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Mein Jakobsweg 2023-2024

36. Tag auf dem Jakobsweg – am Campingplatz 🏕️

Ein Ruhetag auf dem Campingplatz

Zeit: 12:29 Uhr – Ruhe, Hitze und Nadel und Faden

Ich bin weiterhin auf dem Campingplatz.

Ich liege hier, relaxe, schreibe, lese in der Bibel den Brief des Paulus an die Epheser – und nähe meine Socken.

Auch heute scheint die Sonne mit voller Kraft auf die Erde herab.

Schweißtropfend tippe ich einen Buchstaben nach dem anderen in die Tastatur. Um der Hitze wenigstens etwas entgegenzusetzen, habe ich mir einen feuchten Baumwollfetzen um die Stirn gewickelt.

Ich gebe nicht auf.

So lautet meine Parole an diesem Freitag.

Heute denke ich außerdem besonders an den Geburtstag meines irdischen Vaters, der mich vor 42 Jahren in diese Welt eingeschleust hat.

Gelobt und gesegnet seiest du, Vater.

Alles Glück dieser und der anderen Welt soll dich auf Ewigkeit begleiten. Gesundheit, Wohlstand, Freude und Kreativität des Geistes.

Geführt vom Heiligen Geist.

Gesegnet von Gott.

Das alles und noch darüber hinaus soll dich und Mutter bis in die Ewigkeit begleiten.

Wie im Himmel, so auf Erden. Amen.

Noch ein Tag für meinen Körper

Ich bleibe auch heute auf dem Campingplatz.

Die Übernachtung ist nicht teuer und meine Füße, Gelenke und der Rest meines Körpers können einen weiteren Tag Ruhe gut gebrauchen.

Zeit zum Erholen.

Zeit zum Kraftschöpfen.

Außerdem ist dieser Campingplatz – Gott sei Dank – wesentlich ruhiger und angenehmer als der letzte, auf dem es zeitweise wie auf einem Ameisenhaufen zuging.

Hier sind nur wenige Menschen.

Und genau das gefällt mir.

Meine selbst gebaute Steinchen-Sperre

Heute Morgen habe ich mich außerdem einem Problem angenommen, das mich mittlerweile richtig nervt:

die kleinen Steinchen in meinen Schuhen.

Immer wieder springen sie beim Laufen hinein und reiben anschließend an meinen Füßen.

Also mussten Nadel und Faden wieder ran.

Für meine Konstruktion habe ich sogar einen Socken geopfert.

Vom oberen Teil schnitt ich ungefähr zehn Zentimeter ab und nähte dieses Stück an einen anderen, noch vollständigen Socken.

Die Idee dahinter ist ziemlich simpel:

Der zusätzlich angenähte Teil kann nach dem Anziehen über den oberen Rand des Schuhs geklappt werden. Dadurch soll die Öffnung besser abgedeckt sein und verhindern, dass beim Laufen ständig kleine Steinchen hineinfallen.

ProblemMeine improvisierte Lösung
Steinchen gelangen in die Schuhezusätzlichen Stoffabschluss annähen
Materialein geopferter Socken
WerkzeugNadel und Faden
FunktionsweiseStoff über den Schuhabschluss klappen
Hoffnungweniger Steinchen und weniger Scheuerstellen

Ob das tatsächlich funktioniert?

Das wird sich auf den nächsten Kilometern zeigen.

Aber wenn es klappt, wäre das fantastisch.

Wieder einmal heißt es:

Improvisieren. Reparieren. Weitermachen.

Zeit: 19:34 Uhr – Paulus und das Leben im Geist

Auch später beschäftige ich mich weiter mit Paulus und seinen Briefen aus der Bibel.

Ich bin erstaunt, wie tief diese Texte für mich gehen.

Epheser.

Galater.

Philipper.

Kolosser.

Besonders beschäftigt mich, wie Paulus das Leben im Geist beschreibt und diesem das Leben nach dem „Fleisch“ gegenüberstellt.

Ich möchte diese Briefe zu einem späteren Zeitpunkt unbedingt noch einmal lesen und mich intensiver mit ihnen beschäftigen.

Für mich ist das gerade Faszination pur.

Ich frage mich dabei auch selbst:

Inwiefern lebe ich geistlich – und inwiefern lebe ich fleischlich?

Vielleicht sind es gerade die Ruhe und die vielen Stunden für mich allein, die mir erlauben, solche Fragen länger mit mir herumzutragen.

Abendessen aus dem, was da ist

Später wird es noch einmal praktisch.

Zum Abendessen bereite ich mir einen eigenen Salat zu.

Mit dabei sind unter anderem Breitwegerich, den ich hier gefunden habe, Avocado, Tomate, Knoblauch, Zwiebel, Basmatireis und Thunfisch. Dazu etwas Salz und Öl.

Und was soll ich sagen?

Das war lecker.

Richtig lecker sogar.

Tagesbilanz

KategorieTag 36
TagestypRuhetag
ÜbernachtungCampingplatz
Wettersonnig und sehr heiß
KörperRegeneration für Füße und Gelenke
PilgerwerkstattSocken umgenäht
BeschäftigungSchreiben, Bibel lesen, ausruhen
BibeltexteEpheser, Galater, Philipper & Kolosser
Abendessenselbst gemachter Salat mit Breitwegerich

Persönliches Fazit – Auch Stillstand gehört zum Weg

Manchmal kommt man auch dann weiter, wenn man einen ganzen Tag am selben Ort bleibt.

Heute bin ich keinen Kilometer weiter Richtung Le Puy gekommen.

Trotzdem war es kein verlorener Tag.

Mein Körper konnte sich erholen. Meine Füße bekamen eine Pause. Ich reparierte und optimierte meine Ausrüstung und beschäftigte mich intensiv mit Gedanken, für die im normalen Alltag vielleicht kaum Raum geblieben wäre.

Inzwischen gehört auch das zu meinem Pilgerleben.

Nicht nur laufen.

Sondern reparieren, lesen, nachdenken, ausprobieren, kochen und manchmal einfach daliegen.

Vielleicht bemisst sich Fortschritt auf einem solchen Weg eben nicht ausschließlich in Kilometern.


Bilder des Tages📸

Zwischen Nadel und Faden, meiner improvisierten Sockenlösung, etwas Natur rund um den Campingplatz und meinem selbst zubereiteten Essen zeigen die Bilder ein paar kleine Ausschnitte dieses ruhigen 36. Tages auf meinem Jakobsweg.

Thunfischsalat mit Avocado, Reis, Breitwegerich, Tomate, Knoblauch, Zwiebel, Öl, Salz 😍😋🍀
Meine Vorspeise Reissuppe mit frischen Breitwegerich 😋🍀🌄

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