Tour v. Lavacolla bis Santiago – ca. 10km – Finale
Meine Ankunft in Santiago de Compostela nach 178 Tagen 🎉
Es ist 14:23 Uhr. Ich bin gegen 13:30 Uhr in Santiago angekommen. Ich will ehrlich sein. Weinen kann ich nicht gerade, aber es ist ein emotionaler Moment.
Ich stand also neben der Kathedrale und war einfach nur überwältigt. Ich bin angekommen. In Santiago. Nach 178 Tagen.
Das ging mir durch den Kopf.
Ich bin hier. Ich bin wirklich hier. Wowwww. Ich habe es geschafft. Wer kann das eigentlich glauben?
Weiter unten sah ich wieder Nuria. Wie kann das eigentlich sein? Fast zur selben Zeit. Was bedeutet das eigentlich? Oder muss es was bedeuten?
Ich verstehe es nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich überhaupt nichts mehr verstehe. Naja, wie dem auch sei.
Nach einem gemeinsamen Foto ist sie dann ins Büro verschwunden, um sich das Zertifikat zu holen, das wir Pilger bekommen, die den Weg laufen. Ich bin dann später auch dahin gegangen.
Ich will jetzt auch nicht mehr so viel schreiben. Am Handy macht es mir auch keinen Spaß. Ich brauche eine gute Tastatur. Das weiß ich. Ich habe nur jetzt keine. Muss mit dem arbeiten, was ich habe.
Ich werde deswegen die Emotionen weglassen. Bei Seite schieben. Was ich aber sagen will, wie auch schon vorhin zu Beginn.
Es ist ein sehr emotionaler Moment. Plötzlich ist man da. Man ist angekommen. Man kann es nicht begreifen. Aber man ist da. Stehe vor der berühmten Kathedrale.
Ich brauche mal etwas Zeit für mich. Ich mache ein paar Atemübungen und ein paar Fotos. Das hilft sehr gut, um sich zu erden.
Gedanken nach der Ankunft in Santiago de Compostela
Morgen geht es weiter nach Finisterre. Dann nach Muxia.
Ist es zu schnell? Sollte ich erstmal ruhen? Ich weiß es nicht. Ich will weiter. Ans Meer. So habe ich es gestern beschlossen. Vielleicht auch eine Runde schwimmen, im kalten Wasser sich abkühlen.
Der Weg war nämlich lang genug, ich bin heißgelaufen. Überhitzt. 2541 km. Vom 14. Juli 2023 aus. Die Maschine muss nun etwas gekühlt werden. Nein, natürlich nicht. Spaß am Rande.😉
Aber, wenn man Zeit hat, macht der Pilger genau diese Runde. Sucht seine Muschel in Muxia. Dann läuft er, der Pilger, wieder heim oder fliegt, fährt nach Hause, aus der Richtung, wo er gekommen ist.
Ich bleibe erstmal in Spanien.
Vielleicht werde ich reflektieren, was Neues schreiben, was ergänzen, das Geschriebene überarbeiten, korrigieren. Vielleicht auch nicht. Das weiß ich alles nicht. Das wird sich alles dann zeigen, mir offenbaren, in welche Richtung sich mein Ich bewegen wird oder bewegen möchte, vielleicht sogar bewegen sollte.
Ideen habe ich, gibt es, zum Glück, was für ein Segen, um in Spanien etwas zu probieren und zu machen. Um die Zeit, die man hat, sinnvoll zu nutzen und nicht planlos zu vergeuden.
Halleluja. Let’s Do IT.
Weitere bekannte Gesichter nach der Ankunft in Santiago de Compostela
In der Albergue, in der ich jetzt bin, sind auch Luka und Stella aus Taiwan. Beide kenne ich schon seit Saint-Jean-Pied-de-Port, zumindest Stella. Mit Luka bin ich das erste Mal in Zubiri ins Gespräch gekommen.
Beide sind sehr nett. Sie laden mich zum gemeinsamen Abendessen ein, hier in der Albergue. Luka hat einen speziellen taiwanesischen Salat zubereitet. Erklären kann ich es nicht. Er besteht aus verschiedenen Zutaten wie Thunfisch, Ei, Äpfeln, Orangen und anderen Bestandteilen und wird warm gegessen. Er sagt selber, es ist weird (engl.), süß, sauer, komisch halt, aber der Salat schmeckt.
Wir unterhalten uns gut. Später tauschen wir Nummern aus.
Zudem, was interessant heute war. An der Rezeption arbeitet Sennja. Wir unterhielten uns zu Beginn auf Englisch. Dann, irgendwann später, nachdem ich eingecheckt bin, entscheide ich mich, nochmals in die Gemeinschaftsküche zu gehen, um einen Kaffee zu trinken.
Durch eine Art Zufall. Ich wollte gerade einen weiteren Kaffee trinken, hatte aber keine 80 Cent klein. Frage ich sie, ob sie mir fünf Euro klein wechseln könnte. Beim Zählen des Kleingeldes höre ich heraus, dass sie auf Russisch zählt. Ich war verwundert und traute meinen Ohren nicht.
Sofort sprach ich sie in meiner Muttersprache über meine Verwunderung an, und wir unterhielten uns eine gute Weile auf Russisch. Ich war hocherfreut. Ich glaube, sie fand es auch schön.
Ursprünglich kommt sie aus der Ukraine. Im Gespräch erzählte sie mir, wie sie als Flüchtling über verschiedene Stationen schließlich nach Spanien gelangte. Dort lebt sie heute mit ihrer Tochter bei einer spanischen Familie. Was mich besonders beeindruckte: Nach nur zwei Jahren spricht sie bereits Englisch und zudem ein bemerkenswert gutes Spanisch.
Auch bin ich mit einem Deutschen mit dem Namen Franz ins Gespräch gekommen, der seit 40 Jahren in Portugal wohnt. Er betreibt, wenn ich das richtig verstanden habe, eine eigene Solarfirma in Portugal. Ich solle mal vorbeischauen, wenn ich in der Nähe bin, meinte er nur.
Auch begegneten mir mehrfach zwei Koreaner aus Südkorea, bis wir letztendlich dann ebenfalls die Nummern ausgetauscht hatten.
Was vom Jakobsweg wirklich bleibt💟
Verrückt irgendwie ist das schon alles. Wie viele tolle, einzigartige Begegnungen man auf dem Weg erlebt. Der pure Wahnsinn, einfach.
Man kann nicht immer alles in Worte fassen, für manches komme ich nicht dazu, es schriftlich festzuhalten. Dadurch bleibt manches für immer unter Verschluss oder taucht irgendwann zum späteren Zeitpunkt wieder auf.
Wir werden sehen 🎁.
🏃♂️Schritte: 19104
🏡Übernachtung: Albergue
💶Ausgaben:
2 € – 2x Kaffee am Automaten
1,50 € – Kaffee
15,30 € – Restaurant, Kaffee, Tortilla, 2xApfelkuchen
13€ – Zertifikat km, Verpackung, Socken, Schlüsselanhänger
16 € – Übernachtung
47,80€ – Gesamtbetrag







Warum ein wenig Spanisch zu kennen sich immer lohnt 👨🎓
Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.
Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur. Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.
Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.
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Weitere Etappen meiner Reise 🗺️
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Mehr Inspiration für deinen eigenen Jakobsweg
Eine Pilgerreise verändert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich näher mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschäftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse für den eigenen Weg mitnehmen.
Besonders interessant fand ich das E-Book „Bewusst auf dem Jakobsweg“ von Christoph Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf über 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse für Menschen, die sich auf den Weg machen möchten – sei es körperlich, mental oder spirituell.
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2 Antworten auf „Ankunft in Santiago de Compostela am 178. Tag – 🎉😌🌥️“
Congratulation Jakob
Danke Philipp 🙏