Ruhetag in Castrojeriz mit Halsschmerzen und viel Tee
Es ist 05:35 Uhr und ich bin schon fleißig. An meinem Ruhetag in Castrojeriz mache ich Atemübungen.
Zudem konnte ich nicht mehr richtig schlafen, weil seit gestern mein Hals immer mehr angefangen hat, wehzutun . Ich hoffte, dass es sich legen würde, tat es aber nicht.
Also entschloss ich mich, aufzustehen und eine oder mehrere Tassen Tee zu trinken. Das hilft tatsächlich etwas und lindert meine Schluckbeschwerden.
Heute werde ich daher in der Albergue bleiben und viel Tee trinken. Vitamin C habe ich leider nicht mehr. Meine letzten Vitamin-C-Tabletten habe ich gestern Abend eingenommen.
Ich kann nur hoffen, dass ich etwas in der Apotheke vor Ort finde, sofern sie überhaupt geöffnet hat. Heute ist Sonntag.
Geburtstag und Begegnungen am Ruhetag in Castrojeriz
Zeit: 13:33 Uhr: Ich war eine kleine Runde einkaufen und sitze nun in einem Café und trinke Kaffee. Ich hoffte, dass der Kaffee besser ist als in der Unterkunft. Ist er aber nicht.
Nachher kommt Zoe, meine neue koreanische Freundin. Sie weiß noch gar nicht, dass ich einen weiteren Tag in Castrojeriz geblieben bin.
Draußen ist es echt saukalt. Mich friert es bis in die Zehenspitzen. Einfach nur Wahnsinn, wie kalt es hier in Spanien sein kann.
Mir kommt es sogar so vor, als wäre es momentan kälter als in Deutschland oder Österreich. Dabei empfand ich es bisher so, dass es in meiner Heimat deutlich wärmer war.
Im Café ist es zum Glück warm und angenehm.
Draußen liegt zudem dichter Nebel. Meinem Hals geht es derweil besser. Ich freue mich darüber. Wenigstens etwas Gutes, das die derzeitige Kälte etwas erträglicher macht.
An der Theke fragte ich die Dame, ob es hier immer so kalt sei. Sie sagte sogar, dass es manchmal noch deutlich kälter werden könne.
Ich erschrak ein wenig darüber. Vielleicht war ich sogar entsetzt.
Wie kann das sein?
Ich bestelle mir noch einen Espresso. Der schmeckt deutlich besser. Ich freue mich darüber.
Zeit: 15:57 Uhr:
Ich sitze mit meinen drei koreanischen Freunden – Kim, Zoe und Hyan – am Tisch. Wir essen und trinken Wein beziehungsweise Cola Zero.
Zuerst gab es ein Gericht von mir: Pasta mit Linsen, Tomatensauce, Knoblauch und Zwiebeln.
Danach gab es ein internationales Gericht mit Pasta, Tomatensauce, Würstchen und koreanischen scharfen Gewürzen.
Gedanken über Zeit und Intuition am Ruhetag in Castrojeriz
Zeit: 21:59 Uhr: Ich liege im Bett. Für morgen ist alles vorbereitet. Die Brote sind geschmiert und mit Käse und Wurst belegt.
Ich habe meinen Tag insgesamt gut verbracht.
Zum Abend hin war ich einige Stunden für mich alleine. Ich bin hinausgegangen und habe Atemübungen gemacht. Und zwar richtig viele diesmal.
Es war zwar kalt, aber mit den Atemübungen war alles halb so wild.
Später bin ich wieder zurückgekehrt. Gegen 20 Uhr kam ich zurück zur Albergue. Keiner war da. Die Koreaner waren essen gegangen.
Gegen 19 Uhr hatten sie versucht, mich zu erreichen. Zoe hatte versucht, mich anzurufen.
Wie so oft bin ich schwer bis gar nicht erreichbar. Mein Telefon ist zum einen auf lautlos gestellt, zum anderen sind nahezu alle Benachrichtigungen deaktiviert.
So ist das bei mir. Ich bevorzuge die Stille um mich herum und das, was man Bauchgefühl oder Intuition nennt.
Im Nachhinein glaube ich sogar, dass ich gegen 19 Uhr etwas wahrgenommen hatte. Ich wollte es nur nicht wahrhaben. Ich wollte reagieren, aber irgendetwas hielt mich davon ab.
Interessant irgendwie.
Jedenfalls erinnert mich das alles ein wenig an Silke.
Mit manchen Menschen muss man nicht viel reden. Man versteht sich einfach. Fast blind würde ich mal sagen, ohne Worte.
Die Koreaner waren nochmals im Dorf essen und wollten mich mitnehmen. Als sie zurückkamen, überkam mich für einen Moment das Gefühl, die Zeit zurückdrehen zu wollen.
Wie nett von Zoe, mich erreichen zu wollen. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Immerhin hatten wir ja bereits gemeinsam zu Mittag gegessen.
Zoe meinte nur, man könne an Tagen wie diesen – an Geburtstagen – gar nicht genug essen.
Kim bemerkte wohl, dass ich innerlich versuchte, die Zeit zurückzudrehen. Aber die Zeit geht nun einmal nur nach vorne.
Wir können den Augenblick nicht zurückholen.
Die Chance zu reagieren war vorbei.
Die Frage, die sich mir immer wieder stellt, lautet: Nutzen wir die Gunst der Stunde intensiv genug?
Oder verpassen wir unser Leben, vielleicht sogar die Dinge, die uns eigentlich wichtig sind?
Ich merke wieder einmal, wie begrenzt unsere Zeit hier auf Erden doch ist.
Umso wichtiger erscheint es mir, zu wissen, wohin wir im Leben eigentlich steuern möchten.🎯
🏃♂️Schritte: 5481
🏡Übernachtung: Albergue Municipal
💶Ausgaben:
7,00 € – Übernachtung
15,30 € – Lebensmittel
5,00 € – Kaffee,




Die Burg von Castrojeriz – Wahrzeichen der Stadt
Die Burg von Castrojeriz erhebt sich auf einem Hügel über der Stadt und prägt das Landschaftsbild der Region. Ihre Ursprünge reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, wobei die Anlage über Jahrhunderte immer wieder erweitert und befestigt wurde.
Für Pilger ist die Festung schon von weitem sichtbar und dient oft als markanter Orientierungspunkt entlang des Jakobswegs.
Wer Zeit und Energie hat, kann den Aufstieg zur Burgruine wagen und wird mit einem beeindruckenden Blick über die kastilische Hochebene belohnt. Die Burg erinnert noch heute an die strategische Bedeutung von Castrojeriz während der Reconquista und des mittelalterlichen Pilgerverkehrs.
Burgberg und Festung von Castrojeriz 🏰
Die Ursprünge von Castrojeriz reichen bis etwa 2000 v. Chr. zurück. Die Siedlung entstand auf dem Hügel, auf dem sich heute die Burg befindet.
Die Festung steht auf einem markanten Berg, der der Umgebung den Namen „Castro“ gab. Die ersten bekannten Befestigungen stammen aus dem 9. Jahrhundert.
Die Burganlage besteht aus mehreren Bauphasen:
- einem Turm aus dem 9. Jahrhundert, der auf römischen Fundamenten errichtet wurde,
- einem weiteren Turm sowie dem Hauptturm aus dem 11. Jahrhundert,
- zusätzlichen Verteidigungsanlagen aus dem 14. Jahrhundert.
Im 16. Jahrhundert wurde die Festung schließlich an die Anforderungen der damaligen Artillerie angepasst.

Castrojeriz im Überblick
Nach meiner Ankunft in Castrojeriz fiel mir diese Informationstafel mit dem Stadtplan ins Auge. Sie zeigt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die historischen Stadtmauern und den Verlauf des Jakobswegs durch den Ort.
Castrojeriz gehört zu den geschichtsträchtigsten Stationen auf dem Camino Francés und erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang der Pilgerroute.

Warum ein wenig Spanisch zu sprechen sich immer lohnt 🏆
Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.
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Weitere Etappen meiner Reise 🗺️
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