose, Handschuhe
Bildergalerie – von Formista bis Carrión de las Condes
Zwischen Frómista und Carrión de los Condes dominierten dichter Nebel und eisige Temperaturen das Landschaftsbild. Auch wenn die Fernsicht fehlte, hatte diese winterliche Etappe ihren ganz eigenen Reiz und bleibt mir bis heute in Erinnerung.




Winterabend im Herzen von Carrión
Zur Weihnachtszeit präsentiert sich das Zentrum von Carrión de los Condes besonders stimmungsvoll. Das festlich beleuchtete Rathaus bildet dabei einen zentralen Blickfang auf dem Platz und verleiht dem historischen Pilgerort eine warme Atmosphäre. Zwischen den Lichterketten, Dekorationen und dem weihnachtlichen Ambiente lässt sich die Hektik des Alltags schnell vergessen. Für Pilger auf dem Camino Francés ist dies ein schöner Ort, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen. Gerade in den Abendstunden entfaltet der Platz seinen ganz eigenen Charme und lädt zum Verweilen ein.
Wissenswertes über Carrión de los Condes
Carrión de los Condes gehört seit dem Mittelalter zu den bedeutendsten Pilgerorten auf dem Jakobsweg. Bereits im 11. und 12. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiger Rastplatz für Pilger aus ganz Europa. Zahlreiche Klöster, Hospitäler und Herbergen kümmerten sich um Reisende und machten Carrión zu einem Zentrum der Gastfreundschaft entlang des Camino Francés.
Der Zusatz „de los Condes“ bedeutet übersetzt „der Grafen“. Er erinnert daran, dass die Stadt einst unter dem Schutz mächtiger Grafen stand, die den Ort zu einem bedeutenden politischen und religiösen Zentrum entwickelten.
Noch heute spürt man beim Spaziergang durch die Altstadt den mittelalterlichen Charakter. Historische Kirchen, alte Klöster und enge Gassen erzählen von einer Zeit, in der täglich Hunderte Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela hier Rast machten.
Die Kirche San Martín
Zu den bekanntesten Bauwerken von Carrión de los Condes gehört die ehemalige Kirche San Martín. Besonders berühmt ist ihr reich verzierter romanischer Eingangsbereich aus dem 12. Jahrhundert.
Die kunstvollen Steinfiguren zeigen biblische Szenen, Apostel, Engel und mittelalterliche Verzierungen. Bis heute zählt dieses Portal zu den schönsten Beispielen romanischer Bildhauerkunst auf dem gesamten Jakobsweg.
Wissenswertes über die Albergue Espíritu Santo
Die Albergue Espíritu Santo gehört zu den bekanntesten kirchlichen Pilgerherbergen in Carrión de los Condes. Sie wird von den Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul geführt und steht ausschließlich Pilgern mit einem gültigen Pilgerausweis offen.
Die heutige Herberge befindet sich in einem ehemaligen Schulgebäude, das im Jahr 2006 umfassend renoviert und zu einer modernen Pilgerunterkunft umgebaut wurde. Trotz der modernen Ausstattung lebt hier bis heute die jahrhundertealte Tradition der christlichen Pilgergastfreundschaft weiter.

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Weitere Etappen meiner Reise 🗺️
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