Von Auvillar nach Miradoux
🌄 Dieser Tag auf meinem Weg
Nach mehreren Tagen mit wenig erholsamem Schlaf fühle ich mich heute weiterhin müde und komme nur langsam voran. Dafür zeigt sich das Wetter von seiner freundlichen Seite und die Landschaft wirkt zunehmend südlicher. Was mir allerdings richtig zu schaffen macht, ist die Suche nach einer Unterkunft. Am Ende muss ich weiterlaufen als geplant – und lande schließlich bei zwei Menschen, die mich mit ihrer Herzlichkeit überraschen.💖
08:40 Uhr – Ein kleiner Hoffnungsschimmer
Es ist 08:40 Uhr. Ich mache mich fertig für den Tag.
Ich bin eigentlich so gut wie fertig, aber ich will noch ein paar Zeilen schreiben und in der Ruhe verbleiben.
Die Nacht war jetzt nicht so schlecht. Sie war deutlich, deutlich besser als die zwei Nächte zuvor.
Das ist wenigstens ein kleiner Lichtblick und ein Hoffnungsschimmer für den Tag.
13:01 Uhr – Diese Dauermüdigkeit
Ich mache wieder mal eine Pause.
Ich komme langsam voran, aber nur langsam.
Das Wetter ist heute schön. Es regnet nicht und die Sonne hat sich am Vormittag des Öfteren gezeigt.
Ich bin hundemüde und es ist still und ruhig um mich herum.
Ich habe das Gefühl, dass ich seit einigen Tagen gar nicht mehr richtig fit oder wach werde und mich in einer Art Dauermüdigkeit befinde.
Draußen ist es jetzt nicht unbedingt kalt. Am Morgen ist es natürlich frisch. Jetzt gerade sitze ich im T-Shirt.
Ich bemerke zunehmend, dass ich immer mehr ins Mediterrane voranschreite.
Man sieht des Öfteren riesige Kakteen und Palmen, die in der Regel eher in südlichen Gebieten wachsen.
14:45 Uhr – Keine Unterkunft in Sicht
Ich bin in Flamarens.
Ein Dach über dem Kopf zu bekommen, ist richtig schwer.
Trotz des schlauen Buches, das ich in Cahors extra dazu gekauft hatte, komme ich nicht weiter.
Entweder geht niemand ran oder die Betreiber der Gîtes haben beschlossen, doch früher zuzumachen.
Es macht derzeit überhaupt keine Freude. 🙄
19:34 Uhr – Yuppieeee, ich habe ein Dach über dem Kopf😊
Ich bin in Miradoux und ich habe eine Unterkunft gefunden.
Yuppieeee, sag ich nur dazu.
Ich war froh, dass es doch noch etwas gab.
In Flamarens habe ich später einfach eine Frau angesprochen, ob sie eine Idee hätte, wo es denn noch etwas geben könnte.
Daraufhin bekam ich den Hinweis, dass es in Miradoux noch etwas geben dürfte.
Eigentlich wollte ich nicht mehr laufen, aber ich musste.
In Miradoux angekommen, bin ich erst einmal in den Supermarkt, um eine Kleinigkeit einzukaufen.
Im Supermarkt habe ich dann eine dort ansässige Mitarbeiterin nach einer Idee gefragt, ob sie nicht zufällig wüsste, ob es ein offenes Gîte gibt.
Daraufhin bin ich dann zu meiner Unterkunft gekommen.
Pascal und Dominiq – zwei richtig liebe Gastgeber
Die Unterkunft in Miradoux wird von einem lieben Ehepaar geführt, das im Ruhestand ist, und ist echt schön eingerichtet.
Ich habe den Eindruck, dass die beiden damit auch nicht unbedingt Geld verdienen wollen, sondern eher etwas Gutes und Sinnvolles für die Pilger tun möchten.
Die beiden sind richtig lieb und sehr, sehr nett.
Die Nacht kostet mit Frühstück 22 Euro.
Ich bin wieder mal völlig aus dem Häuschen.
Für die nächsten zwei Tage habe ich schon gebucht und werde daher weniger Stress haben.
Auch hier haben mir die beiden, Pascal und Dominiq, beim Telefonat mit einem Gîte geholfen. Sonst hätte es sicher nicht geklappt. 😊
Tagesbilanz
| Kategorie | Tag 123 |
|---|---|
| 🥾 Etappe | Auvillar → Miradoux |
| 📍 Unterwegs | Flamarens |
| 🏃♂️ Schritte | 27.240 |
| ☀️ Wetter | trocken, zeitweise sonnig |
| 😴 Verfassung | hundemüde / Gefühl einer Dauermüdigkeit |
| 🌴 Landschaft | zunehmend südlicher, Kakteen und Palmen |
| 🏡 Übernachtung | Gîte in Miradoux |
| 🤝 Gastgeber | Pascal und Dominiq |
| 🛒 Supermarkt | 19,91 € |
| 🛏️ Übernachtung | 22,00 € inkl. Frühstück |
| 💶 Genannte Ausgaben | 41,91 € |
| 🗺️ Distanz bis zur Grenze | 291 km |
Fazit des Tages
Heute war es weniger die Strecke selbst, die mir zugesetzt hat. Es war vor allem diese Müdigkeit, die mich nun schon seit einigen Tagen begleitet.
Dazu kam die schwierige Suche nach einer Unterkunft.
In Flamarens sah es zeitweise so aus, als würde ich überhaupt nichts finden. Niemand geht ans Telefon, Gîtes scheinen bereits geschlossen zu sein und selbst mein zusätzlich gekauftes Buch hilft mir nicht wirklich weiter.
Also bleibt mir nichts anderes übrig, als weiterzugehen.
Und genau daraus entsteht am Ende wieder eine dieser Geschichten, die ich auf meinem Jakobsweg inzwischen so oft erlebt habe.
Ich spreche einfach Menschen an. Eine Frau in Flamarens gibt mir einen Hinweis. Eine Mitarbeiterin im Supermarkt in Miradoux hilft mir weiter. Und schließlich lande ich bei Pascal und Dominiq.
Zwei herzliche Menschen, eine schöne Unterkunft, Frühstück inklusive und sogar Hilfe bei meinen nächsten Reservierungen.
Manchmal weiß ich morgens nicht, wo ich am Abend schlafen werde – und dann fügt sich doch wieder alles irgendwie zusammen.
Noch 291 Kilometer bis zur Grenze. 🥾😊
Buen Camino
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