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Mein Jakobsweg 2023-2024

97. Tag auf dem Jakobsweg – Etappe von Wiese bis Le Puy

Endlich Le Puy-en-Velay erreicht ⛪

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Le Puy-en-Velay – ich habe es tatsächlich geschafft. Nach ungefähr 1.035 Kilometern zu Fuß, 97 Tagen auf dem Weg und unzähligen Nächten im Zelt erreiche ich heute mein großes Zwischenziel. Unterwegs treffe ich überraschend Kathrin und Uwe wieder und gemeinsam gehen wir das letzte Stück bis zur Kathedrale. Doch mit meiner Ankunft stellt sich bereits die nächste große Frage: Ist Le Puy mein Ende – oder geht mein Jakobsweg in die Verlängerung? 🥾⛪🍀

09:00 Uhr – Nur noch ein Katzensprung bis Le Puy

Es ist genau 09:00 Uhr am Morgen.

Ich bin schon lange, lange wach und trinke Kaffee im Zelt, lerne wieder Französisch, schaue mir den Kryptomarkt an und denke über Verschiedenes nach.

Ich konnte ab 5:30 Uhr auch nicht mehr gut schlafen.

Neben mir, nicht weit, ist, vermute ich mal, eine Art Schrottplatz. Dort wurde schon gestern bis fast 21 Uhr gearbeitet und in der Früh ging es schon wieder los.

Wenn ich mich nicht täusche, schon um 05 Uhr morgens. 😵

Die Nacht war dennoch gut und erholsam.

Man mag es kaum glauben, aber sie war besser als im Hotel vorgestern!

Ich habe deutlich besser geschlafen. Bin deutlich besser eingeschlafen.

Und das, ohne mich zu duschen.

Es war auch nicht kalt. Ich war sogar viel zu warm angezogen und musste mich in der Nacht wieder ausziehen.

Nun gut, so viel dazu.

Ich freue mich jedenfalls, heute Le Puy-en-Velay anzusteuern.

Es ist überhaupt nicht mehr weit.

Man kann auch sagen, es ist ein Katzensprung von meinem Standort entfernt.

Rund 1.035 Kilometer liegen hinter mir

Unglaublich, wenn man bedenkt, dass man die Strecke völlig zu Fuß gelaufen ist.

Heute ist der 97. Tag.

Ungefähr 1.035 km bin ich mit Pausen, Arbeit auf der Weinfarm und im Schnitt mit 23 kg auf dem Rücken gelaufen.

Die meiste Zeit, prozentual gesehen 99 % der Zeit, habe ich in meinem Zelt verbracht.

Wahnsinn.

Irgendwie ist das ein absolut unglaubliches Erlebnis und ein Wahnsinn, dass man das erlebt hat und erlebt.

Ich kann es selbst kaum fassen.

Aber es ist so:

Ich bin kurz vor Le Puy.

Polignac – und plötzlich sehe ich Kathrin und Uwe wieder

In Polignac habe ich mir die Festung angeschaut.

Dort habe ich von einem anderen Pilger auch eine genaue Adresse bekommen, wo ich mich morgen über meinen weiteren Weg erkundigen kann.

Und in Polignac habe ich tatsächlich wieder Kathrin und Uwe getroffen.

Welch ein Zufall, dachte ich.

Ich dachte, die beiden wären schon über alle Berge.

Aber so war es nicht.

Wir sind dann das letzte kleine Stück zusammen gelaufen.

Was auch sehr schön war.

Gemeinsam zur Kathedrale von Le Puy ⛪

Zusammen sind wir dann auch zur Kathedrale in Le Puy gegangen.

Morgen sind die beiden möglicherweise auch noch einen Tag da, um sich die Stadt anzuschauen.

Habe ich verstanden.

Das werde ich mitunter auch machen.

Nach ungefähr 1.035 Kilometern stehe ich damit tatsächlich an meinem großen Zwischenziel.

Le Puy-en-Velay ist erreicht.

21:17 Uhr – Die Suche nach einer Unterkunft

Ich bin in einer Gîte, einer Unterkunft hier in Le Puy, untergekommen.

Mit der Unterkunft hat es nicht sofort funktioniert.

Meine erste Buchung in einem Hostel hat zwar funktioniert, aber als ich vor Ort war, hat mir keiner die Tür aufgemacht.

Telefonisch konnte ich niemanden erreichen.

Super, dachte ich mir.

Das funktioniert ja gewaltig gut bei mir.

Das Glück ist auf meiner Seite.🍀

Tatsächlich war ich dabei kurz davor, in die Luft zu gehen.

Ich war einen Moment verzweifelt und auch verärgert.

Es hat mich ehrlich gesagt genervt, dass in puncto Unterkunft mal so gut wie nie etwas funktioniert.

Naja, dachte ich.

Wird schon werden.

Zum Glück kannte ich Simon🍀

Ich frage mal Simon, der hier gestern in Le Puy angekommen ist, wo er sich untergebracht hat.

Vielleicht weiß er was.

Und tatsächlich: Nicht weit von meinem Standpunkt gab es was.

Ich war richtig erleichtert danach.

Zum Glück hatten wir uns auf dem Weg kennengelernt, dachte ich nur.

Er selbst ist, wie ich es verstanden habe, nicht mehr in der Stadt.

Ist wieder heimgefahren.

Er musste heim.

Warum auch immer.

Schade, dachte ich nur.

Aber gut.

Es ist, wie es ist.

Geht mein Jakobsweg jetzt in die Verlängerung?

Mein Weg geht möglicherweise in die Verlängerung.

Aber dazu möchte ich mich morgen genauer erkundigen.

Le Puy war für mich lange das nächste große Ziel.

Jetzt bin ich tatsächlich hier.

Doch anstatt einfach nur einen Schlusspunkt zu setzen, steht plötzlich ein neues Ziel in meiner Tagesbilanz:

Saint-Jean-Pied-de-Port – 745 km.

Was daraus wird, weiß ich heute noch nicht.

Erst einmal möchte ich mich informieren und Le Puy etwas anschauen.

Ein richtig schöner Tag

Alles in einem Satz zusammengefasst?

Auch heute war es ein richtig schöner Tag.

Es hat zwar richtig schön gewindet und geblasen.

Es war auch bewölkt.

Aber es war auch richtig schön.

Es lief sich sehr gut.

Ich bin dennoch zufrieden für heute.

Tagesbilanz

KategorieTag 97
📍 EtappeWiese bis Le Puy-en-Velay
🏆 Großes EtappenzielLe Puy-en-Velay erreicht!
👣 Schritte19.866
🥾 Bisherige Strecke laut Tagebuchca. 1.035 km
🎒 Durchschnittliches Rucksackgewichtca. 23 kg
🏡 ÜbernachtungGîte
💶 Ausgaben41,20 €
🏰 ZwischenstoppPolignac
🤝 WiedersehenKathrin und Uwe
Besonderer Momentgemeinsam zur Kathedrale von Le Puy
🌬️ Wetterbewölkt und windig
👁️ Distanz bis Saint-Jean-Pied-de-Port745 km
Große FrageEnde in Le Puy oder weitergehen?

Fazit des Tages

97 Tage. Rund 1.035 Kilometer. Im Schnitt etwa 23 Kilogramm auf dem Rücken. Unzählige Nächte draußen.

Und jetzt stehe ich tatsächlich in Le Puy-en-Velay.

Wenn ich daran denke, was auf den vergangenen Kilometern alles passiert ist, fühlt sich diese Ankunft noch einmal ganz anders an.

Es gab wunderschöne Tage und beschissene Tage. Begegnungen, die geblieben sind. Nächte, in denen ich gefroren habe. Momente, in denen ich ans Aufgeben dachte. Dazu die Weinlese, mein Zelt, der schwere Rucksack und immer wieder die Frage:

Wie weit komme ich eigentlich?

Heute kenne ich zumindest eine Antwort darauf.

Bis Le Puy bin ich gekommen. Zu Fuß.

Und ausgerechnet auf den letzten Kilometern treffe ich Kathrin und Uwe wieder. Gemeinsam laufen wir das letzte Stück und gehen zur Kathedrale.

Eigentlich könnte hier ein perfekter Schlusspunkt stehen.

Doch in meiner Tagesbilanz steht bereits eine neue Zahl:

745 Kilometer bis Saint-Jean-Pied-de-Port.

Vielleicht war Le Puy also gar nicht das Ende.

Vielleicht beginnt hier gerade erst das nächste Kapitel meines Jakobswegs. 🥾⛪🍀

Buen Camino


Bilder des Tages 📸

Die Bilder des Tages erzählen heute von den letzten Kilometern bis Le Puy-en-Velay: eine kleine Leckerei vom Bäcker, verschiedene Kirchen und historische Spuren am Wegesrand, die beeindruckende Festung von Polignac mit ihren Ruinen und schließlich die Ankunft in Le Puy-en-Velay, wo ich gemeinsam mit Kathrin und Uwe die Kathedrale besuchte.

Ein spannender Tag voller Geschichte, Entdeckungen und einem ganz besonderen Ziel. 🥐🏰⛪🥾

Leckeres Zeugs vom Bäcker 😋

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