Die ersten Schritte zum Ende der Welt
🌄 Dieser Tag auf meinem Weg
Santiago liegt hinter mir – und trotzdem gehe ich weiter. Heute beginne ich den nächsten Abschnitt meines Jakobswegs: von Santiago Richtung Fisterra und damit zum Atlantik. Der Weg fühlt sich sofort anders an. Es geht häufiger über Asphalt und ständig auf und ab. Gleichzeitig erinnert mich das grüne, hügelige Galicien überraschend stark an meine Heimat und den Schwarzwald. Am Abend in Negreira treffe ich mit Stella und Kim wieder bekannte Gesichter. Aus dem großen Finale von gestern wird heute plötzlich wieder Pilgeralltag.
Und vor mir liegen noch 65,8 Kilometer bis Fisterra.
Fisterra im Blick
Meine heutige Etappe von Santiago nach Negreira. Es geht also Richtung Fisterra. Die letzten 89 km bis ans Ende der Welt.
Eine Runde Baden?
Es ist 19:54 Uhr und ich bin in einer öffentlichen Albergue. Die Nacht kostet 10 Euro.
Und wieder habe ich das Gefühl, ein Déjà-vu zu haben. Ich war schon mal hier, habe ich das Gefühl. Aber wie und wann? Diese Vorfälle mehren sich. 🤔 Kann das normal sein?
Mir kommt es vor, als gäbe es diese eine oder mehrere Parallelwelten, in denen alles schon passiert ist.
Deswegen kommt mir alles, manchmal mehr, manchmal weniger, auch bekannt vor.
Es ist verrückt. Irgendwie.
Landschaft und Eindrücke bei der Etappe von Santiago nach Negreira
Der Tag selbst war heute sonnig. Es lief sich anders als sonst. Hier auf dem Weg ist es nicht dasselbe.
Mir kommt es wesentlich anstrengender vor.
Vielleicht liegt es auch daran, dass man vermehrt auf der Straße, auf dem Asphalt laufen muss.
Zudem geht es auf und ab. Alles ist grün wie bei uns im Schwarzwald. Es ist schön hier. Keine Frage.
Ich fühle mich witzigerweise heimisch 🥰
Die Vögel zwitschern schön. Es gibt viele Hügel, wie bei uns in der Umgebung. Am Morgen war es aber feucht, kalt. Eine grässliche Kälte. Nass und nicht sonderlich angenehm.
Begegnungen auf der Etappe von Santiago nach Negreira
Hier in der öffentlichen Albergue sind ein paar bekannte Gesichter wie Stella aus Taiwan und Kim aus Südkorea vertreten. Ein paar Neue sind hinzugekommen. Patrizia aus Amerika, Lauren aus Holland, Laslo aus Ungarn und welche, die ich noch nicht kenne. Noch nicht. Es fühlt sich alles etwas familiärer an 🥰
Tagesbilanz
| Kategorie | Tag 179 |
|---|---|
| 🥾 Etappe | Santiago de Compostela → Negreira |
| 🏃♂️ Schritte | 33.385 |
| 🌤️ Wetter | sonnig, morgens feucht und sehr kalt |
| 🌳 Landschaft | grün, hügelig und für mich fast wie im Schwarzwald |
| 🛣️ Weggefühl | anstrengender, häufiger Asphalt und viele Auf- und Abstiege |
| 💭 Gedanke des Tages | erneutes Déjà-vu und Gedanken über Parallelwelten |
| ❤️ Gefühl unterwegs | überraschend heimisch |
| 👋 Bekannte Gesichter | Stella aus Taiwan und Kim aus Südkorea |
| 🌍 Neue Begegnungen | Patrizia, Lauren und Laslo |
| 🏡 Übernachtung | Albergue Municipal |
| 🛏️ Übernachtung | 10,00 € |
| ☕ Kaffee am Morgen | 0,80 € |
| ☕🥪 Kaffee & Snack | 6,85 € |
| 🛒 Lebensmittel | 7,76 € |
| 💶 Ausgaben gesamt | 25,41 € |
| 👀 Distanz bis Fisterra | 65,80 km |
Fazit des Tages
Gestern Santiago.
Heute wieder Rucksack auf und weiter.
Irgendwie fühlt sich das merkwürdig an. Monatelang war Santiago dieses große Ziel. Ich habe es erreicht, stand vor der Kathedrale, holte meine Compostela – und nur einen Tag später laufe ich schon wieder.
Weiter.
Diesmal allerdings in eine Richtung.
Zum Atlantik. Nach Fisterra.
Zum sogenannten Ende der Welt.
Und tatsächlich fühlt sich der Weg anders an. Mehr Asphalt, mehr Auf und Ab und für mich überraschend anstrengend. Gleichzeitig verändert sich die Landschaft. Alles ist grün, die Vögel zwitschern und die Hügel erinnern mich immer wieder an den Schwarzwald.
Fast ein bisschen Heimat in Galicien.
Auch meine Déjà-vus beschäftigen mich weiterhin.
Wieder habe ich dieses eigenartige Gefühl, schon einmal an diesem Ort gewesen zu sein. Woher dieses Gefühl kommt, weiß ich nicht. Meine Gedanken wandern dabei sogar zu Parallelwelten und der Vorstellung, dass manche Dinge vielleicht schon einmal passiert sein könnten.
Ob das irgendetwas bedeutet?
Keine Ahnung.
Aber genau solche Gedanken gehören inzwischen genauso zu meinem Weg wie die Kilometer unter meinen Füßen.
Am Abend tauchen dann wieder bekannte Gesichter auf: Stella und Kim. Gleichzeitig kommen neue Menschen hinzu.
Das gefällt mir.☺️
Santiago war zwar ein gewaltiger Meilenstein, aber mein Weg ist offenbar noch nicht fertig. Nicht zu Ende.
Vor mir liegen noch 65,8 Kilometer bis Fisterra.
Und irgendwo dahinter wartet das Meer. 🌊🐚🥾
Buen Camino
Warum ich nach Fisterra weitergehe
Eigentlich hätte mein Jakobsweg gestern enden sollen. Santiago war von Anfang an mein endgültiges Ziel. Dass ich heute trotzdem wieder meinen Rucksack aufsetze und Richtung Fisterra gehe, verdanke ich auch einer Begegnung weit zurück am Anfang meines Weges. Noch in Deutschland hatte mir eine Frau, die selbst mehrere Jakobswege gegangen war, diesen Weg ans Meer unbedingt empfohlen. Ihre Worte sind mir geblieben. Und heute folge ich dieser Empfehlung.
Warum ein wenig Spanisch zu kennen sich immer lohnt 🏆
Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen. Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.

Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur. Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.
Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.
👉Hier findest du weitere Informationen zum Programm
Weitere Etappen meiner Pilgerreise 🗺️
Wenn du meinen Weg bis zum Ende verfolgen möchtest, könnten dich diese Beiträge ebenfalls interessieren:
- Tag 178: Etappe von Lavacolla bis Santiago
- Tag 180: Etappe von Negreira bis Olveiroa – 34 km
- Mein Jakobsweg ab Saint-Jean-Pied-de-Port bis Muxia
- Mein kompletter Jakobsweg von Bad Wildbad bis Muxia
- Die Geschichte vom Santiago de Compostela (Jakobsweg)
Inspiration für deinen eigenen Jakobsweg?
Wenn dich das Thema Jakobsweg weiter interessiert und du tiefer in die Erfahrungen und Erkenntnisse einer langen Pilgerreise eintauchen möchtest, dann kann ein passender Begleiter für deinen eigenen Weg sehr hilfreich sein.

Besonders interessant fand ich das E-Book „Bewusst auf dem Jakobsweg“ von Christoph Hermann. Darin teilt er seine Erfahrungen auf über 2.900 Kilometern Pilgerweg und gibt zahlreiche Impulse für Menschen, die sich auf den Weg machen möchten – sei es körperlich, mental oder spirituell.
👉 Hier kannst du mehr darüber erfahren: „Einfach bewusst auf dem Jakobsweg – 2904 km, 108 Tage, 4 Länder“