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Mein Jakobsweg 2023-2024

103. Tag auf dem Jakobsweg – La Chaze de Peyre bis Nasbinals 🌥️

Von La Chaze-de-Peyre bis Nasbinals

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Heute führt mich der Jakobsweg durch eine Landschaft, die sich anfühlt, als wären wir irgendwo im Nirgendwo. Karg, wellig, steinig und teilweise von riesigen Felsen durchzogen. Gemeinsam mit der Pilgergruppe geht es bis Nasbinals, wo wir am Abend zusammen kochen. Und dann ist da noch eine Begegnung mit der 18-jährigen Elisa, die mich über meinen eigenen Weg und meine Vergangenheit nachdenken lässt. 🥾⛰️

20:38 Uhr – Gemeinsam in Nasbinals

Es ist 20:38 Uhr.

Ich bin in Nasbinals in einer Gîte, einer Herberge.

Wir haben gerade gemeinsam gekocht und gegessen.

Es gab Salat und dazu Nudeln mit Pesto.

Den Salat habe ich gemacht. Den Rest, also das Abkochen der Nudeln sowie das Aufbereiten der Pestosauce, hat Vincent erledigt.

Ich habe erst jetzt etwas Zeit gefunden, ein paar Notizen im Blog aufzuschreiben.

In der Gruppe ist es nicht gerade einfach, am Blog zu schreiben und sich Zeit zu nehmen.

Man muss sich Zeitfenster freimachen, sonst geht es nicht.

Also jetzt.

08:30 Uhr – Gemeinsam aufbrechen

Nach einem gemeinsamen Frühstück sind wir morgens um 08:30 Uhr losgelaufen.

Nach dem Start hat Delphin kurz danach, vielleicht 100 bis 200 Meter weiter, eine kleine Babyschnecke mit Haus von der Straße in Sicherheit gebracht.

Was mich sehr gerührt hat.

Irgendwo im Nirgendwo

Die Strecke war beeindruckend.

Es hat sich angefühlt, als wären wir irgendwo im Nirgendwo unterwegs.

Die Landschaft war spektakulär, karg und bizarr.

Eine verlassene Landschaft aus Feldern und Wiesen. Sie war wellig, teils auch mit riesigen Felsen und steinig.

Ich weiß nicht genau, ob im Sommer hier Kühe und Rinder grasen.

Heute hat man vereinzelt schon welche auf den Wiesen gesehen.

Aber zum größten Teil der Fläche war alles komplett verlassen.

Das Wetter war meistens bewölkt.

Am Morgen war es frisch und auch kalt.

Am Nachmittag ist ein klein wenig die Sonne zum Vorschein gekommen und hat uns ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Nachtrag – ich brauche mehr, viel mehr Essen 🍲

Trotz des gemeinsamen Abendessens war ich kurz danach wieder hungrig.

Ich muss etwas machen.

Aber was?

Ich brauche mehr Zeit zum Essen.

Und ich brauche mehr Essen.

Ich muss mir mehr Zeit fürs Essen nehmen, damit ich nicht verhungere!!!

Immerhin bin ich schon gute drei Monate on Tour.

Ich war nachdenklich und sehr erschöpft.

Morgen fährt Carolin nach Hause 🛣️

Morgen fährt Carolin aus dem Elsass wieder nach Hause.

Am Abend lernte ich noch Elisa kennen.

Ein 18-jähriges junges Mädchen aus Brüssel, das sich nach der Schule ein Jahr Auszeit gönnt, um Erfahrungen in der Welt zu machen, bevor es dann mit dem Studium weitergeht.

Was sie genau studieren möchte, weiß sie noch nicht genau.

Das will sie eben in diesem Jahr für sich herausfinden: Was es denn genau sein darf.

Ich war erstaunt und fand es richtig mutig, sich allein in die Welt aufzumachen.

Elisa schläft für fünf Euro im Zelt🏕️

Sie hat ein Budget von 3.000 Euro und muss mit dem Geld richtig haushalten.

Das Leben ist teuer.

Das weiß ich ganz genau.

Sie schläft diese Nacht im Zelt.

19 Euro sind ihr nämlich zu viel.

Für den Zeltplatz bezahlt sie nur fünf Euro und darf die Sanitäranlagen der Gîte nutzen.

Mein Respekt bei dieser Jahreszeit!

Ich habe erst mal genug vom Zelten, sagte ich.

Wir haben uns ein wenig auf Deutsch unterhalten können.

Was mich wieder freute.

Mit 18 wäre mir das nicht in den Sinn gekommen🤯

Damals, als ich 18 Jahre alt war, bin ich nicht auf die Idee gekommen, so eine Erfahrung machen zu wollen oder zu starten.

Es war mir einfach nicht in den Sinn gekommen.

Vielleicht auch, weil es nicht die Zeit dafür gewesen war oder wegen der Umstände?

Dafür etwas später, als ich dann um die 36 Jahre alt war und mich in den Zug setzte und nach Österreich ins Skigebiet von Tirol aufbrach.

Manche Erfahrungen beginnen eben früher.

Andere später.

Tagesbilanz

KategorieTag 103
📍 EtappeLa Chaze-de-Peyre → Nasbinals
👣 Schritte33.028
🏡 ÜbernachtungGîte
💶 Ausgaben32 €
⛰️ Höhenangabe laut Tagebuch1.180 m
🌥️ Wetterkalt und meist bewölkt, später etwas Sonne
🏞️ Landschaftkarg, wellig, steinig und spektakulär
🐌 Kleiner MomentDelphin rettet eine Babyschnecke
🍝 Abendessengemeinsam Salat und Nudeln mit Pesto
🤝 Neue BegegnungElisa aus Brüssel
💭 Erkenntnismehr essen und mehr Zeit fürs Essen nehmen
👁️ Distanz bis Saint-Jean-Pied-de-Port630 km

Fazit des Tages

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen die Landschaft alleine schon gereicht hätte, um ihn in Erinnerung zu behalten.

Karg, bizarr, steinig und teilweise wie verlassen.

Es fühlte sich stellenweise tatsächlich so an, als wären wir irgendwo im Nirgendwo unterwegs.

Aber es waren auch die kleinen Dinge.

Delphin, die kurz nach unserem Start eine winzige Schnecke von der Straße rettet. Das gemeinsame Wandern. Das Kochen am Abend. Und schließlich die Begegnung mit Elisa.

Mit 18 Jahren alleine unterwegs, ein begrenztes Budget in der Tasche und noch keine genaue Vorstellung davon, was danach kommen soll.

Ich fand das mutig.

Und automatisch dachte ich darüber nach, was ich selbst mit 18 gemacht habe. Damals wäre mir so etwas wahrscheinlich überhaupt nicht in den Sinn gekommen.

Mein eigener Aufbruch kam später.

Heute bin ich seit mehr als drei Monaten unterwegs.

Und dabei merke ich inzwischen auch, dass ich besser auf meinen Körper achten muss. Nach dem Abendessen schon wieder Hunger zu haben, ist ein ziemlich deutliches Zeichen.

Mehr essen. Mehr Zeit dafür nehmen. Und trotzdem weitergehen.

Noch 630 Kilometer bis Saint-Jean-Pied-de-Port. 🥾⛰️🍀

Buen Camino


Bilder des Tages 📷

Die Bilder des Tages zeigen die besondere Vielfalt dieser Etappe auf der Via Podiensis: vom gemeinsamen Start mit der Pilgergruppe und einem Besuch in einer kleinen Kapelle über Jakobsmuscheln am Wegesrand und tierische Begegnungen bis hin zu den auffälligen Kühen inmitten einer kargen, fast bizarren Landschaft.

Weite Ausblicke, die besondere Natur dieser Gegend und gemeinsame Gruppenfotos machen die Erinnerungen an diesen Tag komplett. 🥾🐚🐄⛪🌄

Meine Botschaft 👁️

🪶 Noire – Schwarz

Die schwarze Feder steht für Auferstehung und Neubeginn. Sie soll Schutz schenken, negative Energien fernhalten und in schwierigen Zeiten Kraft geben. Lass Vergangenes los, um wieder Frieden zu finden. Nimm dir Zeit, halte inne und betrachte die Dinge mit etwas Abstand. Du bist beschützt. 🪶

Eine Feder – und ein merkwürdiger Zufall

Am Abend hatte Caroline einige Karten dabei und ich sollte eine davon ziehen. Ich zog eine Karte mit einer schwarzen Feder.

Auf der Karte stand sinngemäß, dass die Feder für Auferstehung und Neubeginn steht. Sie soll Schutz symbolisieren und daran erinnern, Vergangenes loszulassen, um wieder Frieden zu finden. Man solle innehalten und etwas Abstand gewinnen.

Als ich die Karte zog, fand ich die Botschaft schon interessant. Schließlich bin ich selbst mitunter auf diesem Jakobsweg unterwegs, weil in meiner Vergangenheit etwas passiert ist, das mich bis heute beschäftigt. Ein Teil dieses Weges besteht für mich auch darin, loszulassen und meinen Frieden damit zu finden.

Aber erst später fiel mir noch etwas anderes auf.

Kurz bevor ich diese Pilgergruppe kennengelernt hatte, war ich mit Amandine und ihrer Freundin unterwegs gewesen. Auf einem unserer letzten gemeinsamen Bilder war ebenfalls eine Feder zu sehen, die uns auf dem Weg begegnet war.

Und jetzt saß ich hier und zog ausgerechnet diese Karte.

Wieder eine Feder.

Zufall?

Vielleicht.

Vielleicht bedeutet es auch etwas.

Ich weiß es nicht.

Aber genau solche kleinen Momente sind es, die mich auf diesem Weg manchmal innehalten und nachdenken lassen.

Schon ein bisschen crazy. 🪶

14 Monate alt 😐
Forclaz eine gute Marke habe ich mir sagen lassen 💡
Richtig Süß 😊 – das ist „Delphins“ zusätzlicher Beschützer 🍀
Wieder ein Hund der aus dem Nichts auftaucht ist, ist aber wieder weitergezogen nachdem er uns begrüßt hat 🤔
Gab es scheinbar in Le Puy-en-Velay zu kaufen – die Jakobsmuschel 🍀
Eine Hürde die es zu überwinden galt – wir haben sie alle meisterlich mit Gepäck gemeistert 💪
Schaut gut aus was Carolin da macht 👌
Delphin erinnert mich an Inci – schwarze Haare, braune Augen, ähnliche Mimik 😊
Carolin und Delphin
Ich, Carolin, Delphin & Vincent
Carolin, Vincent, Elisa, ich, Teriar in der Gite beim Abendessen 😋

Weitere Berichte meiner Pilgerreise 🗺️

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