Von Is-sur-Tille bis Épagny 🚶♂️
🌄 Dieser Tag auf meinem Weg
Nach einer überraschend ruhigen Nacht im Zelt starte ich voller Zuversicht in meinen 51. Tag auf dem Jakobsweg. Doch die Hitze ist zurück und macht jeden Kilometer schwerer. Vorbei an scheinbar endlosen Feldern, Chaignay und wilden Trauben kämpfe ich mich in Richtung Dijon. Mein eigentliches Tagesziel Messigny-et-Vantoux erreiche ich nicht mehr – bei Épagny sind meine Kräfte endgültig aufgebraucht.
Zeit: 07:47 Uhr – Endlich wieder gut geschlafen
Es ist 07:47 Uhr am Morgen.
Ich habe gut geschlafen – im Zelt! Das muss ich schon sagen.
Von den Plagegeistern gab es gestern auf heute keine Spur. Vielleicht lag es auch daran, dass ich meine Taktik, meine Strategie geändert habe?
Nach dem schnellen Erfrischen mit Seife und einem feuchten Lappen schmierte ich mich mit Leinöl komplett ein.
Im Internet las ich vorgestern, dass Lavendelöl und allgemein andere ätherische Öle helfen können, die Stecher fernzuhalten und die bestehenden Einstiche zu behandeln. Es tut der Haut gut.
Nun hatte ich kein ätherisches Öl, aber ich probierte es trotzdem mit dem vorhandenen Leinöl.
Meine Haut hat es gut vertragen und es fühlte sich richtig gut an. Auch hatte ich keine weiteren Stiche vernommen.
Richtig gut.
Ich freute mich deswegen.
Mal sehen, wie es an anderen Tagen sein wird? Ich hoffe gut. 🤨
Sonst muss ich doch noch zur Apotheke!
💡 Gut zu wissen
Meine Verwendung von Leinöl war damals ein persönlicher Versuch auf meinem Jakobsweg. Dass ich in dieser Nacht keine neuen Stiche bemerkte, bedeutet natürlich nicht, dass Leinöl ein nachgewiesener Schutz vor Mücken oder anderen stechenden Insekten ist.
Zeit: 12:02 Uhr – Die Hitze ist zurück
Die Hitze ist wieder zurück und es ist heiß.
Ich packe gerade meine letzten Sachen zusammen, bevor es bald losgeht. Heute ist es etwas später geworden.
Eine Reparatur, diesmal am Zelt, war notwendig.
Zum Frühstück habe ich mir heute Speck und Ei zubereitet. Lecker war es.
Ich freue mich auf den Tag.
Heute ist etwas Erfreuliches passiert.
Der Himmel sendet wunderbare Botschaften. Individuell – für jeden Einzelnen, wenn es notwendig ist.
Einfach nur der pure Wahnsinn.
Ich bin begeistert und völlig aus dem Häuschen. 😇
Zeit: 13:45 Uhr – Abschied von Is-sur-Tille
Ich verlasse Is-sur-Tille und mache die erste Pause.
Der Schweiß rennt mir wieder runter, als gäbe es keinen Morgen mehr.
Der Himmel ist strahlend blau.
Es ist heiß.
Von der Stadt selbst habe ich leider nicht viel gesehen. Es war mir einfach nicht danach, etwas zu erkunden.
Muss auch nicht sein, denke ich.
Das, was man sieht, reicht aus.
Pocht es in mir hoch.
Zeit: 14:37 Uhr – Schutz im Schatten
Ich mache wieder eine Pause.
Die Sonne brütet weiterhin unaufhaltsam.
Im Schatten der Bäume verstecke ich mich für einen Moment.
Ich schnaufe etwas durch und nehme einen Schluck Wasser. 💧
Zeit: 15:47 Uhr – Endlose Felder
Ich laufe ewig lang an vielen Feldern vorbei und es wird nicht weniger.
Das Land erstreckt sich ewig in die Länge.
Es ist ein riesiges Land.
Als hätte es keinen Anfang und kein Ende.
Beeindruckend.
Heute läuft es allgemein aber schleppend. Irgendwie bin ich erschöpft. Ob das an der Hitze liegt, weiß ich nicht.
7 km habe ich aber schon auf dem Tachometer.
Ich mache wieder eine Pause.
Heute möchte ich wenigstens bis Messigny-et-Vantoux laufen.
Dijon, mein drittes untergeordnetes Zwischenziel, ist fest im Blick und nicht mehr weit entfernt.
Welch eine Erfüllung.
Schreit es in mir hoch.
Halleluja.
Spätestens morgen werde ich die Stadt anlaufen oder passieren.
Zeit: 16:04 Uhr – Wilde Trauben bei Chaignay
Ich passiere das Dörfle Chaignay.
Unterwegs finde ich wildwachsende Traubenbestände.
Des Öfteren habe ich diese Gattung wildwachsender Trauben hier in Frankreich gesichtet.
Die Trauben sind leicht säuerlich, aber extrem saftig.
Man kann sie einfach auslutschen und trinken. 🥤
[Hier passen deine beiden Bilder der Trauben perfekt hinein.]
Zeit: 18:15 Uhr – Meine Kräfte sind aufgebraucht
Ich bin am Ende meiner Kräfte.
Ich kann nicht mehr. Das war es.
Ich bleibe jetzt da genau stehen, wo ich bin.
Mehr kann ich nicht gehen.
Ich bin komplett ausgepowert.
Erledigt!
Meine Destination, die ich heute im Visier hatte – Messigny-et-Vantoux –, habe ich nicht erreicht.
Ich bin außerhalb von Épagny auf einem Feld, etwas abseits, nahe einiger Bäume.
Hier ist es halbwegs ruhig.
Hier bleibe ich.
Ich kann mir gut vorstellen, hier die Nacht zu verbringen.
Tagesbilanz
| Kategorie | Tag 51 |
|---|---|
| Start | Is-sur-Tille |
| Tagesende | außerhalb von Épagny |
| Unterwegs | Chaignay |
| Geplantes Tagesziel | Messigny-et-Vantoux |
| Schritte | 18.444 |
| Strecke | ca. 12 km |
| Übernachtung | Wildcamping |
| Ausgaben | keine |
| Wetter | sonnig und sehr heiß |
| Besonderheit | wilde Trauben am Wegesrand |
| Nächstes Zwischenziel | Dijon |
Fazit des Tages
Der 51. Tag auf meinem Jakobsweg begann eigentlich richtig gut. Nach den vielen Plagegeistern der vergangenen Nächte hatte ich endlich wieder ruhig in meinem Zelt geschlafen. Dazu ein Frühstück mit Speck und Ei und ein Moment, den ich für mich als wunderbare Botschaft des Himmels empfand. 😇
Doch dann kam die Hitze zurück.
Die scheinbar endlosen Felder, die Sonne und meine zunehmende Erschöpfung machten mir das Vorankommen schwer. Zwischendurch gab es aber auch diese kleinen Entdeckungen, die einen Pilgertag besonders machen – wie die wilden, saftigen Trauben bei Chaignay.
Mein geplantes Ziel Messigny-et-Vantoux habe ich an diesem Tag nicht mehr erreicht.
Nach 18.444 Schritten und rund 12 Kilometern war außerhalb von Épagny einfach Schluss.
Manchmal entscheidet eben nicht der Kopf, wie weit man noch läuft, sondern der Körper.
Und Dijon ist jetzt ganz nah. 🥾
Buen Camino
Bilder des Tages 📸
Die Bilder des Tages zeigen vor allem die weiten Landschaften und endlosen Felder, die mich auf dieser heißen Etappe begleiteten – dazu einige persönliche Momente unterwegs, mein Zelt und mein einfaches Leben draußen, das inzwischen längst zu meinem Pilgeralltag gehörte.




















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