Von Condom nach Montréal-du-Gers
🌄 Dieser Tag auf meinem Weg
Heute beginnt der Tag mit einem Abschied. Philipp fährt zurück nach Belgien und unsere gemeinsamen Tage auf dem Jakobsweg enden vorerst. Danach geht es für mich weiter nach Montréal, wo mich zunächst wieder einmal das leidige Thema Unterkunft beschäftigt. Doch am Ende fügt sich alles: ein schönes Gîte, Sonnenuntergang vor der Haustür und völlig unerwartet steht am Abend auch noch David vor mir.
13:11 Uhr – Abschied von Philipp
Es ist 13:11 Uhr. Das Wetter ist bewölkt. Zwischendurch kommt aber gelegentlich die Sonne zum Vorschein.
Philipp ist heute zurück nach Belgien gefahren.
Am Morgen haben wir noch ein letztes Mal miteinander gefrühstückt.
Es war sehr interessant mit Philipp. Ich würde sagen, wir haben uns trotz unterschiedlicher Meinungen zu bestimmten Themen gut verstanden.
Ich wünsche ihm auch auf diesem Wege alles Gute, Gesundheit und interessante Erkenntnisse weiterhin auf seinem Weg.
Vielleicht sieht man sich mal wieder auf ein gemeinsames Bier?
Wer weiß? Nichts ist unmöglich. Irgendwann nach ein paar Jahren?
Ich schließe es jedenfalls nicht aus.
Ich mache gerade eine kleinere Pause. Es sind noch sechs Kilometer bis Montréal, meinem Zielort für heute.
Ich lasse es also etwas gemütlicher angehen. Es gibt keinen Grund zur Eile.
Nach einer kleinen Stärkung wird es aber gleich weitergehen.
15:36 Uhr – und das reservierte Gîte ist geschlossen
Ich bin in Montréal.
Das Gîte, das ich vor ein paar Tagen reserviert hatte, ist geschlossen.
Ob es heute noch aufmacht, weiß ich nicht.
An der Tür hängt ein Zettel, dass jemand gegen 19 Uhr kommen wird. Ich kann nur hoffen, dass es so ist.
Ansonsten weiß ich auch nicht.
Ich gehe vorsichtshalber noch beim Tourismusbüro vorbei. Mal sehen, was die mir sagen können.
17:10 Uhr – Glück gehabt
Ich bin an meiner reservierten Unterkunft, dem Gîte Napoléon.
Ich habe doch noch jemanden per Telefon erreichen können.
Was für ein Glück ich doch habe.
Die Unterkunft ist zudem schön. Ich kann mich gar nicht beschweren.
Großer Wohnbereich. Schönes Bad und es ist sauber.
Ich fühle mich sehr geborgen.
Es gibt, glaube ich, so wie ich es gesehen habe, etwa acht bis zwölf Betten, zwei Bäder und zwei Toiletten.
Die Gîte-Inhaber sprechen Spanisch und Französisch.
Am Abend kann man direkt vor der Haustür der Unterkunft den Sonnenuntergang beobachten und hat einen schönen Ausblick in die Ferne.
Es ist irgendwie romantisch.
Direkt nebenan befindet sich eine Kirche.
Ich bin hocherfreut, wohlgesonnen und sehr dankbar, dass ich heute in einem so schönen Gîte gelandet bin.
Ich kann das Gîte mit ruhigem Herzen weiterempfehlen.
Die Nacht kostet 20 Euro und das ist absolut akzeptabel.
Das Gîte selbst befindet sich direkt am Jakobsweg. Man muss also keine großen Umwege laufen, um wieder auf den Weg zu kommen. 😊
Und plötzlich kommt David
Am Abend ist zudem David noch hinzugekommen.
Mit ihm habe ich gar nicht gerechnet.
Die Dame, die noch hier war und etwas erledigte, sagte mir, es würde noch jemand kommen. Dass es aber David sein sollte, hat mich überrascht.
Ich dachte, er wäre mehr daran interessiert weiterzugehen und nicht in Montréal zu bleiben.
So kann man sich wieder täuschen.
Am Abend haben wir zusammen Pizza gegessen, die ich gerade fertig gebacken hatte, und jeweils ein Bier getrunken.
Die Stimmung war gut und heiter. Wir unterhielten uns bis in den späten Abend.
Die Suche nach Unterkünften bleibt schwierig
Für die nächsten Tage habe ich neben unserer Unterhaltung zwei weitere Unterkünfte kontaktiert und erreicht beziehungsweise jeweils ein Bett reservieren können.
Ich hatte nämlich noch weitere Adressen dabei, die ich vom Tourismusbüro in Cahors erhalten hatte.
Das Buch Miam Miam Dodo ist ehrlich gesagt außerhalb der Saison den Preis von 18 Euro nicht wirklich wert.
Es sind zwar nicht wenige Unterkünfte im Buch gelistet und diese sollten auch offen sein, sind es aber in den wenigsten Fällen.
Das Buch ist für mich bisher eher eine Enttäuschung als ein Segen für den Pilger.
Das ist natürlich meine persönliche Erfahrung während meiner Reise in der Nebensaison. Öffnungszeiten und Angaben können sich ändern.
Tagesbilanz
| Kategorie | Tag 127 |
|---|---|
| 🥾 Etappe | Condom → Montréal-du-Gers |
| 🏃♂️ Schritte | 26.209 |
| 🏡 Übernachtung | Gîte Napoléon |
| 🤝 Begegnungen | Abschied von Philipp, Wiedersehen mit David |
| 🍕 Abend | Pizza, Bier und Gespräche mit David |
| 🛏️ Übernachtung | 20,00 € |
| 🛒 Lebensmittel | 20,36 € |
| 💶 Ausgaben gesamt | 40,36 € |
Fazit des Tages
Heute lagen Abschied und Wiedersehen ziemlich nah beieinander.
Am Morgen verabschiedete ich mich von Philipp. Wir waren sicherlich nicht bei jedem Thema einer Meinung, aber gerade das machte unsere Gespräche interessant. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege irgendwann tatsächlich wieder bei einem gemeinsamen Bier.
In Montréal folgte dann zunächst der nächste kleine Schreck: Das reservierte Gîte war geschlossen. Nach meinen Erfahrungen der vergangenen Tage genau das, was ich eigentlich nicht schon wieder gebrauchen konnte.
Doch ich hatte Glück. Ich erreichte jemanden und konnte schließlich hinein. Und was mich dort erwartete, gefiel mir richtig gut: eine schöne, saubere Unterkunft, ein weiter Ausblick und am Abend der Sonnenuntergang direkt vor der Haustür.
Und dann tauchte auch noch David auf.
Wieder einer dieser Momente, in denen ich dachte, einen Menschen wahrscheinlich nicht mehr zu sehen – und plötzlich sitzt man am selben Abend zusammen bei Pizza und Bier.
Auf dem Jakobsweg verabschiedet man sich ständig. Aber manchmal dauert ein Abschied eben nur bis zum nächsten Gîte. 😊🥾
Buen Camino
💡 Gut zu wissen:
Montréal-du-Gers
Montréal-du-Gers ist nicht nur eine Station auf dem Jakobsweg, sondern eine mittelalterliche Bastide aus dem Jahr 1255 und zählt heute zu den „Schönsten Dörfern Frankreichs“. Noch immer prägen alte Befestigungsreste, Fachwerkhäuser, schmale Gassen und ein von Steinarkaden umgebener Platz den Ort.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt außerdem die gallorömische Villa von Séviac. Die Überreste dieses großen Landsitzes aus dem 4. Jahrhundert sind vor allem für ihre rund 625 m² farbigen Mosaikböden bekannt. Damit begegnen sich rund um Montréal auf engem Raum römische Antike, Mittelalter und heutiger Jakobsweg.
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