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Mein Jakobsweg 2023-2024

106. Tag auf dem Jakobsweg – St-ChĂ©ly-d’Aubrac bis Espalion đŸŒ„ïž

Von Saint-ChĂ©ly-d’Aubrac bis Espalion

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

MĂŒde wie ein „schlafendes Nilpferd“ starte ich durch Nebel und Wald in diesen Tag. Als sich spĂ€ter die Landschaft öffnet, kommen mir ganz andere Gedanken: Wie haben Pilger diesen Weg eigentlich schon vor Jahrhunderten gefunden? Fast 40.000 Schritte spĂ€ter erreiche ich schließlich Espalion – erschöpft, aber wieder einmal glĂŒcklich, angekommen zu sein.

13:22 Uhr – MĂŒde durch den Wald🌳

Es ist 13:22 Uhr. Ich bin schon seit neun Uhr morgens unterwegs.

Das Wetter ist zwar bewölkt, aber nicht regnerisch. Seit gut einer Stunde oder etwas mehr versucht hin und wieder die Sonne, durch die Wolkendecke durchzukommen.

Ich sitze derweil im Wald auf einer kleinen Steinmauer und vespere eine kleine Mahlzeit aus einem Baguette von gestern, FetakÀse und einem frisch zubereiteten Kaffee auf meinem mobilen Gasherd.

Den ganzen Morgen ĂŒber war ich so mĂŒde und wurde ĂŒberhaupt nicht fit, nicht wach.

Wie ein schlafendes Nilpferd bewegte ich mich durch den Wald.

Es ging zuerst leicht hoch, aber nicht zu steil, eher moderat, und dann blieb es eine Zeit lang auf der Hochebene.

Am Morgen war in der Weite aber alles im Nebel eingekesselt, sodass man nichts gesehen hat.

SpÀter, vielleicht nach ungefÀhr zwei Stunden, lichtete sich das Ganze und man konnte die Berglandschaft bestaunen.

Es ist wahrlich eine schöne Landschaft.

Wie fanden die Pilger frĂŒher ĂŒberhaupt ihren Weg?

Ich kann es kaum glauben, wo man hier ĂŒberall durchlĂ€uft, und frage mich, wie es sein kann, dass schon vor 1.000 Jahren hier Menschen nach Santiago gepilgert sind.

Es ist fĂŒr mich völlig unvorstellbar.

Heute gibt es ja auf der Wegstrecke die entsprechenden Rot-Weiß-Markierungen und den Hinweis mit der Jakobsmuschel.

Aber frĂŒher? Was gab es da?

Wie kann es sein, dass die Leute frĂŒher ĂŒberhaupt den Weg gefunden haben?

Das ist fĂŒr mich alles ein RĂ€tsel.

Man lÀuft ja hier teilweise durch den tiefsten Dschungel.

Ich habe in einem WegfĂŒhrer, den ich dabeihabe, gelesen, dass im Aubrac dreißig Pilgern vor fast 1.000 Jahren, die ĂŒberfallen worden sind, die Köpfe abgehackt wurden.

Wahnsinn, welch eine schreckliche Zeit es gewesen sein muss.

Man musste mit allem rechnen, auch damit, dass es die letzte Reise ist.

Ein wahrlich verrĂŒcktes Unternehmen damals.

Kleiner Nachtrag – endlich in Espalion

Ich bin kurz nach 18 Uhr in Espalion angekommen.

Der Weg war wunderschön, aber er hatte es auch in sich.

GefĂŒhlt zog sich der Weg ewig in die LĂ€nge. Ich dachte, ich komme wahrscheinlich nie in Espalion an.

Aber auch heute habe ich es geschafft.

Ich bin dann in einer GĂźte fĂŒr 22 Euro die Nacht mit FrĂŒhstĂŒck untergekommen.

Das Abendessen fĂŒr 16 Euro habe ich abgelehnt. Es war mir einfach zu teuer.

Ich zog es vor, mich selbst zu versorgen, und ging in einen kleinen Supermarkt um die Ecke.

Das war zwar auch nicht wirklich gĂŒnstiger, dafĂŒr habe ich mir zusĂ€tzlich Proviant fĂŒr den nĂ€chsten Tag gekauft.

Insgesamt war ich aber mit meiner Selbstversorgung doch zufriedener.

Bei mir gab es einen riesigen Salat mit Avocado und FetakÀse.

Als Nachtisch habe ich allen anwesenden Pilgern eine kleine Portion Eis angeboten.

Deutsche Pilger waren, wie so oft, keine dabei.

Tagesbilanz

KategorieTag 106
📍 EtappeSaint-ChĂ©ly-d’Aubrac → Espalion
đŸƒâ€â™‚ïž Schritte39.530
🕘 Startca. 09:00 Uhr
🏁 Ankunftkurz nach 18:00 Uhr
🏡 ÜbernachtungGüte
đŸ›ïž Preis GĂźte22 € inkl. FrĂŒhstĂŒck
đŸ’¶ Gesamtausgaben43 €
đŸŒ„ïž WetterNebel, Wolken, spĂ€ter etwas Sonne
đŸ„— AbendessenSelbstversorgung mit großem Salat
đŸ„Ÿ TagesgefĂŒhlwunderschön, aber lang und anstrengend

Fazit des Tages

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen die Landschaft nicht nur schön war, sondern auch meine Gedanken auf Reisen schickte.

WĂ€hrend ich durch Nebel, Wald und die Berglandschaft lief, fragte ich mich immer wieder, wie Menschen diesen Weg wohl vor Jahrhunderten bewĂ€ltigt haben. Heute folge ich Markierungen und Jakobsmuscheln. Wie anders muss sich solch eine Reise damals angefĂŒhlt haben?

Gleichzeitig hatte die heutige Etappe ordentlich LĂ€nge. 39.530 Schritte und dieses GefĂŒhl, Espalion wolle einfach nicht nĂ€her kommen.

Aber irgendwann war ich da.😊

Am Abend brauchte ich kein großes MenĂŒ. Ein riesiger Salat, etwas Proviant fĂŒr morgen und ein bisschen Eis fĂŒr die anderen Pilger waren fĂŒr mich genau richtig.

Wieder eine Etappe geschafft – und wieder ein StĂŒck weiter auf meinem Weg nach Santiago de Compostela. đŸ„Ÿ

Buen Camino


Bilder des Tages đŸ“·

Die Bilder des Tages zeigen die abwechslungsreiche Landschaft auf meinem Weg nach Espalion – weite Ausblicke, die Sonne, die langsam durch die Wolken bricht, meine kleine Kaffeepause mit selbst gekochtem Kaffee und unterwegs immer wieder die fĂŒr diese Region so typischen SteinhĂ€user und Kirchen. â˜•đŸŒ„ïžâ›ȘđŸ„Ÿ


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