Etappe von Belorado nach Atapuerca
Begegnungen auf Seelenebene 😇
Es ist 12:18 Uhr. Auf der Etappe von Belorado nach Atapuerca sitze ich in einem kleinen spanischen Café und schreibe einige Gedanken in mein Tagebuch, während mein Telefon nebenbei lädt. Heute wird der Tag etwas länger werden, denn rund dreißig Kilometer liegen noch vor mir.
Ich bin heute ohne Zoe unterwegs. Sie hat beschlossen, aufgrund ihrer Fußprobleme deutlich weniger zu laufen und nur etwa acht Kilometer zurückzulegen. Für mich war das zu wenig, weshalb sich unsere Wege in Espinosa del Camino vorerst getrennt haben.
Noch am Morgen überreichte sie mir einen Pin mit der koreanischen Flagge als Zeichen unserer Freundschaft. Ich bedankte mich herzlich und befestigte ihn an meinem blauen Fleece, das ich täglich trage.
„Auf dem Camino trennt man sich oft nur für eine Weile. Irgendwann kreuzen sich die Wege meist wieder.“
Was mich auf dem Camino immer wieder fasziniert, ist die Art und Weise, wie hier Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern zusammenkommen. Gemeinsam gehen wir denselben Weg, verständigen uns trotz unterschiedlicher Sprachen und begegnen uns mit Respekt und Offenheit.
Hier spielen Herkunft, Nationalität oder gesellschaftlicher Status kaum eine Rolle. Es fühlt sich manchmal an, als würden wir uns auf einer tieferen Ebene begegnen.
„Hier gibt es keinen Krieg, keine Grenzen und keine Vorurteile. Es gibt nur Menschen auf demselben Weg.“
Während ich diese Zeilen in mein Handy tippe, bekomme ich tatsächlich eine Gänsehaut. Es ist schwer zu beschreiben, aber genau solche Momente machen den Jakobsweg für mich zu etwas ganz Besonderem.
Ankunft in Atapuerca nach 30 Kilometern 🌧️
Zeit: 19:33 Uhr
Mittlerweile bin ich in Atapuerca angekommen und in einem richtig schönen Hostel untergebracht. Die Nacht kostet 14 Euro.
Hier treffe ich auch die beiden Schweizer June und Giro wieder. Die Geschwister sind bereits seit rund drei Monaten unterwegs und laufen den Weg von Genf aus.
Das Interessante an unserem Gespräch war, dass wir ständig zwischen verschiedenen Sprachen wechselten. Mal Französisch, dann Englisch, anschließend Deutsch oder Spanisch.
„Der Camino verbindet Menschen, die sich unter normalen Umständen wahrscheinlich niemals begegnet wären.“
Ab etwa 15 Uhr begann es zu regnen. Zunächst nur leicht, später immer stärker. Ich wurde zwar nicht komplett nass, aber wirklich trocken blieb ich ebenfalls nicht.
Trotzdem bin ich gut in Atapuerca angekommen. Die dreißig Kilometer liefen erstaunlich leicht. Ehrlich gesagt war ich selbst überrascht, wie locker sich die Strecke heute bewältigen ließ.
🏃♂️Schritte: 41213
🏡Übernachtung: Hostel
💶Ausgaben:
14,00 € – Hostel
13,70 € – Einkauf im Hostel
5,30 € – Imbiss, Kaffee
3,30 € – Kaffee, Snack am Morgen
Gesamtbetrag: 36,30 €
👀Distanz bis Saintjago: 501 Km

Wissenswertes über Atapuerca 🤔
Atapuerca ist weit über die Grenzen Spaniens hinaus bekannt. In den umliegenden Hügeln wurden einige der ältesten menschlichen Überreste Europas entdeckt. Die archäologischen Fundstätten von Atapuerca gehören seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die hier gefundenen Fossilien sind teilweise über 800.000 Jahre alt und liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung des Menschen in Europa. Wissenschaftler aus aller Welt forschen noch heute in dieser Region.
Für viele Pilger ist Atapuerca daher nicht nur eine weitere Station auf dem Jakobsweg, sondern auch ein Ort, an dem man sich mit den Ursprüngen der Menschheitsgeschichte beschäftigen kann. Es ist faszinierend zu bedenken, dass hier Menschen lebten, lange bevor es Städte, Länder oder den Jakobsweg überhaupt gab.

Warum ein wenig Spanisch zu sprechen sich immer lohnt 🧑🎓
Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.
Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur. Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.
Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.
👉 Hier findest du weitere Informationen zum Programm
Weitere Etappen meiner Reise 🗺️
Wenn du meinen Weg bis zum Ende verfolgen möchtest, könnten dich diese Beiträge ebenfalls interessieren:
- Tag 152: Tour v. Santo Domingo bis Belorado
- Tag 154: Tour v. Atapuerca bis Burgos – 19,8 km
- Mein kompletter Jakobsweg von Bad Wildbad bis Muxia
Inspirationen für deinen eigenen Jakobsweg?
Eine Pilgerreise verändert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich näher mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschäftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse für den eigenen Weg mitnehmen.
Besonders interessant fand ich das E-Book „Bewusst auf dem Jakobsweg“ von Christoph Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf über 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse für Menschen, die sich auf den Weg machen möchten – sei es körperlich, mental oder spirituell.
👉Hier kannst du mehr darüber erfahren: „Einfach bewusst auf dem Jakobsweg – 2904 km, 108 Tage, 4 Länder“