Endlich wieder unterwegs
Zeit: 14:20 Uhr
Ich habe Gondrexange vor gut drei Stunden verlassen.
Auf das Paket wollte ich nicht mehr warten.
Kannste leider nichts machen, aber zu lange an einem Platz zu sein, macht irgendwann auch keine Freude mehr.
Zu Beginn hat es noch leicht geregnet. Mittlerweile hat es aber nachgelassen und die Sonne kommt hin und wieder durch.
Es windet leicht.
Zum Glück aber nicht mehr so wie noch vor zwei Tagen.
Zeit: 18:12 Uhr
Ich bin an einem sehr ruhigen Plätzchen angekommen.
Dass es so ruhig sein kann, ist wirklich unglaublich.
Weit entfernt von der Straße.
Weit weg von allem, würde ich sogar sagen.
Das ist mir hier in Frankreich besonders aufgefallen.
Es gibt noch viele dieser unglaublich ruhigen Plätze, an denen man nichts außer der Natur um sich herum wahrnimmt.
Hier habe ich mein Nachtlager aufgebaut.
Zeit: 19:30 Uhr
Na ja …
Es fahren doch noch ein paar Autos hier in der Gegend, wie ich gerade festgestellt habe. 😄
Aber die kann man an einer Hand abzählen.
Tagesbilanz
| Kategorie | 22. Tag |
|---|---|
| Schritte | 27.627 |
| Nachtlager | Wildcamping |
| Ausgaben | 0 € |
| Wetter | Anfangs Regen, später freundlicher |
| Tagesgefühl | Endlich wieder unterwegs |
Fazit – die Freiheit ruft
Nach zwei Ruhetagen hatte ich genug vom Warten.
Eigentlich wollte ich noch auf mein Paket warten. Aber irgendwann merkte ich: Ich möchte weiter.
Also ließ ich Gondrexange und das Paket hinter mir und machte mich wieder auf den Weg.
Am Abend fand ich genau das, was ich an diesem Leben mittlerweile so sehr schätze: einen ruhigen Platz irgendwo in der Natur, weit weg vom Trubel und scheinbar weit weg von allem.
- Kein Campingplatz.
- Keine Dusche.
- Kein Strom.
- Dafür Ruhe, Natur und Freiheit.
Und sogar mein ursprüngliches finanzielles Tagesziel habe ich heute mehr als erreicht:
27.627 Schritte. 0-Euro-Ausgaben. Ein Schlafplatz in der Natur.
Mehr brauchte ich an diesem Tag nicht.
Nach zwei Tagen Stillstand
war ich wieder dort, wo ich sein wollte: auf meinem Weg. 🦅
Buen Camino
Bilder des Tages 📸
Rund um Gondrexange prägen große Wasserflächen, Kanäle und grüne Ufer die Landschaft. Bei meiner Etappe entstanden diese Aufnahmen an einem eher grauen und regnerischen Tag. Trotz des Wetters war es eine schöne und ruhige Strecke, auf der man immer wieder weite Blicke über das Wasser hatte.
Wasserwege und Seen rund um Gondrexange
Eine Informationstafel unterwegs erklärte mir etwas genauer, was es mit den vielen Wasserflächen rund um Gondrexange auf sich hat. Die Region Sarrebourg Moselle Sud ist von Wäldern, zahlreichen Weihern und Kanälen geprägt. Direkt bei Gondrexange treffen außerdem wichtige Wasserwege aufeinander: Der 314 Kilometer lange Rhein-Marne-Kanal kommt hier im Bereich der Wasserscheitelhaltung mit dem Saar-Kohle-Kanal zusammen. Auf der Karte sind auch der Étang de Gondrexange und weitere große Wasserflächen der Umgebung zu erkennen. Damit bekam ich unterwegs einen guten Eindruck davon, wie stark diese Landschaft vom Wasser geprägt ist.

Lebensraum Weiher
Die zahlreichen Weiher der Region sind nicht nur landschaftlich schön, sondern auch wertvolle Lebensräume. Eine Informationstafel am Weg zeigte mir, wie vielfältig die Tierwelt rund um diese Gewässer ist. Schilfzonen, Uferbereiche und das Wasser selbst bieten unter anderem Vögeln, Fischen, Amphibien und Libellen Nahrung, Schutz und Rückzugsräume. So bekam ich unterwegs noch einen kleinen Einblick in die Natur, die hinter dieser wasserreichen Landschaft steckt.

Die zahlreichen Teiche und Schilfflächen der Region sind wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Auf den Informationstafeln am Weg erfuhr ich mehr über die heimische Artenvielfalt – darunter Purpurreiher, Bitterling und verschiedene Libellenarten. So bekam die Landschaft, durch die ich wanderte, noch einmal eine ganz andere Bedeutung.



Tierische Begegnungen am Wegesrand
Auch abseits der Wasserwege gab es unterwegs immer wieder kleine Begegnungen, die mir in Erinnerung geblieben sind. Rinder auf den weiten Weiden, ein altes Fahrrad am Wegesrand und schließlich ein neugieriger Esel zwischen den Schafen – gerade solche unscheinbaren Momente machten das Unterwegssein für mich besonders abwechslungsreich.


Unterwegs führten mich die Wege immer wieder durch kleine, ruhige Ortschaften, in denen das alltägliche Leben seinen ganz eigenen Rhythmus hatte. Alte Häuser, Wegweiser und dazwischen auch moderne Neubauten gehörten zu diesen unscheinbaren Eindrücken am Wegesrand.
Das erste Bild hält ein modernes Wohnhaus fest – also genau diese kleinen Eindrücke am Wegesrand, die eine Wanderung durch die französischen Dörfer dokumentieren sollen.
Das zweite Bild zeigt eine ruhige Ortsdurchfahrt mit Wegweisern Richtung Guermange, Desseling und Langimberg.


Zeit für eine Pause am Wasser: Rucksack abgestellt, Kocher ausgepackt und erst einmal etwas Warmes zubereitet. Mit dem ruhigen Wasser und den mächtigen Wolken vor mir war das ein schöner Platz, um eine Weile zu bleiben, zu essen und neue Kraft für den weiteren Weg zu sammeln.

Am Abend bereitete ich mir an meinem Schlafplatz noch eine frische Suppe zu, die ich anschließend ganz gemütlich genießen konnte.
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