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Mein Jakobsweg 2023-2024

47. Tag auf dem Jakobsweg – am Campingplatz übernachten?

Durch stille kleine Wälder bis Auberive

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Der 47. Tag führt mich über viele Kilometer durch die Stille der französischen Wälder bis nach Auberive. Während ich die Ruhe und Natur genieße, machen sich mein linker Fuß und meine inzwischen stark beanspruchte Ausrüstung immer deutlicher bemerkbar. Ein kurzer Abstecher auf einen etwas kuriosen Campingplatz beschert mir zumindest eine Dusche – mein Nachtlager suche ich mir anschließend aber doch wieder draußen in der Natur. Und trotz schmerzendem Fuß, dünner Schuhsohlen und einem Rucksack, der immer wieder genäht werden muss, merke ich: Körperlich werde ich fitter und fitter.

Zeit: 07:05 Uhr – Ein frischer Morgen erwartet mich 😊

Es ist 07:05 Uhr am Morgen.

Ich bereite mir im Zelt einen Kaffee zu.

Die Nacht war auch heute frisch, aber es war gemütlich in meinem Schlafsack. Ich fühle mich gut, munter und ausgeschlafen.

Ich freue mich auf den Tag und das, was kommen möge.

Zeit: 08:58 Uhr – ich bin endlich ready to go – alles gepackt

Ich bin ready to go.

Mein heutiges Frühstück?

Ein paar geröstete Erdnüsse mit Salz. Eine natürliche Eiweißquelle und etwas Schokolade mit mir unbekannten Nüssen.

Zeit: 09:53 Uhr – Meine erste kleinere Pause ⏸️

Ich mache eine erste Pause, bevor es gleich für eine längere Zeit durch den Wald geht.

Zeit: 11:30 Uhr – Die totale Ruhe im Wald und ein schmerzender Fuß 🤕

Ich mache meine zweite Pause.

Ich esse einen Apfel, den ich gestern gepflückt habe, und ein paar Pflaumen von vor zwei Tagen.

Das Wetter ist leicht bewölkt.

Hin und wieder zeigt sich die Sonne.

Im Wald bekommt man eh nicht viel mit vom Wechselspiel zwischen Wolken und Sonne. Hier an der Lichtung, an der ich mich gegenwärtig befinde, bekomme ich das Szenario aber ein bisschen mit.

Es ist zum Glück nicht mehr so heiß wie einige Tage zuvor.

Und es läuft sich nicht schlecht.

Ich kann halbwegs zufrieden mit meiner Leistung sein.

Halbwegs deswegen, weil mir mein linker Fersenballen komischerweise Druckschmerzen signalisiert.

Es tut weh beim Auftreten.

Das merke ich schon eine Weile.

Die Schuhe, die ich derzeit trage, haben leider eine dünne Sohle und sind leider nicht dafür ausgelegt, mit viel Gepäck (Gewicht) zu wandern.

Vielleicht bis zehn Kilogramm sind die optimal.

Aber…

Ich habe aber im Schnitt 23 Kilogramm.

Gestern waren es sogar 24 Kilogramm.

Das ist mit meinen vorhandenen Schuhen, würde ich sagen, das derzeitige und leidende Dilemma, das ich derzeit habe.

Weiter hinten im Blick, mit schon längeren Problemen:

Der Rucksack, der gnadenlos am Zerfallen ist, und das Zelt, das für sich alleine (ohne Tarp) gesehen undicht ist und damit unbrauchbar ist.

Ich könnte aber definitiv neue Schuhe oder vielleicht einfach gute, dicke Einlagen gebrauchen. Das wäre genial.

Ich kann nur hoffen, dass ich etwas in Dijon finde.

Es ist eine große Stadt.

Da sollte normalerweise etwas zu finden sein.

Zeit: 11:40 Uhr – Ich mache wieder eine kleine Pause

Ich mache eine dritte Pause.

Es sind noch, vermute ich, ca. 5.000 Schritte bis Auberive, einem kleinen Ort, in dem ich höchstwahrscheinlich für heute rasten werde.

Ich möchte duschen und ein paar brisante Stellen am Rucksack stärken.

15 Kilometer werden es dann heute sein, die ich gelaufen haben werde.

Ich bin allerdings immer noch im Wald.

Sitze auf meinem von Strapazen überwältigten und vom Zerfall bedrohten Rucksack und lausche dem Wind, der durch die Bäume gleitet.

Ich nehme wieder ein paar Aminosäuren ein und trinke etwas Wasser.

Genieße es, in der Stille des Waldes zu sein.

Diese Ruhe!

Die Natur selbst.

Einfach nur herrlich.😊

Zeit: 16:42 Uhr – Der Campingplatz bei Auberive

Ich bin an meiner Destination.

Am Rande von Auberive.

Ich bin nun nicht auf dem Campingplatz.

Ich war dort.

  • Kurz.
  • Einfach nur kurz zum Duschen.

Dann bin ich weiter.

Es wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen. Denn ich glaube, er war für einfache Zeltler völlig umsonst. Nur die mit dem Campingwagen haben zahlen müssen.

Es gab dort auch keine Rezeption.

Nur einen Automaten.

Nach dem Bezahlen öffnet sich die Schranke.

Wir Fußgänger oder die mit dem Rad könnten einfach so rein.

Oder ich habe es nicht richtig verstanden.

Wie dem auch sei.

Ich bin also hinten raus zu den Zeltplätzen gegangen und sah schon von Weitem eine Gruppe von Menschen versammelt herumstehen.

Ich dachte mir nichts dabei und bin weiter und näher hingegangen.

Bei näherer Betrachtung erkannte ich, dass es eine Gruppe von Teenager-Mädels war, die dort gecampt haben.

Nicht meine Welt 🌍

Ich dachte mir:

Oh mein Gott, das dauernde Gekichere werde ich nicht aushalten können.🤯 Ich werde dort wahrscheinlich diese Nacht sterben.

Es waren dort sonst keine anderen Besucher oder Urlauber. Keine Fahrradfahrer, die on Tour oder Ähnliches sind.

Nur die Teens, die scheinbar HEUTE auf dem Campingplatz einen privaten Mädchentreff veranstalteten.

Also bin ich schnurstracks, ohne zu zögern, im Rückwärtsgang zurück zum Eingang marschiert. Ich will JETZT nicht im Mittelpunkt stehen oder etwas erzählen, sprechen und mich unterhalten.

Ich habe mich dann etwas umgesehen und festgestellt, dass man sich FREE-FLOW-duschen kann.

Das tat ich dann auch.

Ich habe meine Unterwäsche und mein Shirt erfrischt und natürlich mich selbst.

Habe frisches Wasser aufgeladen und weg war ich DANN vom mysteriösen Campingplatz à la „Teens only Girls“.

Nun bin ich dennoch an einem schönen Platz außerhalb, an dem ich bis morgen bleibe.

Ohne Teens.😊

Frischer Salat! Ready to eat 😋

Zeit: 20:43 Uhr – keine Reparaturen, Abendessen und ein plätschernder Bach 🏞️

Ruhe überkommt mich.

Ich bin ready für die Nacht und liege schon im Zelt.

Zum Abendbrot gab es Salat mit meinem restlichen Schafskäse, zwei frischen Tomaten, die ich heute entdeckte, Knoblauch, Zwiebel, Spitzwegerich und Gurke.

Alles mit Salz und Öl abgeschmeckt.

Lecker war es.

Meine drei Löcher beziehungsweise drei Schwachstellen am Rucksack habe ich auch verstärken können.

Ich bemerke, wie es irgendwie Spaß macht, zu nähen und seine persönliche Ausrüstung selbst zu reparieren.

Und ich kann nur hoffen, dass der Rucksack bis Le Puy hält.

Ich wünsche es mir halt.

Gerne auch länger, aber mindestens bis Le Puy.

Ich denke aber schon. Er könnte es schaffen.

Mein linker Fußballen ist, klarer Fall, überstrapaziert.

Es schmerzt beim Auftreten.

Druckschmerzen vom vielen Laufen und einer dünnen Schuhsohle.

Der Weg fordert halt seinen Tribut.

Seinen Preis.

In diesem Falle aktuell meinen linken Fuß.

Auch hier kann ich nur hoffen, dass es morgen etwas besser wird.

Ansonsten bin ich soweit glücklich und sehr dankbar für den bisherigen Weg.

Körperlich werde ich fitter und fitter.

Ich kann es kaum selbst glauben.

Man fühlt sich immer wohler und wohler in seiner eigenen Haut.

Unten, nicht weit von mir, plätschert der Bach.

Ich gehe jetzt schlafen.

Gute Nacht, meine Lieben. 😴

Tagesbilanz

KategorieTag 47
Schritte28.200
Streckeca. 16 km
ZielAuberive
ÜbernachtungWildcamping
Ausgabenkeine
Distanz bis Le Puy519 km
Wetterleicht bewölkt, angenehm
KörperlichDruckschmerzen am linken Fuß
Ausrüstungdrei Schwachstellen am Rucksack verstärkt
Besonderheitkurzer Campingplatzbesuch zum Duschen und Wasserauffüllen

Fazit des Tages

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen mir bewusst wird, wie sehr Mensch und Ausrüstung auf einem langen Weg beansprucht werden.

Der Rucksack bekommt immer neue Schwachstellen. Das Zelt ist ohne zusätzliches Tarp nicht wirklich dicht. Meine Schuhe haben für das Gewicht, das ich trage, eine zu dünne Sohle. Und inzwischen meldet sich mein linker Fuß deutlich zu Wort.

Trotzdem ist da etwas anderes.

Ich fühle mich körperlich immer fitter.

Das ist nach all den Kilometern schon erstaunlich. Zu Beginn meiner Pilgerung sah das noch ganz anders aus.

Besonders genossen habe ich heute wieder die langen Abschnitte durch den Wald. Dort zu sitzen, den Wind in den Bäumen zu hören und einfach diese unglaubliche Ruhe wahrzunehmen, ist mittlerweile ein wichtiger Teil meines Weges geworden.

Der Campingplatz bei Auberive wurde dagegen nur zu einer kurzen Versorgungsstation: duschen, Wäsche auffrischen, Wasser auffüllen – und wieder raus.

Jetzt liege ich wieder dort, wo ich mich offenbar am wohlsten fühle:

draußen, an einem ruhigen Platz, mit dem Plätschern eines Baches in der Nähe.

28.200 weitere Schritte sind geschafft.

Noch 519 Kilometer bis Le Puy.

Buen Camino


Bilder des Tages 📸

Die Bilder des Tages zeigen vor allem die ruhige und abwechslungsreiche Landschaft rund um meinen Weg nach Auberive.

Lange Waldwege, grüne Lichtungen, kleine Entdeckungen am Wegesrand und jene weiten, stillen Plätze, die mich an diesem Tag immer wieder zum Innehalten und Genießen eingeladen haben.

Die Spanische Nacktschnecke🐌

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