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Mein Jakobsweg 2023-2024

98. Tag auf dem Jakobsweg – Le Puy en Velay – Ruhetag 😴

Ruhetag in Le Puy-en-Velay

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Le Puy ist erreicht – aber wie geht es jetzt weiter? Heute wird nicht gewandert, sondern nachgedacht und aussortiert. Mein Zelt samt Zubehör fliegt raus und plötzlich wiegt mein Rucksack nur noch 14 Kilogramm. Vielleicht ist Le Puy doch noch nicht das Ende. Vielleicht wage ich erst einmal den nächsten Abschnitt bis Figeac. 🎒🥾

16:25 Uhr – Ruhetag im Hostel

Es ist 16:25 Uhr.

Ich bin im Hostel.

Es hat sich alles geklärt. Ich bin dort, wo ich sein sollte, wo ich eigentlich schon gestern sein sollte.

Den ganzen Tag denke ich nach:

Wie geht es weiter?

Macht es Sinn, weiterzugehen?

Das Zelt muss weg

Das Zelt samt Zubehör habe ich heute Morgen in die Tonne geworfen.

Sozusagen entsorgt.

Es hat seinen Dienst getan.

Jetzt brauche ich es nicht mehr.

Wenn ich die Zeit und die Möglichkeit, wie einen Platz, hätte, dann würde ich Benzin drüberschütten und zuschauen, wie alles in Flammen aufgeht.

Das hatte ich aber nicht.

Ich habe mich spontan dafür entschieden:

Jetzt muss es weg.

Plötzlich nur noch 14 Kilogramm auf dem Rücken

Mein Rucksack wiegt nun 14 kg ohne Wasser.

Ich könnte noch weiter abspecken und locker auf 11 bis 13 kg runterkommen.

Wenn ich gehe, dann zünde ich den Turbo und hoffe auf gut Glück, dass sich die passenden Gelegenheiten für die Übernachtung auftun.

Bis Figeac sollte es halbwegs gut funktionieren, haben sie mir bei der Information gesagt.

Vielleicht wage ich es erst einmal bis dahin und schaue dann weiter.

Dann ist auch schon der Oktober am Ende.

Tagesbilanz

KategorieTag 98
📍 OrtLe Puy-en-Velay
🛑 TagRuhetag
👣 Schritte11.942
🏡 ÜbernachtungHostel
💶 Ausgaben33,95 €
Zeltentsorgt
🎒 Rucksackgewichtca. 14 kg ohne Wasser
⚖️ Mögliches Zielgewichtca. 11–13 kg
🥾 Mögliches nächstes ZielFigeac
💭 Frage des TagesAufhören oder weitergehen?

Fazit des Tages

Heute bin ich keinen großen Schritt auf dem Jakobsweg gegangen – und trotzdem könnte dieser Ruhetag eine wichtige Veränderung für meinen weiteren Weg bedeuten.

Das Zelt ist weg.

Nach all den Wochen und Nächten draußen hat es seinen Dienst getan. Damit endet für mich gleichzeitig ein großer Teil der bisherigen Art zu pilgern.

Statt durchschnittlich rund 23 Kilogramm der vergangenen Monate sind es jetzt nur noch 14 Kilogramm ohne Wasser. Vielleicht bekomme ich den Rucksack sogar noch leichter.

Damit verändert sich einiges.

Wenn ich weitergehe, muss ich mich stärker auf Herbergen und andere Unterkünfte verlassen. Dafür schleppe ich deutlich weniger Gewicht mit mir herum.

Die große Frage bleibt trotzdem:

Ist Le Puy mein Ziel gewesen – oder nur ein Zwischenziel?

Vielleicht muss ich darauf heute noch gar keine endgültige Antwort haben.

Figeac wäre erst einmal das nächste Ziel.

Und dort kann ich wieder schauen, wie es weitergeht. 🥾🎒🍀

Buen Camino


Bilder des Tages 📷

Die Bilder des Tages zeigen einige der Sehenswürdigkeiten von Le Puy-en-Velay, die ich gemeinsam mit einer anderen Pilgerin (Lena) erkundet habe.

Dabei ging es durch verschiedene Ecken der Stadt, vorbei an historischen Gebäuden, Kirchen und Kapellen und natürlich hinauf zu einem der markanten Aussichtspunkte – mit schönen Blicken über Le Puy und seine besondere Kulisse. ⛪🏘️🌄

💡 Gut zu wissen: Le Puy-en-Velay und der Jakobsweg

Le Puy-en-Velay ist nicht einfach irgendeine Stadt auf dem Jakobsweg, sondern einer der bedeutendsten französischen Ausgangspunkte für Pilger nach Santiago de Compostela. Von hier führt der GR 65 beziehungsweise die Via Podiensis weiter in Richtung Südwesten und schließlich nach Saint-Jean-Pied-de-Port. Das Tourismusbüro bezeichnet Le Puy sogar als „Hauptstadt der Jakobswege“.

Besonders passend zu deinem Aufenthalt ist die Kathedrale Notre-Dame du Puy. Zwischen April und Ende Oktober findet dort täglich eine Pilgermesse statt. Anschließend können Pilger ihren Weg direkt von der Kathedrale aus beginnen. Auch eine Pilger-Credencial kann dort bezogen werden.

Für meinen eigenen Weg hatte dieser Ort natürlich noch einmal eine andere Bedeutung: Nach rund 1.035 Kilometern zu Fuß war Le Puy für mich kein Startpunkt, sondern ein großes Zwischenziel. Und gleichzeitig könnte genau hier der nächste Abschnitt meines Jakobswegs beginnen.

💡 Gut zu wissen: Die Chapelle Saint-Michel d’Aiguilhe

Wer in Le Puy-en-Velay unterwegs ist, dem fällt dieser außergewöhnliche Ort fast zwangsläufig ins Auge: Auf einem 82 Meter hohen vulkanischen Felsen thront die Chapelle Saint-Michel d’Aiguilhe. Der Felsen entstand vor mehr als zwei Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität.

Die Geschichte der Kapelle reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Im Jahr 961 wurde auf Initiative von Truannus, dem damaligen Dekan des Domkapitels von Le Puy, auf dem Felsen ein erstes Heiligtum errichtet und von Bischof Godescalc geweiht. Besonders interessant für meinen Jakobsweg: Godescalc gilt als der erste historisch belegte französische Pilger nach Santiago de Compostela.

Wer die Kapelle besuchen möchte, muss zunächst 268 Stufen hinaufsteigen. Oben angekommen, wird man nicht nur mit der außergewöhnlichen Kapelle, sondern auch mit einem beeindruckenden Blick über Le Puy-en-Velay und die vulkanisch geprägte Landschaft belohnt.

Für mich war der Besuch deshalb besonders spannend: Nach meiner eigenen langen Reise auf dem Jakobsweg stand ich plötzlich an einem Ort, dessen Geschichte selbst seit mehr als 1.000 Jahren eng mit Pilgern und dem Weg nach Santiago verbunden ist. ⛪🥾


Weitere Berichte meiner Pilgerreise 🗺️

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