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Mein Jakobsweg 2023-2024

6. Tag auf dem Jakobsweg – ein Ruhetag

Ruhetag zwischen den Pflaumenbäumen 💆

Zeit: 08:14 Uhr

Die gestrige Ruhezeit tat mir richtig gut.

Auch habe ich deutlich besser geschlafen als sonst, was mich sehr gefreut hat.

Ich freunde mich somit langsam immer mehr mit dem einfachen Leben als Pilger an, der einfach nur im Zelt lebt.

Der Ort, an dem ich mich befinde, liegt irgendwo hinter Achern in einer Pflaumenplantage.

Es ist schön hier.

Ruhig, aber auch nicht zu ruhig, denn irgendwo in der Nähe verläuft eine Autobahn.

Das Wetter scheint zunächst freundlich zu sein.

Es ist allerdings auch leicht bewölkt.

Für später wurde Regen angekündigt.

Ich mache mir jetzt erst einmal Frühstück.

Zunächst einen schönen Espresso (100 ml) und später einen 500-ml-Haferflockenbrei mit geschälten Hanfsamen, Nüssen, einem Schuss Olivenöl, Kürbiskernen, etwas Marmelade und Brennnesselsamen.

Bon Appétit! 😋


Zeit: 09:28 Uhr

Jetzt wird erst einmal ein wenig aufgeräumt.

Danach genieße ich die Sonne, solange es noch nicht regnet.

Ich bin völlig entkleidet und genieße den leichten Luftzug, der über meine Haut streift.

Meine Pläne für heute sind noch ungewiss.

Vielleicht bleibe ich noch einen Tag.

Vielleicht aber auch nicht.

Das steht noch offen.

Erst einmal liegen bleiben, ruhen und entspannen.

Das ist sicher.


Zeit: 13:52 Uhr

Ich mache eine kleine Runde durch die Umgebung.

Eigentlich möchte ich einen Gutshof finden, an dem ich meine Akkus aufladen kann.

Leider finde ich ihn nicht.

Stattdessen bin ich einfach nur fasziniert.

Überall stehen unzählige Pflaumen- und Kirschbäume.

Ein gewaltig schönes Plätzchen.


Zeit: 14:33 Uhr

Ich habe mein Handy auf den Ultra-Energiesparmodus eingestellt, damit der Akku bis morgen Abend ausreicht.


Persönliches Fazit

Der heutige Tag hat mir gezeigt, dass eine Pilgerreise nicht nur aus Kilometern und Etappenzielen besteht. Oft sind es gerade die ruhigen Tage, an denen innerlich am meisten passiert.

Langsam habe ich mich mit diesem einfachen Leben angefreundet. Mein Zelt ist für die kommenden Monate mein Zuhause, die Natur mein Wohnzimmer und das, was ich auf dem Rücken trage, reicht mir vollkommen aus. Ich beginne wieder, die kleinen Dinge bewusst wahrzunehmen – den ersten Espresso am Morgen, den Wind auf der Haut, die Ruhe und die Schönheit der Natur.

Früher hätte ich einen solchen Ruhetag vielleicht als verlorene Zeit angesehen. Heute weiß ich, dass genau diese Pausen notwendig sind. Sie geben meinem Körper neue Kraft und meinem Geist die Ruhe, wieder ganz im JETZT anzukommen.

Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Lektionen auf dem Jakobsweg: Nicht immer nur weiterzugehen, sondern auch anzuhalten und den Augenblick bewusst zu leben.


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