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Jakobsweg Guide

Jakobsweg-Ausrüstung aus über 2.600 km Erfahrung

Die richtige Ausrüstung beginnt mit deiner Wahl des Weges

Viele Pilger beschäftigen sich bei der Planung ihrer Jakobsweg-Ausrüstung zunächst mit der Frage, welchen Rucksack, welche Schuhe oder welchen Schlafsack sie kaufen sollen.

Aus meiner persönlichen Sicht beginnt die Wahl der richtigen oder passenden Jakobsweg-Ausrüstung jedoch bereits viel frühernämlich bei der Entscheidung, wo man eigentlich startet.

Denn bevor du dich für einzelne Ausrüstungsgegenstände entscheidest, solltest du dir zunächst überlegen, welchen Jakobsweg du überhaupt laufen möchtest. Erst danach lässt sich die Ausrüstung sinnvoll an die Route, die Jahreszeit und deine persönliche Art des Pilgerns anpassen.

Die entscheidende Frage lautet zunächst:

👉Welchen Jakobsweg möchte ich überhaupt laufen und zur welcher Zeit im Sommer, im Herbst, im Winter oder im Frühjahr?

Denn davon hängt später ein großer Teil deiner Ausrüstung ab.

  • Startest du bereits von zu Hause aus in Deutschland und pilgerst du auf einem Zuweg (GR) durch Frankreich zum Hauptweg – aber zu welcher Jahreszeit möchtest du starten?
  • Möchtest du den berühmten Camino Francés ab Saint-Jean-Pied-de-Port laufen, aber zu welcher Jahreszeit?
  • Planst du den Camino Primitivo, den Camino del Norte oder vielleicht die Via de la Plata aber zu welcher Jahreszeit?
  • Oder beginnst du deine Pilgerreise in Frankreich, beispielsweise ab Le Puy-en-Velay, und auch hier – zu welcher Jahreszeit?

💡Merke: Je nach Route, Jahreszeit und Vorliebe zum Pilgern (Zelt, Hotel oderHerbergen) unterscheiden sich die Anforderungen an deine Ausrüstung teilweise erheblich.

Wer mehrere Monate einplant und von zu Hause demnach starten will, denkt darüber nach, mit Zelt unterwegs zu sein – um Kosten zu sparen.

Wer dagegen auf dem Camino Francés laufen möchte, benötigt aufgrund der hervorragenden Infrastruktur meist deutlich weniger Ausrüstung, da man zum anderen in Herbergen übernachtet.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass deine persönliche Vorliebe zu reisen eine wichtige Rolle spielt in Bezug auf das Gewicht deiner Ausrüstung und letztendlich deine körperliche Belastung.

Manche Pilger schlafen ausschließlich in öffentlichen Pilgerherbergen, andere bevorzugen Hotels. Mit zunehmendem Alter oder aus sonstigen persönlichen Gründen entscheiden sich auch Pilger bewusst für etwas mehr Bequemlichkeit und Komfort. Warum auch nicht!

Das alles sind aber unterschiedliche Faktoren, die letztendlich den Rucksack und das eigentliche Gesamtgewicht maßgebend beeinflussen.

Aber fangen wir erstmal an, über den berühmten Pilgerweg Camino Francés zu sprechen und warum dieser Pilgerweg für Anfänger meiner Meinung nach am besten geeignet ist?

Warum ich den Camino Francés jedem Einsteiger empfehle 💡

Als ich meinen ersten Jakobsweg im Jahr 2020 während der Corona-Zeit starten wollte, stand ich vor genau derselben Frage:

👉Welchen Pilgerweg, von denen es einige in Spanien gibt, soll ich für mich wählen, welcher passt zu mir und meinem Vorhaben?

Damals wusste ich noch nicht genau, welche Route für einen Anfänger sinnvoll ist. Deshalb entschied ich mich bewusst für den Camino Francés. Rückblickend war das genau die richtige Entscheidung.

Der Camino Francés ist hervorragend ausgeschildert, verfügt über eine ausgezeichnete Infrastruktur und bietet entlang der gesamten Strecke zahlreiche Pilgerherbergen, Pensionen, Hotels, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.

Dadurch muss man sich deutlich weniger Gedanken darüber machen, wo man am Abend übernachten oder Lebensmittel kaufen kann.💡

Gerade als neuer Pilger, der vielleicht zum ersten Mal in seinem ganzen Leben lospilgert, kann man sich auf das konzentrieren, worum es auf dem Jakobsweg eigentlich geht: das Pilgern selbst.

Der Weg ist super beschildert, es gibt zahlreiche Herbergen aller Art und man trifft selbst in der Nebensaison genug andere Pilger.

Aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich deshalb jedem Anfänger empfehlen, der sich zum ersten Mal für den Jakobsweg entscheidet, mit dem Camino Francés zu beginnen. Später, wenn man bereits Erfahrungen gesammelt hat, kann man problemlos anspruchsvollere oder weniger frequentierte Routen ausprobieren.


Das optimale Rucksackgewicht – weniger ist meistens mehr 😃

Ist die Route gewählt, stellt sich die nächste wichtige Frage:

👉Wie schwer sollte mein Rucksack eigentlich sein?

Als grobe Orientierung gilt die bekannte Faustregel, dass das Rucksackgewicht etwa 10 % des eigenen Körpergewichts nicht überschreiten sollte.

Bei den meisten Pilgern entspricht das ungefähr 8 bis 10 Kilogramm inklusive Ausrüstung.💡

Ich persönlich würde sogar unbedingt empfehlen, lieber etwas darunter zu bleiben. Viele Pilger nehmen beim ersten Jakobsweg viel zu viel mit.

Immer wieder hört man von Rucksäcken mit 20 oder sogar 25 Kilogramm und mehr Gewicht und das auf dem Camino Francés. Aus meiner Sicht ist es auf dem Camino Francés überhaupt nicht notwendig, viel Gepäck mitzunehmen.

Die Infrastruktur entlang der Strecke ist so gut ausgebaut, dass man fast alles unterwegs kaufen kann. Lebensmittel, Getränke, Hygieneartikel oder Ersatzkleidung sind jederzeit erhältlich. Deshalb macht es wenig Sinn, unnötig viel Ausrüstung mitzuschleppen.

Jedes zusätzliche Kilogramm begleitet dich über Hunderte von Kilometern und macht sich spätestens nach einigen Tagen bzw. ziemlich schnell in Schultern, Rücken und Knien bemerkbar.

Davon kann ich ein eigenes Lied singen.


Die Jahreszeit entscheidet über deine Ausrüstung💡

Neben der gewählten Route spielt auch die Jahreszeit eine entscheidende Rolle. Während du im Sommer mit einer vergleichsweise leichten Ausrüstung auskommst, benötigst du im Winter deutlich wärmere Kleidung und einen wärmeren Schlafsack.

Ich selbst würde meine Pilgerausrüstung deshalb immer an die jeweilige Jahreszeit anpassen und optimieren, wenn es notwendig ist.

JahreszeitEmpfehlung
☀️ Sommerleichte Kleidung, Sommerschlafsack oder Hüttenschlafsack, wenig Wechselkleidung
🍂 FrühlingZwiebelprinzip, Fleecejacke, Regenbekleidung
🍁 Herbstwarme Kleidung, Regenschutz, etwas wärmerer Schlafsack
❄️ WinterWinterschlafsack, warme Fleecejacke, Mütze, Handschuhe, Thermokleidung, aber auch Regenkleidung (sehr wichtig)

Gerade in der Winterzeit würde ich nicht am Schlafsack sparen. Manche Pilger versuchen, auf Teufel komm raus, mit wenig Gewicht unterwegs zu sein und sparen am falschen Eck, meiner Meinung nach.

Zwar bringen Winterschlafsäcke etwas mehr Gewicht mit, dafür sorgen sie auch in kalten Pilgerherbergen für deutlich mehr Komfort und eine erholsame Nachtruhe.

Merke dir unbedingt: Öffentliche Herbergen stellen in der Regel keine oder eher selten Decken zur Verfügung, weshalb du dich lieber auf deine eigene Ausrüstung verlassen solltest.

Autark unterwegs oder klassisch pilgern?

Die richtige Ausrüstung hängt nicht nur von der Jahreszeit, sondern auch von deiner Art zu pilgern ab. Wer autark unterwegs sein möchte, benötigt eine andere Ausstattung als Pilger auf den klassischen Jakobswegen.

Bei der richtigen Ausrüstung wird oft ein wichtiger Punkt übersehen: Nicht jeder Jakobsweg wird auf dieselbe Art gelaufen.

Je nachdem, wo und zu welcher Jahreszeit man startet, erfordert es, entsprechende Ausrüstungsgegenstände wie Regenkleidung mit im Rucksack dabei zu haben. 💡

Aus eigener Erfahrung kenne ich beide Varianten.

Als ich 2023 von zu Hause aus gestartet bin, war ich über lange Strecken hauptsächlich autark unterwegs. Ich wusste häufig nicht, wann ich den nächsten Supermarkt erreichen würde oder ob ich unterwegs überhaupt eine Einkaufsmöglichkeit finde.

Deshalb hatte ich deutlich mehr Ausrüstung dabei als später auf dem Camino Francés. Dazu gehörten unter anderem:

  • ein Gaskocher,
  • Kochgeschirr,
  • Lebensmittel und Proviant,
  • zusätzliche Wasservorräte,
  • ein Wasserfiltersystem,
  • Solarpanel zum Laden meiner Geräte,
  • Zelt und weitere Campingausrüstung.

Allein durch diese Dinge steigt das Rucksackgewicht deutlich an.

Dafür gewinnt man jedoch ein großes Stück Unabhängigkeit und kann auch abseits der bekannten Pilgerrouten problemlos unterwegs sein.

Auf dem Camino Francés sieht die Situation dagegen völlig anders aus.

Die Infrastruktur entlang der Strecke ist hervorragend. Supermärkte, Sport- oder Pilgergeschäfte, Bars, Restaurants, Cafés und Pilgerherbergen liegen häufig nur wenige Kilometer auseinander. Dadurch entfällt ein großer Teil der Ausrüstung, die beim autarken Pilgern notwendig wäre.

Aus meiner persönlichen Sicht benötigst du auf dem Camino Francés deshalb in der Regel:

  • kein Wasserfiltersystem,
  • keinen Gaskocher,
  • keine umfangreichen Lebensmittelvorräte und meist auch
  • kein Solarpanel. (nice to have, braucht man aber nicht!)

Auch eine Powerbank war für mich persönlich auf dieser Route nicht notwendig, da ich meine Geräte jeden Abend problemlos in den Unterkünften aufladen konnte.

Wer allerdings intensiv fotografiert, Videos erstellt, mit Navigations-Apps arbeitet oder sogar unterwegs beruflich online ist, kann natürlich von einer kleinen Powerbank profitieren.

Mein Rat lautet deshalb:

Passe deine Ausrüstung immer an die Route, deine Art zu pilgern (mit Zelt oder ohne) und die Jahreszeiten an und nicht anders. 💡

Je besser die Infrastruktur auf deinem Jakobsweg ausgebaut ist, desto weniger Ausrüstung musst du mitnehmen. Genau das macht das Pilgern oft angenehmer – denn jedes Kilogramm weniger bedeutet auf Hunderten von Kilometern eine deutliche Entlastung für deine Schultern.


Persönlicher Hinweis

Aus meiner Erfahrung ist die Jahreszeit einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl der richtigen Ausrüstung.

Während du im Sommer mit einer vergleichsweise leichten Packliste unterwegs sein kannst, solltest du im Herbst und Winter deutlich mehr Wert auf Wärme- und Regenschutz legen.

Eine einzige Regel bleibt jedoch unabhängig von der Jahreszeit immer gleich: Nimm immer nur das mit, was du wirklich brauchst. 💡

Jedes überflüssige Kilogramm begleitet dich über viele hundert Kilometer, belastet dein Schultern und deine Gelenke und genau deshalb lohnt es sich, die Ausrüstung vor dem eigentlichem Start sorgfältig zu überdenken und eventuell eine Probewanderung zu machen.

So bist du gut vorbereitet und kannst dich ganz auf das konzentrieren, worum es auf dem Jakobsweg wirklich geht: das Pilgern, die Landschaft, den Kontakt zu den anderen und die besonderen Erlebnisse auf dem Weg.


Meine persönlichen Erfahrungen – was ich heute anders einpacken würde 🧑‍🎓

Nach über 2.600 Kilometern auf dem Jakobsweg habe ich gemerkt, dass nicht jede Ausrüstung für jede Route sinnvoll ist. Viele Dinge hängen davon ab, welchen Jakobsweg du läufst, zu welcher Jahreszeit du unterwegs bist und wie du reisen möchtest:

  • Mit Zelt,
  • ohne Zelt,
  • in Herbergen,
  • oder Hotels

Deshalb würde ich heute einige Ausrüstungsgegenstände bewusst unterschiedlich bewerten.

Benötigt man eine Powerbank oder Solarsysteme?

Auf dem Camino Francés persönlich würde ich heute keine Powerbank mehr mitnehmen. Die Infrastruktur ist hervorragend ausgebaut und nahezu jede Pilgerherberge, Pension oder Unterkunft bietet ausreichend Möglichkeiten, das Smartphone oder andere Geräte aufzuladen.

Das zusätzliche Gewicht würde ich mir deshalb sparen.

„Aus meiner persönlichen Erfahrung wären eine Powerbank aber auch das Solarsystem auf dem Camino Francés für mich nicht mehr notwendig.“

Anders sieht es aus, wenn du bereits von zu Hause aus, auf längeren Zuwegen und mit dem Zelt unterwegs bist.

Hier habe ich sehr gute Erfahrungen mit einem kleinen Solarpanel gemacht. Es bringt zwar zusätzliches Gewicht mit sich, macht dich aber deutlich unabhängiger. Gerade wenn du häufiger frei übernachtest oder nicht jeden Abend auf einem Campingplatz oder in einer Unterkunft bist, kannst du deine Geräte wie Handy oder Powerbank tagsüber mit Sonnenenergie einfach nachladen.

Für mich war das ein Stück zusätzliche Freiheit, die ich wirklich sehr geschätzt hatte auf dem Jakobsweg in Frankreich.

Trinkflasche oder lieber simpel PET-Flasche?

Auch bei der Trinkflasche gibt es aus meiner Sicht keine allgemeingültige Lösung. Man kann zwar eine mitnehmen, aber es geht auch anders.

Ich selbst habe auf dem Camino Francés meistens einfach eine normale Wasserflasche gekauft und diese unterwegs immer wieder aufgefüllt. Erst als sie nach vielen Tagen Gebrauchsspuren zeigte, habe ich sie durch eine neue ersetzt.

„Eine spezielle Trinkflasche oder ein Trinksystem ist deshalb für mich eher ein optionales Zubehör und keine zwingende Anschaffung.“

Wer lieber eine hochwertige, wiederverwendbare Trinkflasche oder ein Trinksystem nutzt, kann das natürlich genauso machen. Das Ding ist, man kann diese auch verlieren. Dieses Risiko besteht nämlich auch und sollte man immer im Hinterkopf haben – aber jeder, wie es mag.

Beim Regenschutz würde ich nicht mehr sparen ☔

Wenn es einen Ausrüstungsgegenstand gibt, bei dem ich keine Kompromisse eingehen würde, dann ist es die Regenbekleidung.

„Im Sommer oder bei kurzen Regenschauern kann ein guter Poncho durchaus ausreichen. Im Winter aber nicht, da braucht es etwas Professionelleres.“

Sobald du jedoch im Winter oder während längerer Regenperioden unterwegs bist, würde ich unbedingt zu einer hochwertigen Regenjacke und einer guten Regenhose greifen.

Gerade in Galicien können Regen, Wind und niedrige Temperaturen zusammenkommen. Dort habe ich selbst erlebt, wie schnell einfache Regenkleidung an ihre Grenzen stößt.

Eine gute Regenausrüstung sorgt nicht nur dafür, dass du trocken bleibst – sie hilft auch dabei, nicht auszukühlen und den Pilgeralltag deutlich angenehmer zu gestalten.

Mein Fazit: Weniger ist oft mehr, deshalb wähle weise. 💡

Der größte Fehler vieler Pilger besteht aus meiner Sicht darin, viel zu viel einzupacken und diese Sachen nicht zu nutzen.

Die Infrastruktur auf dem Camino Francés ist so gut, dass du viele Dinge unterwegs nachkaufen kannst. Deshalb würde ich heute lieber mit einem leichteren Rucksack starten und nur das mitnehmen, was ich wirklich zu benötigen glaube.

Jedes Kilogramm, das du zu Hause lässt, wirst du auf den vielen hundert Kilometern unterwegs nicht vermissen.

Buen Camino


Warum ein wenig Spanisch zu sprechen sich immer lohnt 🏆

Pilger aus verschiedenen Ländern unterhalten sich fröhlich unterwegs
Sprache schafft Nähe 💞– auch mit wenigen Worten.

Wenn dich Spanien begeistert und du die Sprache besser verstehen oder sogar selbst sprechen möchtest, kann es sich lohnen, frühzeitig mit dem Lernen zu beginnen.

Schon grundlegende Spanischkenntnisse können viele Begegnungen auf Reisen bereichern und den Alltag vor Ort deutlich erleichtern.

Gerade außerhalb der großen Städte wird nicht überall Englisch gesprochen. In kleineren Orten und Dörfern freuen sich viele Einheimische, wenn Besucher zumindest einige Worte Spanisch sprechen können. Oft öffnen bereits ein paar einfache Sätze Türen für interessante Gespräche, herzliche Begegnungen und authentische Einblicke in die Kultur.

Man wird häufig anders wahrgenommen als der typische Tourist und erlebt das Land auf eine persönlichere Weise.

Eine interessante Möglichkeit dafür bietet das Sprachenlernprogramm Sprachenlernen24. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene und vermittelt systematisch Wortschatz, Aussprache und wichtige Redewendungen für den Alltag, Reisen und Gespräche mit Einheimischen.

👉 Hier findest du weitere Informationen zum Sprachprogramm.


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