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Mein Jakobsweg 2023-2024

Etappe von Arzúa nach Lavacolla – 177. Tag auf dem Jakobsweg

Etappe von Arzúa nach Lavacolla

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Santiago ist jetzt tatsächlich nur noch einen Katzensprung entfernt. 28,5 Kilometer führen mich heute von Arzúa nach Lavacolla – begleitet von reichlich Regen und ständig wechselndem Wetter. Unterwegs kommt es zu einem schönen Wiedersehen mit Nuria, die ich bereits in Sarria kennengelernt und gestern noch einmal gesehen hatte. Wir umarmen uns, reden miteinander und tauschen unsere Nummern aus. Am Abend lande ich schließlich in der noch sehr neuen und für mich ausgesprochen schönen Albergue A Fábrica.

Und dann steht da diese unglaubliche Zahl: Noch 10 Kilometer bis Santiago. Morgen sollte ich tatsächlich ankommen.

Die letzten Kilometer vor Santiago 🥰

Nach der Etappe von Arzúa nach Lavacolla ist es 19:04 Uhr. Ich bin in Lavacolla in einer ultraschönen Albergue. Die Albergue a Fabrica hat letztes Jahr 2023 eröffnet und wirkt deshalb sehr hochwertig.

Der Tag war sehr verregnet. Es schüttete ohne Ende und abwechslungsreich. Mal Regen, mal keiner, dann wieder viel Regen, dann weniger.

Wie im April. Eigenartig. Aber der Regen konnte mir nichts antun, weil ich durch meine Regenkleidung halbwegs gut geschützt bin.

Begegnungen auf der Etappe von Arzúa nach Lavacolla

Beim Einkehren nach ungefähr drei guten Stunden bin ich in eine Kaffee- und Snackbar gegangen, es bot sich gerade an, und traf wieder Nuria. Wir haben uns ja schon gestern im Restaurant das letzte Mal gesehen.

Ich wollte nämlich gerade aufbrechen, als sie dann aus dem Nichts die Chance ergriff und mich ansprach. Ich war kurz verwundert und gleichzeitig erfreut.

Zum ersten Mal sind wir vor ein paar Tagen in Sarria ins Gespräch gekommen. Und heute wieder, was für ein Zufall.

Oder sollte das kein Zufall sein?

Heute ist sie alleine unterwegs. Nach einer herzlichen Umarmung saßen wir gemeinsam am Tisch und unterhielten uns ein wenig. Auch tauschten wir unsere Nummern aus, denn sie wohnt nicht weit von Deltebre, nämlich nur 100 km. Sind quasi fast Nachbarn.

Da ich bisher nicht wirklich viele spanische Freunde habe, schon gar nicht in der Nähe, wo ich mich später aufhalten werde, bin ich schon sehr froh um neue Kontakte, mit denen ich mich auch verstehe und vielleicht sogar hin und wieder Englisch oder Spanisch sprechen kann, um mehr in die Praxis zu kommen.

Nach einem kurzen Gespräch ist sie dann auch schon wieder aufgebrochen. Schön war es aber dennoch und sehr herzlich. 💌

Ich saß noch eine Weile da, trank meinen Kaffee und bestellte mir eine Kleinigkeit, ein Sandwich (span. Bocadillo) und eine Cola. Danach bin ich, aufgewärmt durch den Kamin – ich saß glücklicherweise direkt gegenüber – und gut gestärkt aufgebrochen.

In der Albergue La Fabrica

In der Albergue selbst gibt es nicht viele Leute. Einer war schon da, ein Pilger, den ich schon vor ein paar Tagen gesehen hatte. Später kam noch Imma hinzu aus Andalusien, die für ein paar Tage in Santiago gewesen war und morgen wieder zurückfliegt. Ein hübsches Mädchen. Wir sprachen ein paar Worte. Zu mehr kam es aber erst einmal nicht.

Immerhin will ich auch arbeiten, diesen Text schreiben, über den Tag nachsinnen und einfach mal für mich sein😊.

Santiago fest im Visier nach der Etappe von Arzúa nach Lavacolla 👀

Mittlerweile ist es auch schon 19:50 Uhr. Ich bin müde. Ich werde noch eine Kleinigkeit essen und dann war es für heute auch schon gewesen.

Morgen ist Santiago im Visier.

Ich bin gespannt, wie es da abläuft. Ein Zertifikat sollte ich sogar bekommen für meine Pilgerung. So läuft es hier ab, habe ich gehört. Unglaublich. Aber das ist die Wahrheit.

Das Zertifikat hat in Spanien sogar einen positiven Einfluss bei der Jobsuche, es erhöht die Chancen, einen Job zu bekommen. Vielleicht gar nicht so eine schlechte Sache, für den Fall, dass ich hier länger bleiben möchte… 🤔


Tagesbilanz

KategorieTag 177
🥾 EtappeArzúa → Lavacolla
📏 Distanz28,5 km
🏃‍♂️ Schritte39.787
🌧️ Wettersehr wechselhaft und immer wieder starker Regen
🧥 AusrüstungRegenkleidung hält mich halbwegs trocken
Pause unterwegsKaffee- und Snackbar mit Kamin
💌 WiedersehenNuria
🤗 Besonderer Momentherzliche Umarmung und Nummernaustausch
🥪 StärkungBocadillo, Cola und Kaffee
🔥 Aufwärmendirekt gegenüber vom Kamin
🏡 ÜbernachtungAlbergue A Fábrica
👋 BegegnungImma aus Andalusien
✍️ AbendSchreiben, Nachdenken und Zeit für mich
🛏️ Übernachtung10,62 €
2× Kaffee3,20 €
🥪🥤 Snack & Cola7,20 €
💶 Ausgaben gesamt21,02 €
👀 Distanz bis Santiago10 km

Fazit des Tages

Zehn Kilometer.

Mehr trennen mich heute Abend nicht mehr von Santiago de Compostela.

Nach all den Monaten klingt diese Zahl beinahe absurd.

Der heutige Tag selbst war noch einmal richtig nass. Regen, Pause, wieder Regen, weniger Regen und dann erneut Regen. Aber inzwischen war ich darauf eingestellt. Meine Regenkleidung tat ihren Dienst und ich ließ mich davon nicht mehr sonderlich beeindrucken.

Viel schöner war die Begegnung mit Nuria.

Wir waren uns bereits mehrfach begegnet und ausgerechnet heute, unmittelbar vor Santiago, trafen wir wieder aufeinander. Eine herzliche Umarmung, ein gemeinsames Gespräch und schließlich der Austausch unserer Nummern.

Vielleicht Zufall.

Vielleicht auch nicht.

Ich freute mich jedenfalls darüber.

Am Abend erreichte ich Lavacolla und mit der Albergue A Fábrica eine Unterkunft, in der ich mich richtig wohlfühlte. Die Albergue war tatsächlich erst 2023 eröffnet worden – mein Eindruck, dass hier alles noch ziemlich neu war, täuschte mich also nicht.

Doch eigentlich kreisten meine Gedanken längst um morgen.

Santiago.

Nach Monaten des Laufens, unzähligen Begegnungen, Regen, Sonne, Kälte, Schmerzen, Umwegen und all den Gedanken unterwegs sollte ich am nächsten Tag tatsächlich dort stehen.

Noch 10 Kilometer. Eine einzige kurze Etappe – und dann bin ich in Santiago de Compostela. 🥾❤️🇪🇸

Buen Camino

Wenn es mal nicht geschüttet hat, habe ich ein paar Fotos gemacht 😉


Bildergalerie – Arzua nach Lavacolla📸

Diese Bilder zeigen einige besondere Momente und Landschaften auf meiner Wanderung von Arzúa nach Lavacolla. Eine Etappe voller Natur, Ruhe und Vorfreude auf das näherrückende Ziel.

Nasser Weg durch Felder unter dramatischem Himmel.
Ein wechselhafter Tag auf dem Weg nach Santiago

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Eine Antwort auf „Etappe von Arzúa nach Lavacolla – 177. Tag auf dem Jakobsweg“

Wir waren den ganzen Weg geistig mit dir und sind sehr glücklich, das du es geschafft hast. Unser Leben ist immer ein Weg. Wir geben nur verschiedene Namen, den Abschnitten, aber es geht immer weiter. Wir wünschen dir alles Gute und Gottes Segen zum neuen Abschnitt deines Lebens.

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