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Mein Jakobsweg 2023-2024

122. Tag auf dem Jakobsweg – Etappe Moissac bis Auvillar ☁️

Von Moissac nach Auvillar

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Die Nacht war wieder nicht besonders erholsam und entsprechend schwer komme ich am Morgen in die Gänge. Draußen warten Matsch, Nässe und durchnässte Socken auf mich. Gleichzeitig beschäftigt mich heute eine ganz andere Frage: Warum brauche ich eigentlich Kaffee, um aus dieser Müdigkeit herauszukommen? Am Abend in Auvillar bin ich schließlich völlig erschöpft – werde dafür aber mit einer außergewöhnlich schönen Unterkunft ganz für mich allein überrascht.

08:04 Uhr – Ein ruhiger Morgen im Kloster

Es ist 08:04 Uhr. Ich bin am Frühstücken.

Die Nacht war auch heute nicht der Kassenschlager. Auch ohne Bier am Abend sind die Nächte nicht immer gleich gut.

Die junge Gruppe vom Vortag ist morgens früh gestartet. Mit einem aus der Gruppe habe ich das Zimmer geteilt.

Ich bin also alleine im Essensraum und genieße die Ruhe.

Bis neun Uhr sollte ich aber das Kloster verlassen haben.

11:03 Uhr – Matsch, Nässe und müde Beine

Ich habe Moissac verlassen und mache eine erste kleinere Pause.

Der Weg ist gerade beschwerlich, matschig, nass und schlammig. Durch die vielen Regentage ist es auch kein Wunder.

Trotz der teuren Gore-Tex-Schuhe von Meindl sind die Socken schon durchnässt.

Unglaublich.

Wie kann das eigentlich sein?

Kurz vor dem Verlassen von Moissac bin ich in eine Bäckerei gegangen, um mir einen Kaffee und eine süße Beilage zu kaufen.

Ich merkte einfach, dass ich durch die eher nicht befriedigende Nacht nicht in die Gänge komme.

Ich fühlte mich müde und als würde ich durch einen Schleier hindurchschauen.

Nach dem Kaffee ging es dann auch wieder einigermaßen.

Gedanken über meinen Kaffeekonsum☕

Aber was hat das zu bedeuten?

Warum muss da, um aus der Müdigkeit herauszukommen, immer ein Kaffee herhalten?

Verstärkt denke ich in letzter Zeit darüber nach, inwiefern der von der Gesellschaft als harmlos eingestufte Kaffee vielleicht gar nicht so harmlos ist.

Letztens, also in Cahors – da hatte ich ja etwas Zeit – bin ich auf ein interessantes, auf Englisch geführtes Video gestoßen, in dem es darum geht, dass der harmlose Kaffee vielleicht gar nicht so harmlos ist.

Und auch schon länger ist mir so etwas öfter zu Ohren gekommen.

In dem Video wird unter anderem über mögliche Abhängigkeit und Veränderungen gesprochen, die sich in Gehirnscans zeigen sollen. Auch ein möglicher Zusammenhang mit ADHS wurde dort thematisiert.

Das Interview mit einem Gehirnforscher hatte ich allerdings noch nicht zu Ende geschaut.

Das Video verlinke ich direkt unter dem Beitrag. 👇

Hinweis: Die Aussagen aus dem erwähnten Video geben die dort vertretenen Ansichten wieder. Ich selbst hatte das Interview zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig angesehen und möchte daraus keine medizinischen Schlussfolgerungen ziehen.


19:25 Uhr – Völlig erschöpft angekommen in Auvillar

Ich bin in meiner Unterkunft.

Geduscht und fertig, um ins Bett zu gehen.

Ich bin todmüde und völlig erschöpft.

Ich habe gerade noch versucht, etwas für morgen zu reservieren. Aber es ist echt nicht einfach.

Bisher habe ich kein Glück gehabt.

Ich muss es morgen noch einmal versuchen.

Die Unterkunft ist der Wahnsinn.

Richtig hochwertig und schön.

Die Nacht kostet 35 Euro. Ich kann mich überhaupt nicht beschweren.

Es gibt zwar nichts dazu. Kein Essen wie Frühstück oder Dinner.

Dafür bin ich hier völlig alleine. Ohne Gäste.

Die ganze Wohnung nur für mich.

Cool irgendwie.

Das gibt es ja nicht oft.

Tagesbilanz

KategorieTag 122
🥾 EtappeMoissac → Auvillar
🏃‍♂️ Schritte35.144
🌦️ Bedingungennass, matschig und schlammig
👟 SchuheGore-Tex-Schuhe, trotzdem nasse Socken
😴 Verfassungmüde, später völlig erschöpft
Gedanken des Tagesmein Kaffeekonsum
🏡 ÜbernachtungEinliegerwohnung in Auvillar
🛏️ Übernachtung35,00 €
Kaffee + Gebäck2,70 €
💶 Genannte Ausgaben37,70 €
🗺️ Distanz bis zur Grenzenicht angegeben

Fazit des Tages

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen mein Körper ziemlich deutlich gezeigt hat, dass er müde ist.

Schon am Morgen kam ich nicht richtig in die Gänge. Dazu ein nasser, matschiger und schlammiger Weg und schon nach kurzer Zeit wieder durchnässte Socken.

Interessant fand ich aber auch meine Gedanken über den Kaffee. Ich beobachte mich selbst immer genauer und frage mich, warum ich an manchen Tagen das Gefühl habe, ihn zu brauchen, um überhaupt richtig wach zu werden. Das Video, das ich in Cahors entdeckt hatte, hat meine Neugier auf dieses Thema zusätzlich geweckt.

Nach 35.144 Schritten bin ich am Abend schließlich einfach nur noch todmüde.

Dafür wartet in Auvillar eine kleine Überraschung auf mich: eine richtig schöne Unterkunft – und die komplette Wohnung gehört für diese Nacht mir allein.

Nach einem anstrengenden Tag ist diese Ruhe gerade genau das Richtige für mich und für heute. 🥾😴

Buen Camino


Bilder von Auvillar 📸

Die Bilder aus Auvillar zeigen noch einmal den besonderen Charme dieses kleinen französischen Pilgerortes: weite Ausblicke über die Umgebung, die Kirche Saint-Pierre mit dem angrenzenden Friedhof, ruhige alte Gassen und natürlich die für Auvillar so charakteristische runde Markthalle im Herzen des Ortes.

  • Weiter Blick von Auvillar über die Garonne mit Hängebrücke und herbstlicher Landschaft
  • Friedhof neben der Kirche von Auvillar mit bunten Blumen und Blick über das Tal
  • Historische Steinkirche in Auvillar mit Glockenturm und herbstlichem Baum
  • Heller Innenraum der Kirche von Auvillar mit Gewölbe, Holzbänken und reich verziertem Altar


💡 Gut zu wissen: Auvillar

Auvillar ist nicht nur eine Etappe auf dem Jakobsweg, sondern zählt auch zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Hoch über der Garonne liegt der historische Ortskern mit seiner ungewöhnlichen runden Markthalle, der Tour de l’Horloge und der Kirche Saint-Pierre. Früher spielte der Handel auf der Garonne eine wichtige Rolle, außerdem war der Ort für seine Fayencen* bekannt.

Für Pilger ist Auvillar heute eine bedeutende Station auf der Via Podiensis (GR 65). Nach meiner anstrengenden und matschigen Etappe hatte ich für all diese Sehenswürdigkeiten allerdings nicht mehr besonders viel Energie – für mich zählte an diesem Abend vor allem die Ruhe meiner Unterkunft. 😄

*Fayencen:
„Auvillar war für seine Fayencen bekannt – kunstvoll glasierte und häufig bemalte Keramikwaren, die früher im Ort hergestellt wurden.“


Bilder der Unterkunft 📸

Wohnbereich mit Sesseln und Garderobe in meiner Unterkunft in Auvillar
Ein Blick in den gemütlichen Wohnbereich meiner Unterkunft in Auvillar.

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