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Mein Jakobsweg 2023-2024

92. Tag auf dem Jakobsweg – ein Ruhetag ist angesagt 🤧

Fühle mich schlecht, ein Ruhetag ist angesagt

🌄 Dieser Tag auf meinem Weg

Heute geht fast nichts mehr. Nach einer richtig schlechten Nacht fehlt mir sämtliche Kraft und selbst eine Suppe zu kochen erscheint plötzlich wie eine riesige Aufgabe. Gedanken ans Aufgeben werden laut. Doch da ist auch diese andere, viel ruhigere Stimme: Keine voreiligen Entscheidungen. Erst einmal ausruhen, schlafen und wieder zu Kräften kommen. Genau das tue ich heute.

Eine ultra beschissene Nacht

Die ganze Nacht war ultra, ultra beschissen.

Am Abend zuvor habe ich Fleisch gegessen, das habe ich nicht vertragen. Vielleicht war es auch zu viel.

Oder ich bin es nicht mehr gewohnt, so viel Fleisch zu essen, glaube ich.

In den ganzen drei Monaten habe ich ja kaum bis gar kein Fleisch gegessen oder gekauft. Es gab höchstens ein bisschen Speck, den ich mal mit den Eiern gelegentlich zubereitet hatte.

Mir war also die ganze Nacht schlecht.

Nachdem wir uns am Morgen getrennt hatten, habe ich mir ein Plätzchen gesucht und dort war ich dann halb tot gelegen.

Ich hatte keine Kraft.

Ich konnte nichts machen.

Eigentlich dachte ich, ich bereite mir eine Suppe vor, aber ich schaffte es nicht, mich aufzurappeln, um etwas zu kochen.

Nach vier Stunden baue ich mein Zelt auf

An diesem Platz, nach etwa vier Stunden, habe ich dann auch mein Zelt aufgebaut und mich hineingelegt.

In einem solchen Zustand geht förmlich die Welt unter.

Man glaubt nicht mehr, dass man irgendwo ankommen wird.

Es ist ein Tief, ein tiefes schwarzes Loch.

Ein elendes Gefühl des Nicht-schaffen-Könnens.

Ein Gefühl vom Aufgeben, nach Hause fahren wollen, nicht mehr weitermachen wollen oder können.

Die Last wird unerträglich.

Der Rucksack wiegt dann das Dreifache an Gewicht.

Man ist am Ende seiner Kräfte und völlig am Boden.

Zwei Stimmen in mir

Eine innere Stimme oder etwas in einem schreit hoch ins Bewusstsein, dass man nach Hause fahren solle:

Gib auf, lass es sein. Du schaffst es nicht. Es ist zu schwer. Du bist genug gelaufen. Es reicht. Mehr musst du nicht tun.

Aber eine andere ruhige, leise Stimme sagt:

Ruhe dich erst mal aus. Bleibe ruhig. Ziehe keine vorzeitigen Schlüsse. Gehe ins Zelt und schlafe. Ich bin bei dir.

Und das tat ich dann auch.

Ich schlief und ruhte.

Und ich war ja eh völlig kraftlos.

Ich konnte nichts anderes tun.

Wenn selbst wenige Schritte zu viel sind

Noch am Vortag waren es über 15.000 Schritte. Heute sind es gerade einmal 4.704.

Aber die Zahl sagt an diesem Tag eigentlich alles.

Nach drei Monaten unterwegs gibt es Tage, an denen der Körper schlicht nicht mehr mitspielen möchte. Heute war für mich wieder einer davon.

Statt mich mit Gewalt weiterzuschleppen, blieb ich liegen, baute schließlich mein Zelt auf und gab meinem Körper genau das, wonach er verlangte:

Ruhe und Schlaf 😴

Tagesbilanz

KategorieTag 92
🥾 Etappeungeplanter Ruhetag
👣 Schritte4.704
🏡 ÜbernachtungWildcamping
💶 Ausgabenkeine
🤧 VerfassungÜbelkeit, kraftlos und erschöpft
🍽️ Vermutete Ursachedas Essen vom Vorabend
💭 Gedankenstarke Zweifel und Gedanken ans Aufgeben
EntscheidungZelt aufgebaut und ausgeruht
😴 Was heute halfSchlaf und Ruhe

Fazit des Tages

Der 92. Tag war kein Ruhetag, den ich geplant hatte.

Er wurde mir praktisch aufgezwungen.

Ich hatte keine Kraft mehr und fühlte mich so schlecht, dass selbst das Kochen einer Suppe zu viel gewesen wäre. In solchen Momenten verändert sich auch der Blick auf den gesamten Weg. Plötzlich erscheint alles zu schwer und die Gedanken ans Aufgeben werden immer lauter.

Doch ich habe heute keine große Entscheidung getroffen.

Ich habe auf diese andere, ruhigere Stimme gehört:

Erst einmal ausruhen. Schlafen. Keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Manchmal besteht der nächste Schritt auf dem Jakobsweg eben darin, keinen weiteren Schritt zu machen. 🤧⛺🍀

Buen Camino


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