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Mein Jakobsweg 2023-2024

Etappe von Molinaseca nach Ponferrada 🌥️️ – 169. Tag auf dem Jakobsweg

Etappe von Molinaseca nach Ponferrada endet früher als geplant 🕑

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Heute wird aus einer geplanten Wanderetappe ganz spontan ein kurzer Tag. Nach gerade einmal 7,2 Kilometern erreiche ich Ponferrada und besichtige zunächst die Burg. Danach treffe ich eine bewusste Entscheidung: Für heute ist Schluss – und morgen möchte ich ebenfalls hierbleiben. Dabei geht es nicht nur um Erholung. Ich merke zunehmend, wie wichtig es mir geworden ist, meinen eigenen Weg zu gehen und Abstand zu Menschen zu nehmen, deren Gesellschaft mir nicht guttut. Den Abend verbringe ich schließlich ruhig in einer Donativo-Albergue und spiele mit Hospitalera Marie noch eine Runde Karten.

Eine kurze Etappe

Es ist 20:39 Uhr. Auf der Etappe von Molinaseca nach Ponferrada bin ich heute nicht weit gekommen. Gerade einmal 7,2 km lagen zwischen meinem Startpunkt und dem heutigen Ziel.

In Ponferrada habe ich eine Burg besichtigt und anschließend für mich entschieden: Ich bleibe hier. Ich ruhe mich einen Tag aus.

Natürlich könnte man auch weiterlaufen.

Aber ich wollte nicht.

Zum einen war es bereits etwas später, als ich mit der Besichtigung fertig war, und zum anderen wollte ich diesen jungen, Kanadier ehrlich gesagt nicht mehr sehen und mich nicht weiter mit ihm unterhalten.

Einige Gedanken auf der Etappe von Molinaseca nach Ponferrada

Seit ich in der Regel alleine laufe, nehme ich die unterschiedlichsten und verrücktesten Dinge wahr. Es hat sich viel verändert seit Logroño, als sich unsere Gruppe aus Franky, Giom und Lena aus Deutschland aufgelöst hat.

Ich weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist. Aber mit manchen Menschen muss man, glaube ich, nicht dauerhaft laufen. Manchmal ist es besser, etwas langsamer zu machen, Abstand zu gewinnen und die anderen einfach vorbeiziehen zu lassen.

Es ist definitiv nicht immer einfach, mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten umzugehen. Das ist klar.

Und manchmal ist es besser, einfach auf Abstand zu gehen. Es würde jetzt aber den Rahmen sprengen, auf alle Einzelheiten einzugehen.

Etappe von Molinaseca nach Ponferrada klingt in der Albergue aus

Nichtsdestotrotz bin ich nun in Ponferrada in einer Albergue angekommen. Die Nacht kostet so viel, wie man geben kann oder möchte – auf Donativo-Basis.

Ich gebe 10 Euro.

Die Hospitalera heißt Marie. Eine ältere Dame, die gemeinsam mit ihrem Mann hier für zwei Wochen mithilft.

Die Albergue ist in Ordnung. Es gibt Zimmer mit jeweils zwei Hochbetten, also insgesamt vier Betten pro Raum. Ich bin alleine in meinem Zimmer untergebracht.

Es gibt hier auch noch andere Pilger. Ein Pärchen aus Mallorca und noch jemanden. Richtig ins Gespräch komme ich allerdings nicht.

Mit Marie spiele ich nach dem Abendbrot noch ein Kartenspiel, das sie aus Frankreich kennt und dort gerne spielt.


Tagesbilanz

KategorieTag 169
🥾 EtappeMolinaseca → Ponferrada
📏 Distanz7,2 km
🏃‍♂️ Schritte20.783
🕑 Etappebewusst früher beendet
🏰 BesichtigungBurg von Ponferrada
🧘 Entscheidungin Ponferrada bleiben und einen Ruhetag einlegen
🚶 Gedanke des Tagesden eigenen Rhythmus gehen und bei Bedarf Abstand gewinnen
🏡 ÜbernachtungAlbergue de Peregrinos San Nicolás de Flüe
💶 PrinzipDonativo
🛏️ ZimmerVierbettzimmer für mich allein
👩 HospitaleraMarie
🃏 AbendKartenspiel mit Marie
🛏️ Spende Übernachtung10,00 €
☕ Kaffee morgens4,10 €
🛒 Supermarkt7,78 €
☕ Kaffee & Snack8,20 €
💊 Apotheke14,90 €
🏰 Burgbesichtigung4,00 €
💶 Ausgaben gesamt48,98 €

Fazit des Tages

Gerade einmal 7,2 Kilometer.

Für meine Verhältnisse war das heute eigentlich kaum eine richtige Etappe. Trotzdem fühlte es sich richtig an, in Ponferrada Schluss zu machen.

Nach der Besichtigung der Burg hätte ich durchaus weiterlaufen können.

Aber ich wollte nicht.

In den vergangenen Wochen hat sich etwas verändert. Seit sich unsere kleine Gruppe mit Franky, Giom und Lena in Logroño aufgelöst hat, bin ich viel häufiger alleine unterwegs. Dadurch nehme ich nicht nur meine Umgebung anders wahr, sondern offenbar auch die Menschen, denen ich begegne.

Nicht mit jedem muss man über Tage oder Wochen gemeinsam laufen.

Manchmal passt es. Manchmal eben nicht.

Und manchmal besteht die einfachste Lösung darin, das eigene Tempo zu verändern, einen Tag länger zu bleiben und den anderen weiterziehen zu lassen.

Genau das wollte ich diesmal tun.

So wurde Ponferrada für mich nicht einfach nur zu einem Zwischenstopp, sondern zu einer bewusst gesetzten Pause.

Am Abend wurde es dann angenehm ruhig. Ich war allein in meinem Zimmer und spielte nach dem Essen noch mit Marie Karten.

Der Camino hat für mich noch nie bedeutet, möglichst viele Kilometer auf Biegen und Brechen zu schaffen. Manchmal bedeutet er auch, stehenzubleiben, Abstand zu gewinnen und anschließend im eigenen Rhythmus weiterzugehen. 🥾🏰🃏

Buen Camino


Bildergalerie – von Molinaseca nach Ponferrada 🏰

Auf dem Weg von Molinaseca nach Ponferrada wechseln sich ruhige Natur, historische Bauwerke und die Vorfreude auf das nächste Abenteuer ab. Hier findest du einige Momentaufnahmen dieser besonderen Etappe.


Wissenswertes über Ponferrada und die Tempelritter 🏰

Wer heute durch Ponferrada läuft, begegnet unweigerlich der beeindruckenden Burg der Tempelritter. Was viele Pilger jedoch nicht wissen: Diese Festung war im Mittelalter weit mehr als nur eine Burg.

Im 12. Jahrhundert übernahmen die Tempelritter den Schutz dieses wichtigen Abschnitts des Jakobswegs. Damals war das Pilgern deutlich gefährlicher als heute. Räuber, Überfälle und unsichere Wege gehörten für viele Pilger zur Realität. Die Tempelritter sorgten deshalb entlang wichtiger Abschnitte des Camino für Sicherheit und Schutz.

Die Burg von Ponferrada wurde dabei zu einem bedeutenden Stützpunkt des Ordens. Von ihrer erhöhten Lage aus konnten die Tempelritter das Umland gut überblicken und mögliche Gefahren frühzeitig erkennen. Gleichzeitig bot die Festung Pilgern einen sicheren Orientierungspunkt auf ihrem langen Weg nach Santiago de Compostela.

Doch ihre Aufgabe bestand nicht nur im Schutz der Reisenden. Die Tempelritter kümmerten sich auch um Brücken, Wege und die Infrastruktur entlang des Jakobswegs. Dadurch wurde das Pilgern für viele Menschen überhaupt erst möglich.

Wenn man heute vor der mächtigen Burg steht, ist es faszinierend, sich vorzustellen, wie hier vor mehr als 800 Jahren Ritter Wache hielten und Pilger auf ihrem beschwerlichen Weg begleiteten. Die Burg ist deshalb nicht nur ein beeindruckendes Bauwerk, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis der Geschichte des Jakobswegs und der besonderen Rolle, die die Tempelritter für Generationen von Pilgern spielten.

Illustration der Tempelritterburg von Ponferrada mit Informationen über den Schutz der Pilger auf dem Jakobsweg.
Die Tempelritter machten Ponferrada zu einem wichtigen Schutz- und Stützpunkt für Pilger auf dem Jakobsweg.

Warum ein wenig Spanisch zu sprechen sich immer lohnt 🏆

Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen.

Pilger aus verschiedenen Ländern unterhalten sich fröhlich unterwegs
Sprache schafft Nähe – auch mit wenigen Worten.

Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.

Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur.

Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.

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Weitere Etappen meiner Pilgerreise 🗺️

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Eine Pilgerreise verändert oft mehr als nur den Blick auf die Landschaft. Wer sich näher mit den Erfahrungen und Erkenntnissen des Jakobswegs beschäftigen möchte, kann von den Geschichten und Erlebnissen anderer Pilger wertvolle Impulse für den eigenen Weg mitnehmen.

Jakobsweg-Inspiration mit Geschichten und Erfahrungen von Christoph Herrmann
Jakobsweg-Inspiration von Christoph Herrmann

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