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Mein Jakobsweg 2023-2024

Etappe von Negreira nach Olveiroa 🌧️️- 180. Tag auf dem Jakobsweg

Etappe von Negreira nach Olveiroa

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Heute wartet mit 34 Kilometern eine lange Etappe auf mich. Deshalb geht es bereits um 06:15 Uhr los – hinein in die stockdunkle und feuchtkalte galicische Nacht. Unterwegs treffe ich Laslo und später ausgerechnet in einer Bäckerei Alber wieder. Diese zufällige Begegnung kommt genau im richtigen Moment: Alber hat mein Ladekabel dabei, das ich morgens in der Albergue vergessen hatte. Nach fast 50.000 Schritten erreiche ich Olveiroa. Dort begegnen mir mit Kim, Stella, Patrizia und Lauren weitere bekannte Gesichter. Und aus einem Abend, bei dem ich zunächst gar nicht weiß, was ich machen soll, wird schließlich ein langes Gespräch mit Lauren, das mir als unvergesslich in Erinnerung bleibt.

Ein langer Tag voller Begegnungen 🫠

Bei der Etappe von Negreira nach Olveiroa ist es 19:30 Uhr. Ich bin in Olveiroa in einer Albergue, heute ganz alleine. Niemand möchte mit mir gemeinsam in einem Zimmer sein.

Das Mädchen aus den Niederlanden, „Lauren“, hat, nachdem ich zum Duschen gegangen bin, die Flucht ergriffen und sich ein etwas teureres Einzelzimmer genommen, anstatt mit mir in einem Zimmer zu sein.

Mir soll es recht sein. Sie ist mir nämlich etwas suspekt, aber nett.

Vielleicht empfindet sie für mich das Gleiche?

Jetzt habe ich auch mein Einzelzimmer, bin nämlich hier alleine und kann in Ruhe machen, was nötig ist: Socken reparieren (die sind nämlich verlöchert und müssen geflickt werden), Atemübungen machen und Spanisch lernen, passiv.

Es gibt was zu tun, packen wir es an

Die Etappe von Negreira nach Olveiroa beginnt im Dunkeln 🌘

Der Tag selbst war heute etwas länger und startete deshalb etwas früher als gewöhnlich, nämlich um 06:15 Uhr am Morgen. Die ersten Stunden war es stockdunkel und feuchtkalt. Mit der Stirnlampe machte ich die Nacht zum Tag. Ich konnte sehen, was ich sehen musste, und habe mich auch nicht verlaufen wie einst einmal.

Begegnungen auf der Etappe von Negreira nach Olveiroa

Nach ungefähr 20 km gab es eine erste Einkehrmöglichkeit. Kurz davor traf ich Laslo, den Ungarn von der gestrigen Albergue. Zusammen sind wir auf einen Kaffee in die warme Stube gegangen und haben uns etwas aufgewärmt.

Neben dem Café gab es noch eine Bäckerei. Ich wollte kurz mal reinschauen und fragen, ob ich mit Karte zahlen könnte, denn Bares hatte ich nicht mehr dabei.

Leider konnte man nur bar zahlen, also konnte ich mir für unterwegs auch nichts mehr kaufen. Erfreulicherweise war aber gerade Alber, der Spanier aus Galizien, in der Bäckerei. Er hat nämlich direkt neben mir heute Nacht geschlafen. Wir begrüßten uns freundlich und fragten einander, wie es so läuft auf dem Weg.

Das Erfreuliche war, dass der freundliche Spanier mein Handyaufladekabel mitgenommen hatte. 😀– Richtig cool. Ich bin begeistert und dankbar.

Das hatte ich nämlich heute Morgen im Zuge der früheren Abreise aus der Albergue völlig vergessen, mitzunehmen.

Ich war wie gesagt völlig erstaunt und aus dem Häuschen.

Was für eine Begegnung. Es hätte ja auch alles anders laufen können, aber es lief genau so und nicht anders. Ich wollte in die Bäckerei gehen und traf Alber, und er hatte mein Kabel dabei.

Nach weiteren 14 km war ich auch schon an meinem nächsten Etappenziel für heute angelangt – Olveiroa.

Hier traf ich wieder Kim, der mir schon vorher mit einem anderen Pilger aus Südkorea über den Weg gelaufen war. Später traf dann auch Lauren ein, die eigentlich nur 8 km heute laufen wollte. Da kann man denken, was man will, aber so sieht man sich also wieder.😋

Ein unvergesslicher Abend nach der Etappe von Negreira nach Olveiroa

Nachtrag zum Abend

Am Abend, nachdem ich meine Socken geflickt und meine Atemübungen absolviert hatte, wusste ich nicht, wie und was ich machen sollte. Ich sagte ja zu Lauren, nachdem sie aus dem Zimmer gegangen war – in ein privates Zimmer.

Vielleicht sieht man sich zum Abendessen 🤷‍♂️

Das weiß ich aber noch nicht genau, vielleicht ja, vielleicht nicht. Sieht man dann. Und so verblieben wir. In Google Maps sah ich aber, dass es noch ein anderes Restaurant in diesem Dorf gab. Ich dachte mir, ich schaue dort mal vorbei; die Menükarte schaut nicht schlecht aus.

Das Restaurant war aber leider geschlossen. Nebenan gab es aber die Municipal Albergue. Ich schielte durchs Fenster und entdeckte Stella und Patrizia. Ich klopfte ans Fenster und kam für ein kurzes Gespräch herein.

Stella bereitete gerade etwas zum Abendessen vor. Nach fünf Minuten bin ich jedoch weitergegangen.

Ich bin dann ins Restaurant in meiner Albergue hinein und traf Lauren, die schon am Tisch saß. Ich setzte mich hinzu, und wir sprachen über Verschiedenes aus unserem Leben.

Es war ein langer und irgendwie ein unvergesslicher Abend.


Tagesbilanz

KategorieTag 180
🥾 EtappeNegreira → Olveiroa
📏 Distanz34 km
🏃‍♂️ Schritte49.437
⏰ Start06:15 Uhr
🌘 Morgenstockdunkel und feuchtkalt
🔦 Unterwegserste Stunden mit Stirnlampe
☕ Begegnunggemeinsame Kaffeepause mit Laslo
🔌 Glück des TagesAlber bringt mein vergessenes Ladekabel mit
👋 Weitere BegegnungenKim, Lauren, Stella und Patrizia
🧦 AbendbeschäftigungSocken flicken
🧘 AuszeitAtemübungen und Spanisch lernen
🍽️ Abendlanges Gespräch mit Lauren beim Essen
🏡 ÜbernachtungAlbergue
🛏️ Übernachtung15,00 €
☕ 2× Kaffee2,40 €
🥗 Salat & Getränk11,00 €
☕🥐 Kaffee & Croissant2,80 €
🍽️ Abendmenü11,00 €
💶 Ausgaben gesamt42,20 €
👀 Distanz bis Fisterra32,6 km

Fazit des Tages

Heute waren es 34 Kilometer und fast 50.000 Schritte.

Ein langer Tag.

Schon um 06:15 Uhr ging es los. Stockdunkel, feuchtkalt und nur meine Stirnlampe machte die Nacht ein wenig zum Tag. Immerhin verlief ich mich diesmal nicht.

Und dann zeigte sich wieder einmal, wie eigenartig solche Begegnungen auf dem Jakobsweg manchmal zusammenpassen.

Ich wollte lediglich in eine Bäckerei gehen.

Bargeld hatte ich keines mehr und mit Karte konnte ich dort nicht bezahlen. Eigentlich hätte ich also einfach wieder gehen können.

Doch genau dort stand Alber.

Und Alber hatte mein Ladekabel dabei.

Das Kabel, das ich am frühen Morgen in der Albergue vergessen hatte.

Hätte ich nicht in diese Bäckerei geschaut, hätten wir uns vielleicht überhaupt nicht getroffen. So bekam ich aber mein Kabel zurück und konnte ziemlich begeistert weiterlaufen.☺️

Am Abend nahm der Tag noch einmal eine unerwartete Wendung.

Lauren hatte sich für ein eigenes Zimmer entschieden und ich hatte dadurch ebenfalls mein Zimmer für mich allein. Eigentlich ganz praktisch: Socken flicken, Atemübungen, etwas Spanisch und meine Ruhe.

Später begegnete ich Stella und Patrizia in der anderen Albergue. Danach ging ich zurück und setzte mich im Restaurant zu Lauren.

Und dann redeten wir.

Über unser Leben und über die unterschiedlichsten Dinge wie z. B., warum wir auf dem Jakobsweg unterwegs sind. Was wir beruflich machen und so weiter.

Ausgerechnet mit der Frau, die mir zunächst etwas suspekt vorkam und die sich ein anderes Zimmer genommen hatte, verbrachte ich schließlich einen langen und für mich unvergesslichen Abend.

Das auch etwas, das ich auf diesem Weg immer wieder erleben durfte:

Der erste Eindruck eines Menschen ist eben nur der erste Eindruck. Er hat nicht immer etwas zu sagen, nicht immer.

Und während ich heute spät in der Nacht Olveiroa schlafen gehe, steht schon lange die nächste besondere Zahl fest:

Es sind nur noch 32,6 Kilometer bis Fisterra.

Das Ende der Welt und der Atlantik sind gefüllt, zum Greifen nah.

Buen Camino 🌊🥾🐚


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