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Mein Jakobsweg 2023-2024 Spanien 2024

0. Tag – Im Bus nach Barcelona und Deltebre 🌥️ in ein neues Leben 🤔

Mein erster Abend in Deltebre nach dem Jakobsweg

Es ist 12:35 Uhr. Ich bin im Bus nach Barcelona. Es ist schrecklich, die Nacht im Bus zu verbringen. Richtig liegen kann man nicht. Richtig schlafen kann man nicht. Es ist unbequem und ungemütlich. Kurz gesagt, einfach nur schrecklich.

Jetzt geht’s aber auch schon wieder, wenn man nicht schlafen muss. Einfach nur sitzen ist okay. Vorhin bei einer Pause trank ich sofort zwei Kaffeetassen und dazu eine Napolitano (Blätterteig mit Schokolade) und ein Stück Tortilla.

Das Wetter war am Morgen schön sonnig, und nun ist es vernebelt. In ca. zwei Stunden erreiche ich Barcelona. Mit dem nächsten Zug fahre ich direkt weiter nach Amposta, Nähe Deltebre, und werde voraussichtlich gegen 18 Uhr ankommen.

Die lange Rückreise mit Bus und Bahn🚅 nach Deltebre…

Tanja und ihre Tochter haben mich vom Bahnhof in L’Ampolla abgeholt und nicht in Amposta. Mit einer herzlichen Umarmung begrüßten wir uns. Ich machte mir schon Sorgen, weil der Zug fast eine halbe Stunde Verspätung hatte.

„Das macht aber nichts“, sagte sie. „Alles in Ordnung.“

Die Aussicht aus dem Zug war schön. Ich hatte einen Fensterplatz und sah immer wieder das Meer. Ein faszinierender Anblick.

Endlich angekommen 😌

In Deltebre angekommen, zeigte mir Tanja die grundlegendsten Dinge, die ich über das Haus wissen sollte. Dann verabschiedete sie sich und verschwand in der Dunkelheit.

So, jetzt bin ich angekommen.

Wie geht es weiter?

Im Kühlschrank gab es noch Wein und Bier von den Inhabern, meinen Eltern, hinterlegt. Ich entschied mich für ein Glas Rotwein, zündete den Kamin an und setzte mich erst einmal eine lange Zeit hin.

Wie sollte es indessen weitergehen?

Das ging mir wieder durch den Kopf.

Viel machen möchte ich zudem eh nicht mehr. Warum auch? Und was sollte es sein?

Zum einen bin ich logischerweise durch die Fahrt müde, zum anderen ist es nicht gerade früh, um noch etwas zu unternehmen.

Also Kamin, Rotwein und ab ins Bett?

Dem war aber nicht so. Zumindest nicht gleich.

Ein unerwarteter Besuch am Abend 😱

Es erwartete mich später am Abend eine kleine Überraschung.

Es klopfte plötzlich am Fenster.

Wer kann das jetzt sein?

Ich meldete mich mit einem lauten „Jaaaaa?“ – wie halt die Deutschen sind – und öffnete das Fenster. Ich konnte aber niemanden erkennen.

Ich sagte: „Einen Moment“, und ging hinaus.

Dann sah ich einen Haufen Menschen.

Die Polizei.

Oh mein Gott, dachte ich. Auch das noch.

Von Weitem sagte ich, um die Sache etwas zu entschärfen:

„I am the son.“

Als ich mich näherte, sah ich zwei Polizisten, etwas Uniformiertes und zwei weitere Menschen. Zivilisten? Keine Ahnung. Vielleicht die Nachbarn.

Es stellte sich heraus, dass die Nachbarn direkt gegenüber die Polizei alarmiert hatten. Sie dachten, dass in das Haus eingebrochen wird. Das passiert hier wohl hin und wieder, hörte ich heraus.

Ich bemerkte aber auch, dass ihnen die Situation inzwischen etwas peinlich war.

Die Polizei verlangte dennoch meinen Ausweis. Ich holte ihn schnell aus dem Haus und zeigte ihn vor.

Die Beamten machten ein Foto davon und fragten mich, wie ich hierhergekommen sei, da kein Auto vor dem Haus stand.

Ich erklärte ihnen, dass ich gerade vom Camino zurückkomme und mit Bus und Zug angereist bin.

Sie nickten verständnisvoll.

Danach entschärfte sich die Situation schnell.

Ich versuchte anschließend noch auf Spanisch mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Ich fragte nach ihren Namen und stellte mich selbst vor.

Carmen und Paco, glaube ich, verstanden zu haben.

Wir wünschten uns gegenseitig eine gute Nacht und verschwanden wieder in unseren Häusern.

Wow.
Was für ein Abend.
Und was für Nachbarn.

Vielleicht hätte ich mich zuerst bei ihnen vorstellen sollen, bevor ich einfach ins Haus ging. Nun gut. Jetzt ist es passiert.

Man kann sich jedenfalls glücklich schätzen, solche Nachbarn zu haben.

Auch wenn die Situation für alle Beteiligten zunächst etwas unangenehm war. Mit diesem Gedanken ließ ich den Abend schließlich ausklingen.


💶Ausgaben:

3,50€ – Kaffee + Napolitano

3,20€ – Kaffee + Tortilla


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Besonders interessant fand ich das E-Book „Bewusst auf dem Jakobsweg“ von Christof Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf über 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse für Menschen, die sich auf den Weg machen möchten – sei es körperlich, mental oder spirituell.

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