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13. Tag auf dem Jakobsweg – Begrüßung vom Bürgermeister

13. Tag auf dem Jakobsweg – Persönliche Begrüßung vom Bürgermeister aus Wangen

Zeit: 10:15 Uhr

Ich habe gut geschlafen.

Nur der Boden war ziemlich schief, sodass ich nachts immer wieder ein Stück nach unten gerutscht bin.

Trotzdem kann ich mich nicht beklagen.

Ich bin erholt, aber gleichzeitig auch noch etwas müde.

Heute ist es bewölkt, doch immerhin regnet es nicht.

Im Moment weiß ich gar nicht so recht, was ich denken oder schreiben soll.

Bin ich gerade im Reset-Modus?

Fängt es vielleicht langsam an?

Ich weiß es nicht.

Oh …

Die Sonne kommt heraus.

Für mich ist das ein Gruß vom Himmel.

Ich freue mich darüber.

Danke.


Zeit: 11:05 Uhr

Ich mache gerade eine Pause.

Ich muss schon sagen:

Hier wird unglaublich viel Wein angebaut.

Was mich allerdings überrascht, ist die Tatsache, dass man kaum Menschen auf den Feldern sieht.

Ich habe bisher nur sehr wenige französische Winzer oder Landwirte bei der Arbeit gesehen.

An einer Hand könnte ich sie wahrscheinlich abzählen.

Wenn man sieht, wie viele Weinberge hier kultiviert werden, ist das schon beeindruckend.


Zeit: 12:55 Uhr

Vorhin bin ich durch Wangen gekommen.

Dort wurde ich vom Bürgermeister persönlich begrüßt.

Er gab mir einen Stempel für meinen Pilgerausweis und bestand sogar darauf, ein Foto mit mir zu machen.

Das hat mich schon ein wenig geehrt.

Er erzählte mir, dass ich in den vergangenen zehn Jahren erst der zweite Pilger sei, der hier vorbeigekommen ist – oder zumindest der zweite, den er persönlich getroffen hat.

Da er Deutsch sprach, konnten wir uns ganz entspannt unterhalten.

Überhaupt fällt mir im Elsass immer wieder auf, wie viele Menschen hier Deutsch sprechen.

Das macht die Kommunikation für mich natürlich deutlich einfacher.

Schließlich gehörte das Elsass früher einmal zu Deutschland.

Ich vermute, dass sich das weiter im Landesinneren Frankreichs ändern wird.

Aber das werde ich früh genug selbst erleben.


Zeit: 15:30 Uhr

Ich verlasse nun Wasselonne.

Dort habe ich mich in einer Bäckerei noch mit ein paar Leckereien versorgt.

Außerdem hatte ich ein nettes Gespräch mit der Verkäuferin.

Zumindest so gut es eben ging – mit Händen und Füßen.

Sie sprach nur wenig Deutsch und ich noch viel weniger Französisch.

Trotzdem verstanden wir uns irgendwie.

Sie war ausgesprochen freundlich und schenkte mir sogar noch eine Linsenspezialität aufs Haus.

Schade, dass ich kein gutes Französisch spreche.

In solchen Momenten würde ich mich gerne viel besser unterhalten können.

Diese Begegnung hat in mir den Wunsch geweckt, die französische Sprache zu lernen.

Nicht nur für diese Reise.

Sondern auch für die Zukunft.


Zeit: 17:05 Uhr

Nach einer kleinen Pause verlasse ich Romanswiller.

Die Sonne scheint herrlich.

Es ist angenehm warm.

Demnächst werde ich mir ein schönes Plätzchen an einem Fluss suchen, dort einkehren, mich waschen, ein wenig Französisch lernen und einfach entspannen.

Für heute wird das dann genug sein.

Insgesamt dürften es heute etwa 20 Kilometer werden.


Zeit: 18:00 Uhr

Ich habe ein wunderschönes, verstecktes Plätzchen an einem Fluss gefunden.

Hier kann ich endlich meine Wäsche waschen und mich selbst ebenfalls wieder frisch machen.

Seit Mösbach, eigentlich sogar schon kurz davor, gab es keine wirklich gute Gelegenheit mehr dafür.

Das liegt inzwischen einige Tage zurück.

Ich rieche wahrscheinlich inzwischen wie ein alter, nasser Hund.

Das werde ich jetzt ändern. 😄


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