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Mein Jakobsweg 2023-2024

28. Tag auf dem Jakobsweg – Sonne, Sonne, Sonne 🌄

Sonne, Begegnungen und Liverdun entdecken

Zeit: 12:00 Uhr

Die Sonne scheint.

Es ist richtig schönes Wetter.

Ich bin im Gespräch mit Jakomine, einem holländischen Mädchen, das hier für einige Tage auf dem Campingplatz Zeit für sich verbringen möchte.

Wir sprechen Englisch und führen ein nettes und tiefes Gespräch über uns selbst und darüber, warum wir unterwegs sind.

Die Deutschen aus Hamburg, die ihr Sabbatjahr zum Reisen nutzen, und die beiden Australier auf ihrer Europatour sind mittlerweile mit ihren Fahrrädern weitergezogen.

Weil es gestern so nett und freundlich miteinander war, haben wir Nummern ausgetauscht und gemeinsame Fotos gemacht.

Und so gehen die einen weiter, während andere Menschen plötzlich neu auftauchen.

Zeit: 22:00 Uhr

Ein gewaltig schöner und heißer Tag war das heute.

Tagsüber bin ich einkaufen gegangen und habe dadurch gleichzeitig etwas von Liverdun erkundet.

Und ich war begeistert.

Es wirkt alles so majestätisch und schön.

Die Mosel, so riesig und breit, zieht eine wunderschöne Schleife durch die Landschaft, wenn man sie von oben betrachtet.

Mich erinnert der Anblick ein wenig an die großen Flussschleifen, die man auch vom Rhein kennt.

Dazu die vielen gut erhaltenen alten Häuser, Mauern und Gebäude, die an vergangene Zeiten, Burgen und Festungen erinnern.

Wenn man durch diese Gassen schlendert, fühlt es sich fast so an, als wäre man ein kleines Stück zurück in eine frühere Zeit katapultiert worden.

Am Abend gab es dann einen Salat und dazu Paella aus der Tiefkühlpackung.

Ich war so verhungert!

Man kann sich das vermutlich kaum vorstellen, wenn man diesen Hunger nach einem solchen Leben unterwegs nicht selbst erlebt hat.

Danach war ich natürlich schön satt.

Zum Glück. 😄

Der Salat ist mir auch halbwegs gelungen.

Körnigen Frischkäse habe ich bisher in den französischen Supermärkten nicht gefunden. Also nahm ich stattdessen Fetakäse.

Das ging auch.

Morgen werde ich vermutlich noch einen weiteren Tag hier verbringen und erst am darauffolgenden Tag abreisen.

Heute habe ich nämlich gemerkt, wie erschöpft mein Körper eigentlich noch ist.

Ein zusätzlicher Ruhetag ist deshalb dringend erforderlich.

Der Campingplatz ist mittlerweile überfüllt wie der Pforzheimer Weihnachtsmarkt im Winter.

Die Sommersaison läuft offenbar richtig an.

Das Geschäft beginnt zu brummen.

Jakomine, das holländische Mädel, habe ich später nicht mehr gesehen.

Vielleicht morgen wieder. 👀


Tagesbilanz

KategorieTag 28
OrtLiverdun
ÜbernachtungCampingplatz
AktivitätEinkauf & Liverdun erkunden
BegegnungJakomine aus den Niederlanden
WetterSonnig und heiß ☀️
KörpergefühlWeiterhin erschöpft
EntscheidungNoch ein Ruhetag

Persönliches Fazit – Manchmal entdeckt man einen Ort ganz nebenbei

Der Weg kann warten.

Eigentlich wollte ich heute nur einkaufen.

Und dann wurde aus dem Weg zum Supermarkt plötzlich eine kleine Entdeckungstour durch Liverdun.

Vielleicht ist auch das etwas, was mir an dieser Reise zunehmend gefällt: Ich muss nicht alles planen.

Manchmal gehe ich einfach los, weil ich Lebensmittel brauche, und stehe wenig später irgendwo über der Mosel und staune über eine Landschaft, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe.

Gleichzeitig entstehen auf dem Campingplatz wieder neue Begegnungen.

Gestern saß ich noch mit Deutschen, Australiern und einer französischen Familie am Tisch. Heute unterhalte ich mich mit Jakomine aus Holland darüber, warum wir eigentlich unterwegs sind.

Menschen kommen.

Menschen gehen.

Und für einen kurzen Moment teilen sich unsere Wege.

Mein Körper sagt mir gleichzeitig ziemlich deutlich, dass er noch nicht weiter möchte.

Also bleibe ich.

Buen Camino


Bilder des Tages 📸

Ein paar Bilder können natürlich kaum wiedergeben, wie ich Liverdun an diesem Tag wirklich erlebt und empfunden habe.

Dennoch vermitteln die folgenden Impressionen vom historischen Ortskern, der Mosel, den Brücken und der eindrucksvollen Flussschleife zumindest einen kleinen Eindruck von diesem besonderen und historischen Ort.

Steve und Christa, neue Freunde aus Australien 😊🏡🍀

💡 Liverdun – eine mittelalterliche Stadt über der Mosel

Dass ich mich beim Spaziergang durch Liverdun ein wenig in eine andere Zeit zurückversetzt fühlte, kommt nicht von ungefähr.

Der historische Ortskern liegt erhöht über der Mosel und hat sich Teile seines mittelalterlichen Charakters bewahrt. Alte Häuser, Gassen, Befestigungsreste und historische Bauwerke prägen noch heute das Stadtbild.

Besonders beeindruckend ist die Lage: Unterhalb der alten Stadt beschreibt die Mosel eine markante Schleife, die man von den höher gelegenen Aussichtspunkten besonders schön erkennen kann.

Liverdun war aufgrund seiner erhöhten und strategisch günstigen Lage über dem Fluss über Jahrhunderte von Bedeutung.

Für mich war all das damals eigentlich nur eine ungeplante Nebenentdeckung auf dem Weg zum Einkaufen.

Und genau solche ungeplanten Entdeckungen machen einen langen Weg manchmal besonders interessant.


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