Am Campingplatz in Walscheid und ein bisschen Komfort
Zeit: 11:50 Uhr
Ich bin unterwegs nach Walscheid.
Der Wald ist dicht und wunderschön.
Es ist niemand da.
Nur ich, die Vögel und die Natur.
Gestern an der Hütte besuchte mich noch ein Mann, der selbst viel in dieser Gegend unterwegs ist.
Heute Morgen gegen 11 Uhr kam dann eine ganze Gruppe Frauen vorbei.
Mal sehen, was mich in Walscheid erwartet.
Bekomme ich dort Strom?
Im Moment regnet es jedenfalls nicht.
Heute Morgen allerdings noch wie aus Strömen.
Zeit: 16:22 Uhr
Ich bin auf einem schönen Campingplatz angekommen.
10 Euro die Nacht.
Das ist völlig in Ordnung.
Vielleicht bleibe ich sogar zwei Nächte und erhole mich erst einmal ein wenig?
Das wird sich noch zeigen.
Zunächst möchte ich alles Notwendige erledigen:
Wäsche waschen, Schuhe trocknen und wichtige Nachrichten schreiben.
Außerdem gibt es hier einen schönen See und damit sogar eine Bademöglichkeit. 😊
Zeit: 20:58 Uhr
Ich bin kein Fan von Campingplätzen.
Ich mag es wild, einsam, ruhig und allein.
Natürlich ist es hier nett und schön.
Man hat alles: Dusche, Wasser, Toilette und Strom.
Und man bekommt alles, was man braucht: Getränke, Snacks und Essen.
Aber dieses einsame, ruhige und wilde Gefühl kann mir ein Campingplatz einfach nicht bieten.
Ich freue mich schon auf die nächsten Wilddays.
Irgendwo im Wald, abgelegen auf einer Wiese, zwischen Rehen und Hasen.
Aber gut – worüber beschwere ich mich eigentlich?
Für einen Tag kann man schließlich auch einmal wie Gott in Frankreich leben. 😋
Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wo ich einen passenden Aufsatz für meine Gaskartusche bekomme.
Vielleicht in einer der nächsten größeren Städte?
Persönliches Fazit – Komfort ist schön, Freiheit ist schöner
Heute habe ich etwas Interessantes über mich selbst festgestellt.
Nach all den Tagen draußen könnte man meinen, ich würde mich über einen Campingplatz mit Dusche, Toilette, Strom und allem Komfort riesig freuen.
Und natürlich tut es gut, die Wäsche zu waschen, die Schuhe zu trocknen, die Akkus aufzuladen und sich selbst wieder richtig frisch zu machen.
Trotzdem fehlt mir etwas.
Die Ruhe. Die Einsamkeit. Das Wilde.
Ich habe mich mittlerweile so sehr an das einfache Leben draußen gewöhnt, dass sich ein Platz irgendwo im Wald oder auf einer abgelegenen Wiese für mich fast natürlicher anfühlt als ein Campingplatz.
Das hätte ich vor meiner Reise wahrscheinlich selbst nicht erwartet.
Aber heute weiß ich: Komfort ist schön – Freiheit ist für mich noch schöner.
Und trotzdem darf ich heute einmal genießen, was ich hier habe.
Duschen, waschen, Akkus laden, vielleicht noch in den See springen und für einen Tag einfach wie Gott in Frankreich leben.
Morgen oder übermorgen wartet schließlich wieder die Wildnis auf mich. 🦅
Unterwegs Richtung Walscheid
Mein Weg führt mich weiter durch die dichten Wälder in Richtung Walscheid. Immer wieder öffnen sich zwischen den Bäumen schöne Ausblicke hinunter ins Tal auf die kleinen Ortschaften, bevor der Weg wieder im Wald verschwindet.
Die Landschaft ist hier abwechslungsreich. Schmale Waldwege führen an moosbewachsenen Hängen entlang, und zwischendurch tauchen mächtige Felsformationen auf, die fast wie natürliche Höhlen und Unterstände wirken. Gerade solche Stellen machen das Unterwegssein für mich interessant – man weiß am Morgen nie genau, was einem im Laufe des Tages begegnen wird.
Mit meinem Rucksack geht es weiter, Schritt für Schritt auf meinem Pilgerweg durch Frankreich und meinem nächsten größeren Ziel Toul entgegen. Walscheid ist dabei einer der Orte, die nun vor mir auf dem Weg liegen.


Kleine Entdeckung am Wegesrand
Zwischendurch fielen mir im Wald immer wieder solche hellen, zerbrochenen Steine auf. Warum sie so aussahen und um welche Art von Gestein es sich handelte, kann ich heute nicht mehr genau sagen. Ich erinnere mich aber noch daran, dass mir die ähnlich wirkenden Bruchstücke merkwürdig vorkamen – immer wieder lagen sie scheinbar aus dem Nichts am Wegesrand. Gerade deshalb habe ich sie damals fotografiert. Eine dieser kleinen Beobachtungen auf dem Jakobsweg, die mir im Gedächtnis geblieben sind.


Auf dem Weg nach Walscheid
Mein Weg führte mich weiter durch die ruhige Landschaft in Richtung Walscheid. Unterwegs wechselten sich Waldwege und kleine Ortschaften immer wieder ab. Am Wegesrand entdeckte ich zwei Pferde, die ruhig zwischen den Bäumen standen.
Walscheid liegt im Département Moselle und wird von der Gemeinde selbst als Bergort beschrieben, der von Wäldern, Hügeln, Bächen und Felsen geprägt ist. Wandern und Natur spielen dort entsprechend eine große Rolle

Angekommen auf dem Campingplatz
Nach dem langen Tag auf dem Jakobsweg hatte ich meinen Platz für die Nacht gefunden. Auf dem Campingplatz machte ich es mir erst einmal gemütlich, räumte meine Sachen ein wenig aus und gönnte mir eine Kleinigkeit zu essen. Kein großes Abendessen, sondern einfach etwas Proviant auf der Bank – genau diese einfachen Momente gehörten unterwegs für mich dazu. Danach hieß es erst einmal ankommen, ausruhen und den Tag langsam ausklingen lassen.

Weitere Berichte meiner Pilgerreise 🗺️
Wenn du meinen Weg bis zum Ende verfolgen möchtest, könnten dich diese Beiträge ebenfalls interessieren:










