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Mein Jakobsweg 2023-2024

14. Tag auf dem Jakobsweg – hinter Wangenbourg…

Rucksackprobleme, Burgbesichtigung und bei Wangenbourg

Zeit: 12:15 Uhr

Die Reise geht weiter.

Ich verlasse diesen wunderschönen Platz heute etwas später. Es war einfach zu schön, und eilig habe ich es schließlich nicht.

Bis man sich zurechtgemacht und alles wieder zusammengepackt hat, vergeht außerdem nicht gerade wenig Zeit.


Zeit: 12:45 Uhr

Zu allem Übel fängt nun auch mein Rucksack an zu reißen.

Er löst sich langsam auf, und jeden Moment könnte es zu weiteren Problemen kommen.

Diesmal ist es an einer anderen Stelle – am rechten Schultergurt außen.

Bei der nächsten Hütte muss ich deshalb leider Halt machen und die Stelle nähen.

Zum Glück kommt bereits in den nächsten zehn Minuten eine.


Zeit: 14:26 Uhr

Schaden am Rucksack behoben.

Jetzt sollte es halbwegs funktionieren.

Aber wir werden sehen, ob es auch an dieser Stelle hält.

Nun geht es weiter.


Zeit: 16:25 Uhr

Ich bin JETZT kurz vor Wangenbourg.

Etwas verschwitzt, weil es zwischendurch ordentlich bergauf ging, aber insgesamt läuft es relativ gut.

Ich überlege, einen kleinen Umweg zu machen und einen Abstecher zur Burg zu wagen.

Vielleicht lohnt es sich. 🤔

Gerade sehe ich auf der Karte, dass ich dort in der Nähe der Touristeninformation vielleicht auch meine Akkus aufladen könnte.

Das wäre natürlich super!


Zeit: 19:56 Uhr

Fehlanzeige!

Akkus aufladen war leider nicht möglich.

Ich bin JETZT irgendwo im Wald hinter Wangenbourg.

Dort habe ich ein schönes Plätzchen gefunden.

Weiter unterhalb von mir rauscht der Fluss.

Ich bin satt, mir geht es gut und ich bin sehr zufrieden. 😊

Persönliches Fazit

Heute hat mir der Weg wieder einmal gezeigt, dass nicht immer alles nach Plan läuft.

Der Rucksack beginnt sich langsam aufzulösen, das erhoffte Aufladen meiner Akkus hat nicht funktioniert und trotzdem sitze ich am Ende des Tages zufrieden irgendwo im Wald hinter Wangenbourg, während unter mir der Fluss rauscht.

Genau das ist inzwischen ein Teil meines Pilgeralltags geworden: improvisieren, reparieren und weitermachen.

Nicht jedes Problem braucht eine perfekte Lösung. Manchmal reicht eine Nadel, etwas Faden und die Bereitschaft, sich selbst zu helfen.

Und am Ende?

Bin ich satt. Ich habe einen schönen Schlafplatz gefunden.

Mir geht es gut.

Eigentlich ist alles da, was ich brauche.


Bilder vom Tag 📸

Auch der 14. Tag hinterließ wieder seine ganz eigenen Spuren: ein Rucksack, der dringend repariert werden musste, die beeindruckende Burg Wangenbourg und ein paar kleine Impressionen vom Weg, die diesen Tag in Erinnerung halten.

Wanderer mit Rucksack neben einer geschnitzten Baumfigur im Wald
Manche Weggefährten sagen einfach nichts 🤔

Unterwegs Richtung Wangenbourg führte mein Weg wieder tiefer durch den Wald. Irgendwann kam ich an einer kleinen Schutzhütte vorbei, und ebenfalls auf diesem Abschnitt entdeckte ich diese sympathische Baumfigur mit ihrem freundlichen Gesicht.

Wo genau sie im Verhältnis zur Hütte stand, weiß ich heute nicht mehr – aber solche kleinen Entdeckungen am Wegesrand bleiben hängen. Natürlich musste ich bei diesem ungewöhnlichen Weggefährten kurz anhalten und ein gemeinsames Foto machen.

Vorher-Nachher-Bild vom Rucksack 📸

An der Schutzhütte nutzte ich die Gelegenheit für eine kleine Reparaturpause. Mein Rucksack hatte inzwischen einiges hinter sich und drohte an mehreren Stellen wieder auseinanderzufallen. Also hieß es: Nadel und Faden raus und irgendwie retten, was noch zu retten war.

Schön sah die Reparatur zwar nicht aus, aber darum ging es auch nicht – der Rucksack musste einfach noch durchhalten. Auf so einer langen Tour lernt man schnell, dass manchmal ein bisschen Improvisation wichtiger ist als eine perfekte Lösung.

Burgruine Wangenbourg

Unterwegs auf dem Jakobsweg erreichte ich schließlich die Burgruine Wangenbourg, deren mächtige Mauern und alter Burgturm hoch über den umliegenden Wäldern thronen.

  • Blick von oben in den Innenhof einer alten Burgruine
  • Historische Mauerreste einer Burgruine umgeben von dichtem Wald
  • Alte Sandsteinmauern und Gebäudereste im Inneren einer Burgruine
  • Massive historische Burgmauer mit Holzbrücke am Rand der Ruine
  • Hoher Burgturm über den Mauern einer historischen Burgruine

🏰 Gut zu wissen: Die Burg Wangenbourg

Auf meinem Weg durch Wangenbourg kam ich an einem Ort vorbei, dessen Geschichte viele Jahrhunderte zurückreicht. Die Burg Wangenbourg entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. oder zu Beginn des 14. Jahrhunderts.

Im Laufe ihrer Geschichte wechselte die Burg ihre Herren und wurde immer wieder umgebaut. Besonders prägend war die Familie von Wangen, nach der die Burg ihren Namen trägt. Im 16. Jahrhundert wurden Teile der mittelalterlichen Anlage sogar zu Wohngebäuden im Stil der Renaissance umgestaltet.

Heute ist von der einst mächtigen Burg nur noch eine Ruine erhalten. Besonders beeindruckend ist der rund 24 Meter hohe Bergfried, von dem sich ein weiter Blick über die Landschaft der Vogesen bietet.

Seit 1898 steht die Burgruine als französisches Monument historique unter Denkmalschutz.

Wenn man bedenkt, wie viele Menschen in den vergangenen Jahrhunderten hier gelebt, gearbeitet und ihre eigenen Geschichten geschrieben haben, bekommt so ein kurzer Zwischenstopp auf dem Jakobsweg plötzlich eine ganz andere Bedeutung.

Lageplan mit den einzelnen Gebäuden und Bereichen der Burg Wangenbourg
Aufbau der Burg Wangenbourg

Ein Lageplan am Eingang zeigte mir zunächst, wie weitläufig die Burg Wangenbourg einmal gewesen sein muss. Besonders spannend war für mich der Aufstieg im Burgturm: Über die hölzernen Treppen ging es durch das alte Mauerwerk immer weiter nach oben – bis schließlich die Aussicht über Wangenbourg und die umliegenden Wälder wartete.

Blick von der Burg Wangenbourg über den Ort und bewaldete Hügel
Weitblick über Wangenbourg und die Wälder des Elsass

Nach meinem Abstecher zur Burg führte mich der Weg hinunter nach Wangenbourg. Zwischen alten Häusern und immer wieder schönen Ausblicken auf die bewaldeten Höhen der Umgebung ging es durch den ruhigen Ort. Auf einer Bank legte ich schließlich eine kurze Pause ein – der Rucksack durfte für einen Moment runter, bevor es weiterging.

Nachdem ich Wangenbourg hinter mir gelassen hatte, ging es für mich noch ein Stück weiter. Irgendwann wurde es Zeit, einen geeigneten Platz für die Nacht zu finden. Auf einer kleinen Lichtung neben einem Waldweg schlug ich schließlich mein Zelt auf – unspektakulär, ruhig und genau richtig nach einem langen Tag zu Fuß.

Grünes Zelt auf einer kleinen Waldlichtung nach Wangenbourg
Mein Schlafplatz für die Nacht nach Wangenbourg

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