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Mein Jakobsweg 2023-2024

23. Tag auf dem Jakobsweg – ein friedlicher Ort

Ein friedlicher Ort und vollkommene Ruhe 🧘‍♂️

Zeit: 7:35 Uhr

Ich habe gut geschlafen.

Nachts ist es hier besonders ruhig.

Man hört nichts.

Vollkommene Ruhe.

Warum ich das weiß?

Ich bin nachts zwischen 3 und 4 Uhr morgens einmal aufgewacht und habe einen Traum in meinem separaten Heftchen notiert.

Ich war verblüfft und erstaunt.

Aber ich fand es richtig toll.

Diese vollkommene Ruhe im Zelt an einem sehr friedlichen Ort.

Mir ist außerdem besonders aufgefallen, dass ich mittlerweile sehr gut im Zelt schlafen kann. Ich bin nach dem Aufwachen super erholt und fühle mich großartig.

Zu Beginn der Pilgerung war das ja noch nicht der Fall.

Aber das hat sich später – Gott sei Dank – gelegt.

Die Nacht war HEUTE etwas frischer als sonst. Ich musste meinen Schlafsack etwas mehr zuschnüren, und dann war auch das kein Thema mehr.

Jetzt genieße ich noch den Morgen, mache mir ein leckeres Frühstück – Haferbrei mit Nüssen –, packe anschließend meine Sachen und ziehe los.

Mal sehen, was mich HEUTE noch so erwartet.

Prinzipiell fällt mir hier in Frankreich auf, dass nicht viele Menschen zu Fuß unterwegs sind.

Die meisten, denen ich begegne, fahren mit dem Fahrrad und sind teilweise voll beladen. Sie machen also längere Fahrradtouren.

Ansonsten begegnet mir so gut wie niemand.

Auch das verblüfft mich ein wenig.

Gleichzeitig bin ich aber froh darüber, weil ich dadurch die Möglichkeit habe, mehr in die Tiefe zu gehen.

Zeit: 11:05 Uhr

Es geht los.

Ich ziehe weiter.

Das aktuelle Gewicht meines Rucksacks beträgt 22,3 kg.

Zeit: 14:45 Uhr

Den ersten BP-ER-Riegel probiert.

Ich komme beziehungsweise sollte demnächst an einem Supermarkt vorbeilaufen.

Mal sehen, ob sich dadurch doch ein paar Kräfte mobilisieren lassen.

Die Sonne scheint und das Wetter ist fabelhaft.

Ein leichter Wind sorgt für etwas Abkühlung.

Zeit: 20:07 Uhr

Mein Zelt ist aufgebaut.

Gegen halb sieben war ich an meinem Übernachtungsplatz hinter Dieuze, nahe einem Feld.

Ganz so ruhig wie am letzten Platz ist es hier nicht. In der Nähe verläuft eine Straße, weshalb man die vorbeifahrenden Autos hören kann.

Damit kann ich aber gut leben, denn am Abend wird es normalerweise ruhiger.

Der Himmel ist bedeckt.

Morgen soll es regnen.

Und das nicht gerade wenig.

Falls es tatsächlich so kommt, bleibe ich einfach hier und mache einen ruhigen Tag.

Ich habe keine Eile.

Mein Blick aus dem Zelt ist direkt auf das Feld gerichtet.

Ich sehe überall Heuballen.

Das sieht richtig idyllisch aus.

Mein Abendessen habe ich bereits verspeist.

Es gab Karottensalat mit leckeren Oliven, dazu Käse, original französisches Baguette und eine Avocado.

Alles zusammen ein köstliches Menü.

Nun werde ich noch ein wenig Französisch lernen, und dann war es das schon wieder für HEUTE.

Ich danke den Engeln, die mich tagsüber begleiten und mir die Kraft geben, einen Schritt nach dem anderen zu machen.

Ein ganz besonderer Engel wacht mit viel Herz und Seele über mich.

Diesem möchte ich auf diesem Wege besonders danken.

Alles Liebe und bis bald.

Tagesbilanz

Kategorie23. Tag
Streckeca. 18 km
Schritte27.353
Rucksackgewicht22,3 kg
ÜbernachtungWildcamping
Ausgaben27,78 €
TagesgefühlRuhe, Erholung und Dankbarkeit

Persönliches Fazit – Draußen schlafen ist normal geworden

Hier würde ich unbedingt die Verbindung zum Beginn deiner Reise herstellen. An Tag 2 und 3 hattest du noch Schwierigkeiten mit den Nächten draußen. Jetzt, drei Wochen später, hat sich etwas grundlegend verändert.

Ein Schritt nach dem anderen reicht vollkommen.

Persönliches Fazit – die Stille ist zu meinem Zuhause geworden

Heute Morgen ist mir bewusst geworden, wie sehr ich mich in den vergangenen Wochen verändert habe.

Zu Beginn meiner Reise war das Schlafen draußen noch ungewohnt. Geräusche, Regen, Dunkelheit und das Alleinsein im Wald beschäftigten mich. Manche Nacht war alles andere als erholsam.

Und heute?

Ich wache mitten in der Nacht auf und höre – nichts.

Vollkommene Ruhe.

Statt mich davor zu fürchten, genieße ich sie. Ich schlafe mittlerweile richtig gut in meinem Zelt und wache erholt auf. Das einfache Leben draußen ist nicht mehr etwas, an das ich mich erst gewöhnen muss.

Es ist zu meinem Alltag geworden.

Vielleicht brauche ich gerade diese Ruhe auch, um tiefer in mich selbst hineinzuhören. Weniger Menschen, weniger Ablenkung, weniger Lärm – dafür mehr Natur, mehr Zeit und mehr Raum für die eigenen Gedanken.

Am Abend sitze ich wieder vor meinem Zelt, schaue auf ein Feld voller Heuballen, esse mein einfaches Abendessen und weiß:

Ich habe absolut gar keine Eile und ich bin sehr dankbar, hier auf meinem persönlichen Weg zu sein.

Buen Camino


Bilder des Tages 📸

„Die Bilder dieses Tages erzählen von meinem Weg durch kleine Orte und weite Landschaften, von ersten Orientierungshilfen, stillen Pausen und den vielen Eindrücken, die unterwegs ganz von selbst entstanden.“

Am Morgen war das Zelt bereits abgebaut und alles wieder im Rucksack verstaut. Nur meine beiden Wanderstöcke standen noch auf der Wiese – genau dort, wo ich die Nacht verbracht hatte. Für mich waren sie in diesem Moment wie eine kleine Markierung meines Schlafplatzes, bevor auch sie eingepackt wurden und ich mich wieder auf den Weg machte.

Rot-weiße GR-Wegmarkierung an einem Wegweiser in Frankreich
Ein kleines Zeichen, das mir den richtigen Weg wies.

Gerade zu Beginn meiner Wanderung fiel mir die Orientierung noch ziemlich schwer. Welchen Weg nehme ich? Woran orientiere ich mich überhaupt, wenn es unzählige Möglichkeiten gibt? Eine große Hilfe waren für mich damals die rot-weißen Markierungen der französischen GR-Wanderwege. Wenn ich eines dieser Zeichen entdeckte, wusste ich zumindest, dass ich mich auf einem ausgewiesenen Wanderweg befand und eine Richtung hatte, an der ich mich zunächst orientieren konnte. Erst mit der Zeit entwickelte ich mein eigenes Prinzip dafür, wie ich meine Strecke plante und meinen weiteren Weg festlegte.

  • Ortsschild von Dieuze an der D199E in Lothringen
  • Straße in französischem Ort mit Kirche und historischen Gebäuden
  • Straße mit traditionellen Häusern im Ortszentrum von Dieuze

Weiter ging es durch Dieuze und anschließend wieder hinaus in die offene Landschaft. Kleine Straßen, alte Wegkreuze, Weiden und weite Felder begleiteten mich auf diesem Abschnitt meiner Wanderung durch Lothringen.

Eindrücke entlang meines Weges 🚶‍♂️

Diese Bilder zeigen einige der kleinen und großen Eindrücke, die meinen Weg an diesem Tag begleitet haben: weite Landschaften und Felder, ein Wegkreuz am Straßenrand, leuchtende Sonnenblumen und Heuballen auf den abgeernteten Feldern.

  • Landstraße durch grüne Landschaft unter weitem Wolkenhimmel in Lothringen
  • Historisches Wegkreuz am Straßenrand in der Landschaft bei Dieuze
  • Ländlicher Wanderweg durch grüne Weiden bei Dieuze in Lothringen
  • Wanderweg entlang eines Sonnenblumenfeldes in der Landschaft Lothringens
  • Schmaler steiniger Wanderweg führt durch dichtes grünes Gehölz
  • Runde Strohballen auf abgeerntetem Feld unter sommerlichem Wolkenhimmel
  • Sitzbank an einem See mit weitem Blick über das Wasser
  • Rastplatz mit Holztischen, Wanderstöcken und Rucksack am Wegesrand
  • Hölzerner Aussichtsturm mit Wendeltreppe zwischen dichtem Grün am See
  • Weiter Blick vom Aussichtsturm über einen See in Lothringen

Dazwischen führten mich schmale Wege durch dichtes Grün, vorbei am Wasser und immer wieder zu Plätzen, an denen ich für einen Moment meinen Rucksack abstellen und eine Pause machen konnte. Es waren keine großen Sehenswürdigkeiten, sondern genau diese wechselnden Bilder am Wegesrand, die diesen Tag für mich ausgemacht haben.

Kleiner Schmetterling 🦋 – und eine Erinnerung an Silke
Hier links sprach ich mit einer Frau die den Jakobsweg mit ihrem Mann gemeinsam gemacht hatte 😊🍀🌄

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